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Neurologische Erkrankungen

25.04.06.

Was sind Neurologische Erkrankungen?

Unter dem Begriff „Neurologische Erkrankungen“ fasst man eine Vielzahl verschiedener Krankheiten zusammen, die entweder das zentrale Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) oder das periphere Nervensystem (Nerven, die außerhalb des Wirbelkanals verlaufen mit ihren zugehörigen Verbindungen zur
Muskelstruktur) betreffen.

Da der gesamte Körper mit Nervenbahnen durchzogen ist, welche Impulse sowohl von Organen aufnehmen als auch an diese weitergeben, handelt es sich bei neurologischen Erkrankungen um sehr komplexe, oft auch um noch nicht vollständig erforschte Krankheiten. Auch ist nicht immer eine klare Grenze zwischen der Neurologie und anderen Krankheitsbereichen zu ziehen.
Insbesondere gegenüber psychischen Erkrankungen sind die Grenzen fließend.
So können z. B. Erkrankungen des Gehirns auch zu psychischen Störungen führen.

Häufigere neurologische Erkrankungen sind z. B. Morbus Parkinson, Epilepsie, Multiple Sklerose, Alzheimer-Demenz, Schlaganfall, Restless-Legs-Syndrom, Migräne, Tinnitus, Bandscheibenvorfälle, Schlafstörungen, Depressionen, Bewusstseinsstörungen. Zu den elteneren neurologischen Erkrankungen gehören u. a. Muskelerkrankungen (Muskeldystrophie und Myotonie), Motoneuronerkrankungen (amyotrophe Lateralsklerose und spirale
Muskelatrophie) und Störungen der neuromuskulären Übertragung (Myasthenie).

Epilepsie

Die häufigste neurologische Erkrankung ist die Epilepsie. Man bezeichnet sie auch als Anfallsleiden. In Deutschland leiden 0,5 % bis 1 % der Bevölkerung unter Epilepsie, das sind rund 400.000 Erkrankte. Häufig liegt der Krankheitsbeginn bereits im Kindes- oder Jugendalter. Grundsätzlich ist eine Erkrankung jedoch in jedem Lebensalter möglich. Bei der Epilepsie handelt es sich um eine nervliche Übererregung des Gehirns, was in der Folge zu Krampfanfällen führt. Die Symptome der Epilepsie machen sich durch wiederholte Krampfanfälle (Crampi), oder seltener auch als unwillkürliche Bewegungsabläufe und Dämmerungszustände (Absencen) bemerkbar.

Multiple Sklerose (MS)

Bei der Multiplen Sklerose handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung des Zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark). Dabei wird aus bisher unbekannten Gründen die Isolierschicht um die Axone (faserartige Fortsätze der Nervenzellen) durch körpereigene Abwehrzellen angegriffen und beschädigt. Als Folge wird die Weiterleitung von Impulsen durch die Nerven gestört. Die Entzündungen können an verschiedenen Orten im Zentralen Nervensystem entstehen. Symptome der Multiplen Sklerose sind u. a. Kribbeln, Spastik, Lähmung und Sehstörungen.

Mit ca. 120.000 bis 140.000 erkranten Personen in Deutschland ist die Multiple Sklerose die zweithäufigste neurologische Krankheit. Der Krankheitsbeginn liegt in der Regel zwischen dem 20. und dem 40. Lebensjahr.

Frauen sind doppelt so häufig von dieser Krankheit betroffen wie Männer.
Außerdem nimmt die Erkrankungsrate mit zunehmender Entfernung des Wohnortes vom Äquator zu. Zur Erklärung der Krankheitsursachen wird häufig ein multifaktorielles Entstehungsmodell herangezogen; d. h. dass man davon ausgeht, dass das Zusammenwirken mehrerer Faktoren zu der Entstehung der Krankheit führt. Als relevante Faktoren werden u. a. diskutiert: klimatische und geografische Faktoren, Virusinfekte, Ernährung, psychische Belastungen oder erbliche Dispositionen. In bestimmten Familien tritt die MS häufiger auf als in der Normalbevölkerung, eine Erbkrankheit ist sie jedoch nicht.

Demenz

Unter Demenz versteht man den Verfall der geistigen Leistungsfähigkeit.
Folge kann die Abnahme von Gedächnis-, Denk- und Orientierungsfähigkeit sein. Des Weiteren kann die Krankheit die Sprache und Motorik beeinträchtigen und auch psychische Veränderungen bis zum Verlust der Persönlichkeit mit sich bringen. Darüber hinaus kann eine Demenz auch in Zusammenhang mit anderen Krankheiten, wie z. B. Morbus Parkinson, Diabetes mellitus oder einer Depression auftreten. Etwa 6 % der über 65-Jährigen leiden in Deutschland unter Demenz, bei den 90-Jährigen ist sogar jeder Dritte von dieser Krankheit betroffen. Eine Erkrankung in jüngeren Jahren ist zwar möglich, jedoch selten. Die sog. Alzheimer Demenz beschrieb der bayerische Nervenarzt Alois Alzheimer Anfang des 20. Jahrhunderts erstmalig als eigenständige Erkrankung. Der geistige Verfall wird hierbei zurückgeführt auf Ablagerungen kleiner Eiweißpartikel (Beta-Amyloid) in bestimmten Gehirnbereichen.

Schlaganfall

Ein Schlaganfall, auch unter dem Namen Hirninfarkt oder Apoplex bekannt, wird durch eine plötzliche Unterbrechung der Gehirndurchblutung (Ischämie) oder eine Blutung im Gehirn hervorgerufen. Die Nervenzellen in dem umliegenden Bereich werden dabei geschädigt oder zerstört. Im Falle einer Schädigung können sich die Zellen zum Teil regenerieren. Bei abgestorbenen Zellen können jedoch lebenslange Behinderungen bestehen bleiben. Nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs ist der Schlaganfall mit ca. 10 % aller Todesfälle die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Jede vierte Behinderung wird durch einen Schlaganfall hervorgerufen. Am häufigsten betroffen sind mit 20 % aller Schlaganfallopfer Personen über 65 Jahre. Vor dem 45. Lebensjahr erleiden lediglich 0,3 % der Bevölkerung einen Hirninfarkt.

Fazit

Erkrankungen des zentralen oder peripheren Nervensystems können aufgrund der hochkomplexen neurologischen Vorgänge zu einen breiten Spektrum an unterschiedlichen Krankheitsbildern führen. Entsprechend vielfältig sind die möglichen Therapie- und Forschungsansätze.

Susanne Fass

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