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Richtige Ernährung bei Neurodermitis

11.07.07.

Paar mit frischen Lebensmitteln

Foto: 5 am Tag e.V.

Neurodermitis, auch atopisches Ekzem oder atopische Dermatitis genannt, ist eine chronische Hauterkrankung, die auf einer genetischen Veranlagung beruht. Symptome sind vor allem ein starker Juckreiz sowie trockene Haut, starke Schuppenbildung und Ekzeme. Die Hautreaktionen werden ausgelöst durch Allergien, durch psychische Faktoren (Stress, Stimmungslage), Umweltschadstoffe sowie durch Reizungen der Haut, wie z.B. Wolle oder körperliches Schwitzen. Ein Großteil der allergischen Reaktionen wird durch Nahrungsmittel hervorgerufen. Nicht jeder Neurodermitiker reagiert auf die gleichen Nahrungsmittel allergisch, häufig werden aber von Kindern Kuhmilch und Hühnerei schlecht vertragen. Bei Erwachsenen können Nüsse und Getreidekeime, Zitrusfrüchte, Fisch, Soja und Lebensmittelzusatzstoffe zu neuen Neurodermitis-Schüben führen.

Wichtig für die Ernährung:

*Säuglinge sollten zur Stärkung ihrer Abwehrkräfte möglichst lange und ausschließlich gestillt werden. Feste Nahrung komponentenweise möglichst erst ab nach dem 6. Monat beifüttern, um allergene Nahrungsmittel sofort ausschließen zu können *Anzustreben ist eine vollwertige Kost mit viel Gemüse, Obst, Getreideprodukten und Milchprodukten – sofern sie keine Hautreaktionen auslösen. *Bevor auf Nahrungsmittel verzichtet wird, muss ihr allergenes Potential oder ihre Unverträglichkeit eindeutig vom Arzt festgestellt worden sein. Denn unnötig falsche Einschränkungen können unnötige Stress- und Mangelsituationen bei Vitaminen und Mineralstoffen hervorrufen und der Erkrankung so Vorschub leisten. *Die Nahrung sollte möglichst schadstoffarm und frei von Zusatzstoffen sein, um keine zusätzlichen Unverträglichkeiten auszulösen. Bio-Lebensmittel sind deshalb die beste Wahl. *Hilfreich sind Kuren mit milchsäurehaltigen Lebensmitteln wie Joghurt, Sauerkraut oder milchsauren Enzymgetränken wie Dinkula, die am besten im Bioladen, in der Apotheke oder im Reformhaus erworben werden sollten. Sie unterstützen die individuelle Darmflora und sanieren den Darm, der als Spiegel der Haut gilt.

Bitte beachten Sie:

*Bei einigen Nahrungsmitteln ist das allergische Potential von der Zubereitungsart abhängig. Manche Nahrungsmittel, wie Obst und Gemüse werden gekocht wesentlich besser vertragen als roh. Obst ist außerdem oft geschält besser verträglich. *Meiden Sie Fertigprodukte, ihrer Zutatenliste lassen sich nur schwer die genauen Inhaltsstoffe entnehmen *Lebensmittel, die die Hautdurchblutung verstärken, werden oft schlecht vertragen: Zitrusfrüchte, scharfe Gewürze, Alkohol

Typische Allergien bei Neurodermitis

Neurodermitis wird häufig durch Allergien gegen Kuhmilch, Hühnerei, Nüsse, Zitrusfrüchte und Fisch ausgelöst. In diesem Fall müssen Neurodermitiker folgendes beachten:

Bei Neurodermitis in Verbindung mit einer Kuhmilch-Allergie

*nicht nur Milch-, Milchprodukte und Käse sind zu meiden; Milch-Allergene können auch in vielen verarbeiteten Lebensmittel enthalten sein, z.B. Wurstwaren, Gebäck, Suppen, Süßigkeiten *Ziegen-, Schafs-, Stutenmilch als Milchersatz verwenden *calciumreiche Nahrungsmittel wählen: Hülsenfrüchte, Spinat, Mangold, diverse Kohlsorten, Vollkornprodukte, calciumreiches Mineralwasser *eventuell Calcium-Präparate einnehmen *milchsäurehaltige Produkte wie Sauerkraut oder Dinkula haben nichts mit Milch zu tun!

Bei Neurodermitis in Verbindung mit einer Hühnerei-Allergie

*Hühnerei ist als Bindemittel in vielen Lebensmittelprodukten enthalten, wie z. B. Gebäck, Mayonnaise, Süßwaren, Wurstwaren, Ei-Nudeln *Ei-Ersatzpulver oder pflanzliche Bindemittel wie AgarAgar, Johannisbrotkernmehl und Guarkernmehl verwenden

Bei Neurodermitis in Verbindung mit einer Nussallergie

*Nicht nur alle Nüsse vermeiden, sondern auch die mit ihnen zubereiteten Backwaren, Süßwaren und Süßspeisen. *Oft treten zusätzlich Mandel-, Apfel- und Kirschallergien auf.

Bei Neurodermitis in Verbindung mit einer Zitrusfruchtallergie

*Nicht nur Zitrusfrüchte vermeiden, sondern auch daraus zubereitete Limonaden, Säfte. *Zitronensäure wird häufig als E 330-333 in Lebensmitteln als Säureregulator eingesetzt. *Backwaren mit Zitronat oder Orangeat meiden.

Bei Neurodermitis in Verbindung mit einer Fischallergie

*Sämtliche Fischprodukte und Meeresfrüchte vermeiden. *jodhaltige Lebensmittel verzehren: Milch, Feldsalat, Grünkohl, Spinat, Brokkoli, Champignons *Jodsalz sowie mit Jodsalz gewürzte Wurst- und Backwaren auswählen.

Quelle: Wirths PR

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