Nierenkrebs im Focus der Deutschen Urologen: Mit rund 16 000 Neuerkrankungen im Jahr ist das Nierenzellkarzinom der dritthäufigste urologische Tumor und eines der zentralen Themen auf der 63. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) vom 14. bis 17. September 2011 im Congress Center Hamburg. Neueste Erkenntnisse zur organerhaltenden Nierenkrebs-Chirurgie stehen dabei im Mittelpunkt.
Patienten mit Bluthochdruck haben ein höheres Risiko, an Nierenkrebs zu erkranken. Den Ursachen dafür sind Wissenschaftlerinnen der Universität Würzburg auf der Spur. Ihre Forschungen treiben sie mit finanzieller Förderung durch die Deutsche Krebshilfe voran.
Bei etwa 15 000 Patienten in Deutschland wird jährlich ein Nierenzellkarzinom diagnostiziert, ein aus den Zellen der Niere entstandener Tumor - oft zufällig bei Routineuntersuchungen. Denn dieser nach Prostata- und Blasenkarzinom dritthäufigste urologische Krebs verursacht kaum Beschwerden. Er lässt sich auch gut operativ behandeln. Selbst wenn die gesamte betroffene Niere entfernt werden muss, kann man mit der verbleibenden zweiten Niere gut leben. Das Gefährliche am Nierenzellkarzinom sind die Metastasen, die der Tumor je nach Unterart schon sehr frühzeitig bilden kann, und die sich durch Strahlen-, Chemo- oder Immuntherapie kaum eindämmen lassen.
Trotz der verbesserten Früherkennung von Nierenkrebs liegen bei etwa 30 % der Patienten zum Zeitpunkt der Diagnosestellung bereits Tochtergeschwülste vor, und bei lokal ausgedehnten Tumoren entwickeln 20 bis 30 % der Patienten im weiteren Verlauf Metastasen.
Krebserregende Papillomviren können das Zellwachstum über einen bisher noch unbekannten Mechanismus beschleunigen. Wirkstoffe, die hier eingreifen, können diesen Prozess möglicherweise aufhalten. Das haben Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums und der Universität Jena entdeckt.
Der TV-Sender FOCUS Gesundheit strahlte im Juni die 28. Folge von „in vivo – Das Magazin der Deutschen Krebshilfe“ aus. Die Sendung behandelte den Schwerpunkt Nierenkrebs. Das Magazin bietet nicht nur Informationen rund um das Thema Krebs, sondern macht Betroffenen und Angehörigen Mut und gibt Hilfestellungen im Umgang mit der Erkrankung.
Schwerpunkt der neuen Ausgabe ist Nierenkrebs. Weitere Beiträge befassen sich mit Therapieoptimierungsstudien im Kindesalter, Yoga als begleitender Therapie, aktueller Krebsforschung und einem Besuch im Mildred-Scheel-Haus in Dresden. Das Magazin bietet nicht nur Informationen rund um das Thema Krebs, sondern macht Betroffenen und Angehörigen Mut und gibt Hilfestellungen im Umgang mit der Erkrankung.
Unter Nierenkrebs versteht man bösartige Tumoren, die vom Nierengewebe ausgehen. Bei Erwachsenen handelt es sich dabei in 85 % der Fälle um Nierenzellkarzinome (Hypernephrome). Seltenere Formen sind Nephroblastome (Wilms-Tumoren), Sarkome oder Lymphome der Niere. Betroffen ist i. d. R. nur eine der beiden Nieren. Nach Schätzung des Robert Koch-Instituts erkranken in der Bundesrepublik Deutschland jährlich 15.000 Patienten, davon überwiegend Männer, an Nierenkrebs. Damit ist diese Tumorart zwar eher selten, aber immerhin die dritthäufigste des Harn- und Geschlechtstrakts.
Die Deutsche Krebshilfe gibt für Betroffene, Angehörige und Interessierte im Rahmen ihrer Reihe „Blaue Ratgeber“ u. a. eine Broschüre zum Thema Nierenkrebs heraus, die über alle wesentlichen Fakten informiert.
Zystenniere, Nierenfibrose oder das Nierenzellkarzinom: Viele Erkrankungen der Ausscheidungsorgane sind charakterisiert durch eine Überproduktion oder - im Gegenteil - durch den Ausfall charakteristischer Proteine in den Nierenzellen. Ein internationales Team unter Federführung von Wissenschaftlern aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum und dem Universitätsklinikum Heidelberg entwickelte nun ein Tiermodell
Bösartige Tumore, die ihren Ursprung in der Nebenniere haben, sind selten und – früh erkannt – gut heilbar. Dazu gehören das Nebennierenrindenkarzinom und das maligne Phäochromozytom. Beide Erkrankungen werden jedoch häufig erst in einem Stadium erkannt, in dem sie nicht mehr komplett operativ entfernt werden können.
Bei einem von drei Patienten mit Nierenkrebs liegt eine spezifische Gen-Mutation vor. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung eines internationalen Forscherteams. Die Wissenschaftler, die ihre Ergebnisse in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature veröffentlichten, erhoffen sich nun neue Therapiemöglichkeiten. Die Forscher untersuchten Patienten mit der häufigsten Form von Nierenkrebs, dem Klarzellkarzinom.
Nierenkrebs entsteht dann, wenn Zellen des Nierengewebes beginnen, sich unkontrolliert zu teilen und/oder zu wachsen. Bis heute ist es Medizinern noch nicht gelungen, die Mechanismen zu entschlüsseln, die diese Prozesse in Gang setzen. In verschiedenen Untersuchungen haben Wissenschaftler jedoch herausgefunden, dass es bestimmte Faktoren gibt, die das Risiko für Nierenkrebs erhöhen.
Tübingen (nh) - Die Impfung gegen Krebs stellt eine viel versprechende Therapie-Option dar. Ihr Ziel: Die körpereigene Abwehr gegen den Tumor zu verstärken. Ein Team um Professor Dr. Stefan Stevanovic, Universität Tübingen hat Strukturen - so genannte Tumor-Antigene - auf Nierenkrebszellen identifiziert, die zur Impfung gegen Nierentumoren eingesetzt werden. Erste klinische Studien mit diesen Antigenen laufen bereits. Die Deutsche Krebshilfe hat dazu erforderliche Forschungsarbeiten mit über 80.000 Euro gefördert.
Nierenkrebs entsteht häufig unbemerkt, da er in einem frühen Stadium keine oder nur uncharakteristische Symptome verursacht. Bei vielen Patienten wird daher ein Tumor zufällig diagnostiziert.
Das Wilms-Tumor-Gen WT1 spielt eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung der Niere. Eine Fehlfunktion dieses Genes führt zu Nierenkrebs bei Kindern. Forscher am Fritz-Lipmann-Institut in Jena haben nun mit Hilfe des Zebrafisches "genetische Schalter" gefunden, die das WT1-Gen aktivieren.
Daten einer großen europäischen Bevölkerungsstudie (EPIC*) bestätigen, dass ein nicht oder schlecht kontrollierter Bluthochdruck mit einem zwei- bis dreifach erhöhten Nierenkrebsrisiko verbunden ist. Zudem weisen die Studienergebnisse darauf hin, dass eine Blutdrucksenkung, zum Beispiel durch eine erfolgreiche medikamentöse Therapie, dazu beitragen kann, das Nierenkrebsrisiko von Bluthochdruckpatienten zu vermindern. Das Wissenschaftlerteam um Heiner Boeing vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) veröffentlichte seine Ergebnisse vor kurzem in der angesehenen Fachzeitschrift American Journal of Epidemiology (Weikert et al., 2008; 167: 438-446).
Neues Forschungsprojekt zum Nierenzellkarzinom: Urologen aus Jena suchen nach spezifischen Biomarkern, die eine Prognose über die Wirksamkeit und die Stärke der Nebenwirkungen der zugelassenen Medikamente erlauben und so zu einer individualisierten Therapie beitragen. Das berichtet die Universitätsklinik Jena.
Nierenkrebs - Nach einer Operation sind regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen wichtig, um ein mögliches Wiederauftreten des Krebses rechtzeitig zu erkennen und behandeln zu können. Bei diesen Kontrollen werden Blut- und Urin untersucht sowie eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes durchgeführt. Eine Computertomografie oder eine Magnetresonanztomografie des Brust- und Bauchraumes kann angeordnet werden. Rehabilitationsmaßnahmen können kurz nach der Entlassung aus dem Krankenhaus in Anspruch genommen werden und beschleunigen den Heilungs- und Erholungsprozess.
Welche neuen Studienergebnisse gibt es zu Nierenkrebs? Welche neuen Therapieansätze sind erforscht worden? Hier finden Sie die aktuellen News aus Wissenschaft und Forschung.
Wenn Kinder an einer bestimmten Art von Nierentumoren erkranken, spielt Retinsäure möglicherweise eine tragende Rolle. Dieses Molekül kontrolliert eine Reihe von Genen, die für das Zellwachstum bestimmend sind. Welche Mechanismen das Tumorwachstum in Gang setzen, untersucht jetzt eine Arbeitsgruppe um den Würzburger Mediziner Manfred Gessler.
Die Europäische Kommission hat Sorafenib für die Therapie des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms bei Patienten zugelassen, bei denen eine vorherige Interferon-alpha- oder Interleukin-2-basierte Therapie versagt hat oder die für eine solche Therapie nicht geeignet sind.