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Gute Pflege ist Hilfe zur Selbsthilfe

Ein Mensch, der an Multipler Sklerose erkrankt ist, landet nicht gleich (und oft auch später nicht) im Rollstuhl. Das komplexe Krankheitsbildkann mit Symtpomen einher gehen wie Spastik, Koordinationsstörungen, kognitiven Beeinträchtigungen, Fatigue … Dinge, die möglichweise einer Unterstützung bedürfen und es sinnvoll erscheinen lassen, über Möglichkeiten der Pflege nachzudenken.

Umfragen zeigen dabei immer wieder, dass größtmögliche Selbstständigkeit ein wichtiger Aspekt von Selbstbewusstsein und damit von Lebensqualität ausmacht. Dazu gehört natürlich vor allem, möglichst lange im gewohnten häuslichen Umfeld zu bleiben. Nicht immer stehen dann helfende Familienangehörige bereit, weshalb es sinnvoll ist, sich über die Möglichkeiten externer Hilfe, etwa von Pflegediensten zu informieren. Aber manchmal fällt es Betroffenen leichter, sich von einer professionellen Pflegekraft helfen zu lassen als von nahestehenden Personen, vor allem wenn die Intimsphäre betroffen ist.

Wer auch immer Hilfestellung leistet: Voraussetzung ist eine angepasste Zeitplanung und ein individuelles Konzept, das alle Ressourcen berücksichtigt. Wichtig ist dabei zu klären, was der Betroffene selbst zu leisten vermag, wo seine Grenzen sind und wo er Assistenz in Anspruch nehmen möchte. Wer in diesen Entscheidungsprozess eingebunden ist, sollte mit allen pflegerelevanten Symptomen der Erkrankung vertraut sein und immer auch den seelischen Zustand des Betroffenen berücksichtigen.

Zur Grundpflege gehört die Körperpflege, die soweit möglich nur unterstützend begleitet werden sollte. Das bedeutet: Waschuntensilien, Pflegemittel und Kleidung im Badezimmer bereitzulegen. Sollte Assistenz bei der Durchführung notwendig sein, so muss auf ein angemessenes Tempo geachtet werden sowie auf die Bedürfnisse des zu Pflegenden bezüglich Raumtemperatur und Wassertemperatur. Wenn möglich und nötig, sollten alle Maßnahmen vom Waschen bis zum Abtrocknen durch sanftes Führen der Hand des zu Pflegenden durchgeführt werden.

In der Tagesplanung sollte Rücksicht auf eine Fatigue genommen werden, die die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit stark beeinträchtigen kann. In einem Moment der totalen Erschöpfung von einem Menschen eine Leistung zu verlangen, die er nicht erbringen kann, schlägt negativ auf sein Selbstwertgefühl. Andererseits muss ein guter Pfleger wissen, was er tun kann, um die Fatigue zu lindern: angenehm gekühlte Räume und ein angepasstes regelmäßiges körperliches Training können helfen, erfordern aber Einfühlungsvermögen und gegenseitiges Einvernehmen.

Für Menschen mit Schädigung des Zentralnervensystems wurden eigene Pflegekonzepte entwickelt, wie z. B. das Bobath-Konzept oder die Kinästhetik. Diese Konzepte sollten vom Pflegenden in Kursen erlernt werden, professionell Pflegende beherrschen sie i. d. R. Das Bobath-Konzept zielt dabei auf eine verbesserte Körperwahrnehmung ab, die Bewegungsabläufe im Alltag wieder neu trainiert und dabei zu größerer Selbstständigkeit führt. Bei der Kinästhetik werden Bewegungsabläufe zwischen Pflegendem und Pflegebedürftigem optimal koordiniert, um möglichst kräftesparend miteinander umzugehen.

Finanzierung

Grundsätzlich gibt es per Gesetz klare Regelungen, wer pflegebedürftig ist und was die Pflegeversicherung bezahlt. Welche Mittel werden für externe Pflege bereitgestellt, welche für pflegende Angehörige? Die Finanzverwaltung hat 2010 neue Vorschriften herausgegeben, die Steuervergünstigungen auch für pflegebedürftige Menschen mit Multipler Sklerose und ihre Familien einfacher und unbürokratischer gestalten.

Quelle: BMS 3/2011

05.01.12

Ich habe Multiple Sklerose
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