Durch eine Tiefenstimulation des Gehirns mit elektrischen Impulsen konnten amerikanische Neurowissenschaftler um Nicolas Schiff einem Patienten helfen, der nach einer schweren Hirnverletzung sechs Jahre lang bei minimalem Bewusstsein und künstlicher Ernährung gelebt hatte und nahezu unbeweglich war. Anders als Wachkomapatienten reagieren solche Patienten auf äußere Reize und sind in der Lage, sich z. B. durch Finger- oder Augenbewegungen bemerkbar zu machen. Bei vielen ähnlich Betroffenen könnten die Regelkreise im Gehirn, die z. B. Sprache oder Bewegungen steuern, noch intakt sein, meinen die Neurologen. Wie in Nature berichtet, stimulierten sie bei ihrem Therapieversuch über Elektroden den Thalamus, eine wichtige Schaltstelle zur Großhirnrinde, wo die Prozesse zur Verarbeitung von Informationen und zur Steuerung von Bewegungen stattfinden, und brachten diese Funktionen z. T. wieder in Gang. Studien an weiteren Betroffenen sollen klären, ob das Verfahren generell Erfolg bringen kann. Die Behandlung ist nur für Patienten geeignet, die noch über genügend große intakte Großhirnbereiche verfügen. Hirnschrittmacher werden bereits bei Menschen mit Parkinson, MS oder anderen Erkrankungen des Nervensystems eingesetzt.
aus Neuronal 3/2007
18.12.07