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Erbgutsequenz legt Basis für Prostatakrebs

17.07.10.

Veränderungen schon im Embryonalstadium sichtbar

Eine Erbgutvariante legt bei Männern die Basis für Prostatakrebs. Allerdings handelt es sich dabei nicht um ein Gen, das die Anleitung zum Bau eines Proteins trägt. Stattdessen liegt die Erbanlage in der sogenannten Genwüste, großen DNS-Abschnitten, die nicht für Eiweiße kodieren und deren Funktion noch weitgehend unbekannt ist. Die Forscher vermuten, dass manche der dortigen DNS-Sequenzen regeln, wann bestimmte Gene ein- oder abgeschaltet werden.

«Es gibt alle möglichen Arten funktioneller DNS-Sequenzen, die eine wichtige biologische Rolle spielen und nicht für ein Protein kodieren», sagt Studienleiter Marcelo Nobrega von der Universität Chicago. «Wir haben alle Gründe zu glauben, dass Mutationen in diesen nicht-kodierenden Sequenzen zu Krankheiten führen oder das Risiko für Krankheiten erhöhen.»

Die Forscher analysierten bestimmte DNS-Bereiche, die früheren Studien zufolge mit der Entstehung von Prostatakrebs in Beziehung stehen. Teile jener DNS-Abschnitte platzierten sie dann auf drei künstlichen Chromosomen, die sie Mäusen einpflanzten. Zwei der drei Chromsomen förderten in der Prostata der Tiere die Expression des Krebsgens MYC, das am Tumorwachstum beteiligt ist.

So schränkten die Forscher den DNS-Abschnitt weiter ein, auf eine Folge von 5.000 Basenpaaren. In diesem Bereich erhöhte schon eine einzelne Punktmutation das Risiko für Prostatakrebs. Offenbar steigert die winzige Veränderung die Aktivität des Onkogens MYC.

Überraschenderweise waren Unterschiede schon im Embryonalstadium sichtbar, wie die Forscher in der Zeitschrift «Genome Research» schreiben. «Die mechanische Verbindung zwischen MYC-Expressionsgrad und Prostata geht dem Krebs möglicherweise lange voraus», sagt Nobrega. «Es könnte das System auf eine Krebserkrankung prägen, die sich dann, abhängig entweder von Sekundärmutationen oder umweltbedingten Schäden, entwickelt oder aber nicht.»

Quelle: «Genome Research», Online-Vorabveröffentlichung

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