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Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst jetzt in Berlin

20.02.10.

Pollenflug in Deutschland

shutterstock

Pünktlich zum Beginn der Pollenflugsaison hat die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (kurz: PID) ihre Geschäftsstelle in der Hautklinik der Charité – Universitätsmedizin Berlin eröffnet.
Gemeinsam mit der dort ansässigen Europäischen Stiftung für Allergieforschung (kurz: ECARF), verfolgt der PID das Ziel, Pollenallergiker mit Hilfe der Pollenflugvorhersage und mit Informationen über Pollenallergien aufzuklären. Allergikern soll dadurch ermöglicht werden, mit ihrer Erkrankung besser zu leben.

Die maßgebliche Aufgabe der Stiftung ist die Erhebung des aktuellen Pollenflugs in Deutschland. Dieser wird täglich bundesweit an rund 45 Pollenflugfallen gemessen. Die gewonnenen Daten werden analysiert, dem Deutschen Wetterdienst gemeldet und von dort mit den phänologischen Daten sowie der Wetterprognose koordiniert. Mit dieser Datenerfassung und Auswertung der Pollenbelastung ermöglicht der PID eine besondere Patientenbetreuung, denn die gewonnenen Daten stehen in den Pollenflugvorhersagen den Betroffenen über zahlreiche Medien und über telefonische Ansagedienste zur Verfügung.

Ein weiteres Projekt der PID ist ein Online-Pollentagebuch. Dieses ermöglicht eine europaweite Erfassung von Patientensymptomen in Verbindung mit der Stärke des regionalen Pollenflugs. Eine bisher noch ungeklärte Frage betrifft die Bestimmung sogenannter Schwellenwerte bei Pollenallergikern. Das ist die Zahl an Pollen in der Luft, die bei Patienten mit Heuschnupfen oder Pollenasthma allergische Beschwerden auslösen. Dieser Schwellenwert ist von Patient zu Patient verschieden, da die Empfindlichkeit der Schleimhäute von Nase, Augen und Lunge unterschiedlich ausgeprägt und von verschiedenen Faktoren wie beispielsweise Atemwegsinfekten, Stäuben am Arbeitsplatz und Medikamenten beeinflusst wird.

Das neue online-Tagebuch ermöglicht Menschen mit Heuschnupfen, ihre aktuellen Beschwerden mit den Werten der Pollenaktivität von Orten, an denen sie sich gerade aufhalten, zu verbinden. Die Ergebnisse geben Aufschluss über den persönlichen Grund einer Verschlechterung oder Verbesserung der Symptome, beispielsweise im Urlaub oder auf Geschäftsreisen. Durch die Bereitstellung der Pollendaten aus ganz Deutschland in der Europäischen Pollendatenbank (EAN), können Patienten ihre Beschwerden mit dem regionalen Pollenflug in Verbindung bringen – egal, wo in Europa sie sich gerade befinden. Das Tagebuch ist unter der Internetadresse einsehbar. Der PID hofft, dass sich möglichst viele Pollenallergiker an diesem kostenfreien Service beteiligen.

Rund 12 Millionen Menschen in Deutschland sind Pollenallergiker und leiden unter Heuschnupfen. Die Symptome haben Auswirkungen auf das Sozialleben, die schulische Leistungsfähigkeit und die Arbeitsproduktivität der Betroffenen. Eine Ursache für die steigende Zahl von Pollenallergikern wird auch in regionalen Klimaveränderungen mit einer Zunahme der Durchschnittstemperatur vermutet. Die Messungen des Deutschen Wetterdienstes zeigen, dass der größte Anteil der Erwärmung im Herbst und Winter liegt. Dies hat auf den Blühbeginn der Frühblüher einen entscheidenden Einfluss. Die Auswirkungen bestehen vor allem in einer früheren und längeren Pollenflugsaison sowie Veränderungen der Pollenverteilung. Belegen lassen sich die Auswirkungen auch an Veränderungen der Allergenität von Pollen, der Zunahme an Fernflügen von Pollen und dem Auftreten neuer Pollenarten.

Quelle: Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst

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