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Osteoporose

Osteoporose (Knochenschwund) ist eine das gesamte Skelett betreffende Erkrankung, die durch eine über das normale Maß hinausgehende Verringerung der Knochenmasse/-dichte und eine Verschlechterung des Knochenaufbaus charakterisiert ist. In vielen Fällen merken Betroffene gar nicht, dass sie erkrankt sind, denn Knochenschwund entwickelt sich über einen längeren Zeitraum hinweg schleichend und ohne spürbare Symptome.

Folgen des Knochenschwunds sind in den meisten Fällen Knochenbrüche aufgrund eines vergleichsweise harmlosen Sturzes. Besonders häufig sind dabei Frakturen des Oberschenkelhalses oder des Ober- bzw. Unterarmknochens. Außerdem kann es auch – ohne Unfallereignis – zu Wirbelkörpereinbrüchen kommen.

Osteoporose kann in zwei Formen auftreten

Ärzte unterscheiden zwei Formen von Knochenschwund (Osteoporose): Die primäre Osteoporose, deren Ursache bislang nicht abschließend geklärt ist und die meist nach den Wechseljahren oder im höheren Lebensalter auftritt, und den sekundären Knochenschwund von der der Mediziner spricht, wenn Osteoporose direkt durch eine andere Erkrankung bedingt ist oder durch die Therapie einer Grunderkrankung verursacht wird, z. B. durch die Einnahme kortisonhaltiger Medikamente.

Erkrankung weltweit auf dem Vormarsch

Weltweit sind laut Schätzungen mehr als 200 Millionen Menschen von Osteoporose betroffen. Experten gehen aufgrund der demografischen Entwicklung davon aus, dass die Zahl der Menschen, die an dieser Erkrankung leiden, weiter ansteigt: Da Osteoporose im Normalfall erst in höherem Lebensalter auftritt, nimmt durch die immer älter werdende Gesellschaft auch die Erkrankungshäufigkeit zu.

In Deutschland leiden rund 21,5 % an Osteoporose

In Deutschland sind rund 21,5 % über 50 Jahre an Osteoporose erkrankt. Der Großteil davon sind Frauen mit rund 17,1 %. Aufgrund des hohen Anteils an Frauen, die nach ihrer Menopause an Osteoporose leiden, vermuten Mediziner einen Zusammenhang zwischen der Erkrankung und einem geringeren Östrogenspiegel. Jedoch leiden auch etwa 4,4 % Männer im Alter an Knochenschwund.

Laut Ergebnissen der Bone-EVA-Studie aus dem Jahr 2006 werden nur rund ein Zehntel der Osteoporose-Patienten nach den geltenden Therapiestandards behandelt. Folge dieser Unterversorgung sind mehr als 300.000 Knochenbrüche jährlich, die auf Osteoporose zurückzuführen sind und die das deutsche Gesundheitssystem rund 5,4 Mrd. Euro kosten. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass es daher von größter Wichtigkeit ist, die Menschen über die Prävention zu informieren und eine frühzeitige Diagnose sowie eine konsequente Behandlung der Erkrankung sicherzustellen. Nur so können insbesondere Frakturen aufgrund des Knochenschwunds verhindert werden.

Wissenswertes zu Osteoporose

Mythen

Wenn es um die Krankheit Osteoporose geht, kursieren nicht wenige Mythen in der Bevölkerung. Aus diesem Grund ist es wichtig, aufzuklären, was wirklich richtig und was falsch in Bezug auf den Umgang mit der Krankheit ist.

Von vielen Menschen und auch den Betroffenen selbst wird oftmals angenommen, dass sie sich nach der Diagnose der Osteoporose schonen sollten – immerhin besteht ja ein erhöhtes Risiko für ernsthafte Verletzungen wie Frakturen. Dies ist leider ein völlig falsches Verhalten. Es ist erwiesen, dass sich Aktivität sowohl auf das körperliche als auch das seelische Befinden positiv auswirkt. Durch Bewegung und einen gezielten Muskelaufbau kann zudem eine Verdichtung und Verfestigung der Knochen erreicht werden. Bewegung fördert außerdem die Koordination und beugt so beispielsweise Stürzen vor, die mit einer Verletzung einhergehen könnten. Sich aus Angst nach der Diagnose Osteoporose zu schonen, ist also der falsche Weg.

Passiert doch einmal ein Unfall und kommt es zu einem Wirbelbruch, gehört auch nach der erforderlichen Operation stilles Liegen der Vergangenheit an. Lange Ruhephasen sind dank moderner minimal-invasiver Methoden nicht mehr erforderlich. Nach einer Radiofrequenz-Kyphoplastie beispielsweise können die Patienten sehr schnell wieder aktiv ihren Alltag gestalten, da dabei nur mit einer kleinen Nadel speziell entwickelter zähflüssiger Zement in den porösen Wirbelkörper gegeben wird, der dann aushärtet. Somit wird der Knochen sofort stabilisiert und schnell eine optimale Schmerzlinderung erzielt.

Rehabilitation

Die Rehabilitation hat zur Aufgabe, die Mobilität, die Lebensqualität und die Selbstständigkeit erkrankter Menschen weitestgehend wieder herzustellen – im Idealfall komplett. Eine Rehabilitation ist bei einer Osteoporose sinnvoll, auch wenn hier kein medizinisch-kurativer Gedanke im Vordergrund steht. Zur Herstellung der Gesundheit und der Lebensqualität bedarf es verschiedener Ansätze, die nicht nur auf den Aspekt der Krankheitsheilung abzielen.

Ziel einer Rehabilitation ist es ebenso, die Bewältigung alltäglicher Anforderungen zu sichern und die Betroffenen wieder in ihr soziales Umfeld einzugliedern. Für eine erfolgreiche Rehabilitation von Osteoporose-Patienten ist allerdings eines gefordert: Verantwortung und Eigeninitiative. Problem ist, dass häufig das Bewusstsein für die Möglichkeiten fehlt, die zum Beispiel aus einer Reha-Kur oder aktiver Selbsthilfe am Heimatort bestehen könnten. Betroffene sollten sich unbedingt informieren, ihre Optionen kennenlernen und auch ausschöpfen.

Die positive Wirkung bestimmter physikalischer und medizinischer Maßnahmen ist unumstritten. Daher kann es beispielsweise sehr sinnvoll sein, an einer medizinischen Rehabilitationsmaßnahme teilzunehmen und sich anschließend einer geeigneten Sportgruppe oder ähnlichem in der eigenen Umgebung anzuschließen. So kann aktiv etwas für die Gesundheit und das eigene Wohlbefinden getan werden, während die Betroffenen andere Menschen kennenlernen, die das gleiche Schicksal getroffen hat wie sie selbst.

Allein das Gefühl, nicht allein mit Osteoporose dazustehen und seine Sorgen und Ängste auch mit Menschen teilen zu können, die nicht nur Außenstehende sind, sondern das Gleiche selbst erleben, kann Vieles einfacher machen und ein großes Stück Lebensqualität zurückbringen. Es ist wichtig, dass die Betroffenen nicht unter ihrer Diagnose resignieren, sondern sich Zeit für ihre Gesundheit nehmen und aktiv mit der Krankheit umgehen lernen – und dabei ihr persönliches Wohlbefinden und ihre eigene Gesundheit stärken.

Antje Habekuß, Lydia Köper

06.08.14

Osteoporose
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