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Gesellschaftliche Dimension von Psoriasis wird verkannt

Schuppenflechte lässt Menschen früher sterben. Dermatologen warnen davor, die Psoriasis als kosmetisches Problem zu verharmlosen. Die körperlichen Auswirkungen der Psoriasis seien gleichzusetzen mit denen von Krebs, Arthritis oder chronischen Herzerkrankungen, sagt der Präsident der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, Prof. Thomas Luger. Das berichtet die Deutsche Ärzte Zeitung.

In Deutschland sind etwa zwei Millionen Menschen von der Krankheit betroffen. Politik und Krankenkassen sollten anerkennen, dass es sich bei der Schuppenflechte um eine körperlich und seelisch stark beeinträchtigende Krankheit handele, fordert Prof. Luger.

Weil die Krankheit zu einer Stigmatisierung der Patienten führe, flüchteten fast die Hälfte der Betroffenen in Alkoholismus und Nikotinsucht. In der Folge litten sie etwa an Bluthochdruck und Atherosklerose. Herzinfarkte träten vergleichsweise häufig auf. Psoriatiker stürben sechs Jahre früher als Menschen ohne diese Erkrankung, sagt Prof. Luger. Dies hätten Untersuchungen in den USA gezeigt.

Kein Verständnis bringt Prof. Luger für die zögerliche Haltung der Gesundheitspolitik auf, diesen Patienten eine adäquate Therapie zukommen zu lassen. Bei einem Drittel der Patienten verlaufe die Krankheit so schwer, dass eine reine Salbenbehandlung nicht infrage komme. Prof. Luger fordert die Krankenkassen auf, die Kosten für moderne Therapien zu übernehmen, ohne Erstattungshürden aufzubauen. Mehrere neue Medikamente würden derzeit erprobt.

Quelle: Allergikus 2/2012

12.11.12

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