Richtige Ernährung bei Neurodermitis
03.10.07.

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Neurodermitis, auch atopisches Ekzem oder atopische Dermatitis genannt, ist eine chronische Hauterkrankung, die auf einer genetischen Veranlagung beruht. Symptome sind vor allem starker Juckreiz sowie trockene Haut, starke Schuppenbildung und Ekzeme. Die Hautreaktionen werden ausgelöst durch Allergien, psychische Faktoren (Stress, Stimmungslage), Umweltschadstoffe sowie durch Reizungen der Haut, wie z. B. Wolle oder Schwitzen. Oft werden allergische Reaktionen durch Nahrungsmittel hervorgerufen.
Nicht jeder Neurodermitiker reagiert auf die gleichen Nahrungsmittel allergisch, häufig werden aber von Kindern Kuhmilch und Hühnerei schlecht vertragen. Bei Erwachsenen können Nüsse und Getreidekeime, Zitrusfrüchte, Fisch, Soja oder Zusatzstoffe zu neuen Neurodermitis-Schüben führen.
Wichtig für die Ernährung:
- Säuglinge sollten möglichst lange und ausschließlich gestillt werden. Feste Nahrung komponentenweise möglichst erst nach dem 6. Monat beifüttern, um allergene Nahrungsmittel sofort ausschließen zu können.
- Anzustreben ist eine vollwertige Kost mit viel Gemüse, Obst, Getreide- und Milchprodukten – sofern sie keine Hautreaktionen auslösen.
- Bevor auf Nahrungsmittel verzichtet wird, muss ihr allergenes Potenzial oder ihre Unverträglichkeit eindeutig vom Arzt festgestellt worden sein. Falsche Einschränkungen bei Vitaminen und Mineralstoffen können unnötige Stress- und Mangelsituationen hervorrufen und der Erkrankung sogar Vorschub leisten.
- Die Nahrung sollte möglichst schadstoffarm und frei von Zusatzstoffen sein, um keine zusätzlichen Unverträglichkeiten auszulösen. Bio-Lebensmittel sind deshalb eine gute Wahl.
- Hilfreich können Kuren mit milchsäurehaltigen Lebensmitteln wie Joghurt, Sauerkraut oder milchsauren Enzymgetränken sein. Sie unterstützen die individuelle Darmflora und sanieren den Darm, der als Spiegel der Haut gilt.
Bitte beachten Sie:
- Bei einigen Nahrungsmitteln ist das allergene Potenzial von der Zubereitungsart abhängig. Manche Nahrungsmittel, wie Obst und Gemüse, werden gekocht wesentlich besser vertragen als roh. Obst ist außerdem oft geschält besser verträglich.
- Meiden Sie Fertigprodukte, da die genauen Inhaltsstoffe oft schwer zu erkennen sind.
- Lebensmittel, die die Hautdurchblutung verstärken, werden oft schlecht vertragen (Zitrusfrüchte, scharfe Gewürze, Alkohol).
Typische Allergien bei Neurodermitis
Neurodermitis kann durch Allergien gegen Kuhmilch, Hühnerei, Nüsse, Zitrusfrüchte und Fisch ausgelöst werden. In diesem Fall müssen Neurodermitiker Folgendes beachten:
Bei Neurodermitis in Verbindung mit einer Kuhmilch-Allergie
- Außer Milch, Milchprodukten und Käse können auch viele verarbeitete Lebensmittel Milch-Allergene enthalten, z. B. Wurstwaren, Gebäck, Suppen, Süßigkeiten.
- ggf. z. B. Ziegen-, Schafs- oder Stutenmilch als Milchersatz verwenden.
- Kalziumreiche Nahrungsmittel wie Hülsenfrüchte, Spinat, Mangold, diverse Kohlsorten, Vollkornprodukte und kalziumreiches Mineralwasser wählen.
- Evtl. Kalzium-Präparate einnehmen.
- Milchsäurehaltige Produkte, die nicht aus Milch hergestellt werden (z. B. Sauerkraut oder milchsauere Enzymgetränke aus Getreide) enthalten keine Milch-Allergene.
Bei Neurodermitis in Verbindung mit einer Hühnerei-Allergie
- Hühnerei ist als Bindemittel in vielen Lebensmittelprodukten enthalten, z. B. in Gebäck, Mayonnaise, Süßwaren, Wurstwaren, Eiernudeln.
- Ei-Ersatzpulver oder pflanzliche Bindemittel wie Agar-Agar, Johannisbrotkernmehl und Guarkernmehl, verwenden.
Bei Neurodermitis in Verbindung mit einer Nussallergie
- Nicht nur alle Nüsse vermeiden, sondern auch die mit ihnen zubereiteten Backwaren, Süßwaren und Süßspeisen.
- Oft treten zusätzlich Mandel-, Apfel- und Kirschallergien auf.
Bei Neurodermitis in Verbindung mit einer Zitrusfruchtallergie
- Nicht nur Zitrusfrüchte vermeiden, sondern auch daraus zubereitete Limonaden und Säfte.
- Zitronensäure wird häufig als E 330-333 in Lebensmitteln als Säureregulator eingesetzt.
- Backwaren mit Zitronat oder Orangeat meiden.
Bei Neurodermitis in Verbindung mit einer Fischallergie
- Sämtliche Fischprodukte und Meeresfrüchte vermeiden.
- Jodhaltige Lebensmittel verzehren: Milch, Feldsalat, Grünkohl, Spinat, Brokkoli, Champignons.
- Jodsalz sowie mit Jodsalz gewürzte Wurst- und Backwaren auswählen.
Quelle: Wirths PR
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