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Prostatakrebs ist in Deutschland die häufigste Krebsart des Mannes. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 69 Jahren. Eine gesunde Lebensweise ist die beste Möglichkeit, einer Krebserkrankung der Prostata vorzubeugen. Zusätzlich können Früherkennungsuntersuchungen dazu beitragen, Prostatakrebs in einem möglichst frühen Stadium zu entdecken und somit die Heilungschancen zu erhöhen. Hierüber berichtete die Deutsche Krebshilfe.
Die gesetzlichen Krankenkassen bieten Männern ab 45 Jahren einmal jährlich eine digital-rektale Tastuntersuchung an. Dabei untersucht der Arzt die Genitalien und tastet die Prostata durch den Darm ab. Der Nutzen dieser Untersuchung ist allerdings begrenzt, da mit dieser Methode kleine und ungünstig gelegene Tumoren schwer diagnostizierbar sind. Viele Urologen empfehlen daher zusätzlich die Messung des PSA-Wertes. Dieser Bluttest misst das Prostata-spezifische Antigen (PSA), einen Eiweißstoff, der ausschließlich von der Prostata gebildet wird. Bei gesunden Männern liegt der PSA-Wert zwischen null und vier Nanogramm pro Milliliter. Ein aggressives behandlungspflichtiges Prostatakarzinom zeichnet sich dadurch aus, dass es wächst und der PSA-Wert ansteigt. „Erhöhte PSA-Werte deuten jedoch nicht automatisch auf Prostatakrebs hin“, erläutert Prof. Dr. Michael Stöckle, Mitglied im Fachausschuss ‚Krebs-Früherkennung‘ der Deutschen Krebshilfe. „Gutartige Prostatavergrößerungen und Entzündungen der Vorsteherdrüse können ebenso die Ursache für einen Anstieg sein.“
Mit der PSA-gestützten Früherkennung und der anschließenden Therapie des Prostatakarzinoms sind die Ärzte prinzipiell in der Lage, die Sterblichkeit an diesem Tumor zu senken. Dies gilt insbesondere für Männer, die aufgrund ihres Alters noch eine statistische Lebenserwartung von zehn Jahren oder mehr haben. Allerdings gehen die PSA-Untersuchungen auch mit Überdiagnosen und Übertherapien einher, insbesondere bei älteren Betroffenen. Denn nicht jeder früh entdeckte Tumor der Prostata führt ohne frühzeitige Behandlung auch zum Tod des Betroffenen. In bestimmten Situationen kann es ausreichen, die Tumorentwicklung abzuwarten und erst dann eine Therapie einzuleiten, wenn das Wachstum nachweislich fortschreitet. Da das Verhältnis von Nutzen und Schaden der PSA-Wert-Bestimmung noch nicht ausreichend bekannt ist, ist der Test derzeit nicht im gesetzlichen Früherkennungsprogramm enthalten und muss selbst bezahlt werden.
Die Deutsche Krebshilfe empfiehlt, den PSA-Test daher nur im Rahmen einer differenzierten Früherkennungsstrategie durchführen zu lassen. Bei dieser wird ein Basis-PSA-Wert im Alter von 40 Jahren gemessen und danach in regelmäßigen Zeitabständen kontrolliert. „Ich empfehle Männern, sich umfassend über die Prostatakrebs-Früherkennungsmaßnahmen zu informieren und in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt selbst zu entscheiden, ob sie einen PSA-Test nutzen möchten“, betont Stöckle.
Quelle: Krebstherapie und Rehabilitation 2011
17.12.11