Vorsorge ist wichtig – auch für Männer
25.11.07.

Foto: Shutterstock
Viele Männer sind Vorsorgemuffel. Dabei ist die Chance auf Heilung einer Krankheit umso größer, je früher sie erkannt wird. “Ein Teil der Darmkrebstodesfälle in Deutschland etwa könnte verhindert werden, wenn die Betroffenen rechtzeitig zur Vorsorge gingen”, sagt Dr. Katja Matthias, Ärztin beim AOK-Bundesverband. Jedes Jahr sterben in Deutschland rund 30.000 Frauen und Männer an dieser Krebsart. Matthias: “Nehmen Sie deshalb unbedingt regelmäßig die gesetzlichen Früherkennungsuntersuchungen in Anspruch. Praxisgebühren fallen dafür nicht an.”
Todesursache Nummer eins bei Männern sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen: 35.000 versterben pro Jahr an einem Herzinfarkt. Risikofaktoren sind unter anderem Rauchen, Bluthochdruck, Übergewicht und Bewegungsmangel. Gefährlich sind auch Krebserkrankungen: Am häufigsten sterben Männer an Bronchial- und Lungenkrebs, am zweithäufigsten an Darmkrebs.
Alle zwei Jahre Check-up-35
Um weit verbreitete Krankheiten und deren Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen, bieten die gesetzlichen Krankenkassen Versicherten, die das 35. Lebensjahr vollendet haben, alle zwei Jahre den sogenannten Check-up-35 an. “Ziel dieser Untersuchung ist es, vor allem Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechsel-Krankheiten wie Diabetes mellitus rechtzeitig behandeln zu können”, erklärt Matthias. Zunächst befragt der Arzt dabei den Patienten und erstellt ein persönliches Risikoprofil. Zum Check-up-35 gehören auch eine eingehende körperliche Untersuchung sowie eine Laboruntersuchung von Blut- und Urin-Proben. Nach der Auswertung informiert der Arzt den Versicherten über das Ergebnis. Besteht der Verdacht auf eine Erkrankung, veranlasst er eine weiterführende Diagnostik und Therapie.
Zusätzlich gibt es spezielle Vorsorgeangebote für Männer. Ab dem 45. Geburtstag haben sie jährlich Anspruch auf eine Untersuchung zur Früherkennung von Krebserkrankungen. Dabei fragt der Arzt nach dem Befinden und möglichen Störungen des Patienten. Außerdem tastet er die äußeren Geschlechtsorgane, die Prostata und die regionären Lymphknoten ab. “Ab dem Alter von 50 Jahren sollten Sie jedes Jahr die Untersuchung zur Früherkennung von Darmkrebs wahrnehmen”, rät Matthias. Dabei berät der Arzt den Patienten über Möglichkeiten zur Früherkennung dieser Krebsart und untersucht den Enddarm. Außerdem wird ein Test auf verborgenes Blut im Stuhl durchgeführt.
Früherkennung von Darmkrebs
Nach ihrem 55. Geburtstag haben die Versicherten dann die Wahl: Sie können entweder zwei Spiegelungen des Dickdarms (Koloskopien) im Abstand von zehn Jahren wahrnehmen oder alle zwei Jahre den Stuhl auf verborgenes Blut untersuchen lassen. Eine Beratung umfassen die Vorsorgetermine ebenfalls. Matthias: “Es lohnt sich, diese Untersuchungen in Anspruch zu nehmen. Denn die Entstehung von Darmkrebs kann weitgehend verhindert werden, wenn Polypen und Adenome, das sind mögliche Vorstufen von Darmkrebs, im Darm frühzeitig entdeckt und abgetragen werden.”
Ab 2008 Hautkrebs-Screening
Ab Mitte 2008 haben gesetzlich Versicherte zusätzlich Anspruch auf eine Hautkrebs-Früherkennungsuntersuchung ab dem Alter von 35 Jahren. Diese Untersuchung können sie alle zwei Jahre wahrnehmen. Der Gemeinsame Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen (GBA) hat am 15. November 2007 die Einführung eines Hautkrebs-Screenings beschlossen. Der Beschluss des GBA tritt allerdings erst in Kraft, wenn er vom Bundesgesundheitsministerium innerhalb einer Frist von zwei Monaten nicht beanstandet wird.
Gesund leben
Genauso wichtig wie die regelmäßige Wahrnehmung von Vorsorge-Untersuchungen ist eine gesunde Lebensweise. “Ernähren Sie sich ausgewogen und vitaminreich, bewegen Sie sich regelmäßig und gönnen Sie sich Entspannungspausen”, rät Matthias. Eine gesunde Kost besteht aus reichlich Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukten, die viele Ballaststoffe enthalten. Tierische Fette in Form von Fleisch und Wurst sollten dagegen nur wenig gegessen werden. Als Getränke sind Mineralwasser, Kräuter- und Früchtetees empfehlenswert. Matthias rät: “Verzichten Sie unbedingt aufs Rauchen und trinken Sie Alkohol nur in Maßen.”
Quelle: AOK Mediendienst
Curado Newsletter
aktuell . fundiert . patientengerecht
Sachverwandte Themen
- Krebs (379 sachverwandte Artikel),
- Darmkrebs (20 sachverwandte Artikel),
- Hautkrebs (5 sachverwandte Artikel),
- Lungenkrebs (11 sachverwandte Artikel),
- Vorsorge (15 sachverwandte Artikel),
- Vorsorgeuntersuchungen (5 sachverwandte Artikel),
- Diabetes mellitus (17 sachverwandte Artikel),
- Screening (8 sachverwandte Artikel),
- Männer (18 sachverwandte Artikel),
- Prostatakrebs (163 sachverwandte Artikel),
- Krankenkassen (22 sachverwandte Artikel),
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen (8 sachverwandte Artikel),
- rauchen (6 sachverwandte Artikel),
- Übergewicht (6 sachverwandte Artikel),
- Bluthochdruck (1 sachverwandte Artikel),
- Risiko (18 sachverwandte Artikel),
- Bewegung (13 sachverwandte Artikel),
- Sport (18 sachverwandte Artikel),
- Diagnose (70 sachverwandte Artikel),
- Ernährung (48 sachverwandte Artikel),
- Lebensweise (2 sachverwandte Artikel),
- Alkohol (7 sachverwandte Artikel),
- Themenübersicht
Weitere Artikel
- 01.07.10: Patienten sollen zeitnah profitieren: Urologen ...
- 26.04.10: Prostatakrebs: familiäres Risiko berechnet
- 24.01.10: Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 ...
- 15.08.09: Mannhafter Entschluss
- 11.08.09: Studie belegt: Nutzen der Krebsfrüherkennung ...
- 14.06.09: Martini-Klinik am UKE erforscht das Potential ...
- 06.06.09: Prostatakarzinom: Radiologie in allen Phasen ...
- 25.04.09: Entscheidungshilfe zu PSA-Test im Internet
- 20.03.09: Viele Labortests in Kliniken sind überflü ...
- 20.02.09: Urologen äußern sich skeptisch über neuen ...
- 19.02.09: Neuer Marker zur Diagnose von Prostatakrebs
- 12.02.09: Vorsorgeuntersuchungen werden zu wenig ...
- 21.11.08: ASS senkt PSA-Wert
- 10.08.08: DEGUM: Schonender Ultraschall statt gefä ...
- 16.06.08: Verräterische Gene in der Prostata
- 30.05.08: Low-Risk-Prostatakarzinome entwickeln sich nur ...
- 30.05.08: Kostenloses PSA-Screening scheint effektiv
- 03.03.08: Prostatakarzinom früh erkennen
- 18.01.08: Peptid-Chips für eine bessere Krebsdiagnostik
- 02.01.08: Vier Punkte zur Diagnose und Therapie bei ...
- 08.11.07: Die Therapie von Prostatakrebs ist ein ...
- 04.09.07: Schlüsselthemen für den Prostate Awareness ...
- 29.08.07: Zwei Untersuchungen, ein Gerät
- 08.08.07: Prostatakrebs: Warnung vor kostspieligen ...
- 03.08.07: Mit PET/CT selbst kleinste Tumoren präzise ...
- 03.08.07: Prostatakrebs-Früherkennung: Urologen ...
- 14.06.07: "Genetischer Müll" als Ordnungshüter
- 04.06.07: Den Tumor durch seinen "Hunger" enttarnen
- 31.05.07: Manganoxid-Nanopartikel als Kontrastmittel fü ...
- 21.05.07: Molekulare Spürhunde orten kranke Zellen
- 14.02.07: Tumormarker
- 24.01.07: Die gutartige Prostata-Vergrößerung (BPH)
- 17.11.06: Vorsorge regelmäßig wahrnehmen!
- 04.08.06: Pro und Contra PSA-Test
- 14.07.06: Prostatakarzinom: Früherkennung und Diagnose
- 13.07.06: Eine kompetente Anlaufstelle
