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Ohne Chemie – Kosmetikhersteller setzen zunehmend auf natürliche Inhaltsstoffe

06.01.10.

Zunahme von Allergien

Photos.com

Lippenstift ohne Paraffin, Haartönungen ohne Ammoniak – wie die Zeitschrift Vital berichtete, verzichten immer mehr Kosmetikhersteller auf den Einsatz synthetisch hergestellter Inhaltsstoffe. Hintergrund ist der neue Trend zur Bio-Beauty: In Parfümerien legte der Verkauf um 20 % zu, rund 600 Millionen Euro gaben die Deutschen im letzten Jahr für Naturkosmetik aus. Konventionelle Kosmetikhersteller wollen mithalten und passen sich an, indem sie immer öfter synthetische durch natürliche Zutaten ersetzen.

Ein weiterer Faktor für die Austauschwelle: die Zunahme von Allergien, die teilweise auf Problemstoffe in Pflegeprodukten zurückgeführt werden. Dazu zählen unter anderem Parabene als Konservierungsstoff; etwa 2 % der Deutschen reagieren darauf allergisch. Bei zahlreichen Herstellern sorgen inzwischen andere, meist verträglichere Zutaten für Haltbarkeit.

Dabei sind viele der umstrittenen synthetischen Stoffe wissenschaftlich gesehen sicher. Es gibt z. B. keine Belege, dass Polyethylenglykole (PEG) die Haut tatsächlich austrocknen. Dennoch greifen zahlreiche Hersteller auf Druck der Verbraucher inzwischen auf natürliche und umweltfreundliche Emulgatoren wie etwa das aus Soja hergestellte Lecithin zurück. Auch für den Glattmacher Silikon oder das im Übermaß u. U. hautschädigende Paraffin hat man optimale Austauschstoffe gefunden, die ebenso wirksam und noch dazu gut für die Umwelt sind.

Einen gewissen Wirkungsverlust hinnehmen muss man allerdings bei Haarfärbungen, bei denen das für seinen stechenden Geruch bekannte Ammoniak durch Ethanolamin ersetzt wurde. Dieser Stoff ist nicht nur geruchlos, sondern auch einen Tick sanfter zum Haar. Allerdings mit Folgen: Die Farbbrillanz kann im Lauf der Zeit verblassen, außerdem sind nicht so große Farbsprünge möglich wie bei den herkömmlichen Colorationen.

Quelle: Vital

Aus Allergikus 3/2009

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