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Sexualität nach Eierstockkrebs

I. d. R. werden bei Eierstockkrebs nicht nur die Eierstöcke, sondern auch die Eileiter und die Gebärmutter entfernt. Liegen weitere Tumoren im Bauchraum vor, müssen dann darüber hinaus u. U. weitere Organe oder Teile von Organen entnommen werden. Eine solche Operation wird dann als große Beckenoperation bezeichnet.

Doch nicht nur diese große Operation geht mit weitreichenden Folgen für die Patientin einher. Bereits die Entfernung von Eierstöcken, Eileitern und Gebärmutter ist für Betroffene eine einschneidende Veränderung, die dauerhaft eine körperliche Veränderung mit sich bringt. Denn das weibliche Geschlechtshormon Östrogen wird vorwiegend in den Eierstöcken produziert. Es ist u. a. verantwortlich für die Monatsblutung. Mit der Entfernung dieses Organs nimmt das weibliche Hormon im Körper deutlich ab, die Folge: Die Frauen kommen in die Wechseljahre.

Das mittlere Erkrankungsalter für Eierstockkrebs liegt zwar bei 69 Jahren, doch trotzdem können auch jüngere Frauen betroffen sein. Vor allem dann, wenn es in ihrer Familie eine genetische Veranlagung von Brust- und Eierstockkrebs gibt. Für sie bedeutet dies dann in den meisten Fällen, dass eine Schwangerschaft nicht mehr möglich ist.

Schleimhäute sind trocken

Hinzu kommen die für die Wechseljahre typischen Beschwerden, wie etwa Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen, aber auch Schlaflosigkeit oder trockene Schleimhäute im Bereich der Scheide. Diese Symptome im Zusammenhang mit einer Krebserkrankung haben dann häufig zur Folge, dass auch die sexuelle Lust nachlässt, was sich wiederum auf die Partnerschaft auswirken kann.

Die körperlichen Beschwerden, wie etwa eine zu trockene Scheide, können mit Cremes oder Gelen behandelt werden. Wenn das Tumorwachstum durch Hormone beschleunigt wird, sollten Produkte ohne Hormone verwendet werden. Auch der Einsatz von Medikamenten ist u. U. denkbar, um so die Feuchtigkeit in der Scheide zu erhöhen und zu verhindern, dass das Eindringen des Penis Schmerzen verursacht. Welche Therapie zur Linderung der Beschwerden infrage kommt, sollten Patientinnen mit dem behandelnden Arzt besprechen.

Negative Auswirkungen auf das Sexualleben kann auch ein künstlicher Ausgang für Harn oder Stuhl haben. Ist der Eierstockkrebs weit vorangeschritten, kann es notwendig werden, dass die Blase und große Teile des Darms entfernt werden müssen. Für Betroffene ist dies nicht nur körperlich, sondern auch seelisch ein großer Eingriff. Denn damit geht durch das Tragen des Stomas auch optisch eine große Veränderung einher. Hinzu kommt die Angst, dass der Partner den künstlichen Ausgang abstoßend finden könnte.

Geschlechtsverkehr mit Stoma

Doch grundsätzlich ist ein künstlicher Ausgang für Harn (Urostoma) oder Stuhl (Kolostoma) kein Hindernis für Geschlechtsverkehr. Allgemein ist es ratsam, davor das Stoma (egal ob Harn oder Stuhl) zu entleeren. So müssen Betroffene keine Angst haben, dass während des intimen Zusammenseins etwas austreten könnten, was generell unwahrscheinlich ist.

Wichtig ist, mit der abnehmenden sexuellen Lust, einer trockenen Scheide oder auch Schamgefühlen aufgrund eines künstlichen Ausgangs offen umzugehen und dies mit dem Partner auch zu besprechen, sich u. U. auch Hilfe bei Krebsberatungsstellen oder Psychoonkologen zu holen. So können beide Partner herausfinden, wie sie trotz aller Schwierigkeiten Intimität weiter zufriedenstellend für beide Seiten erleben können.

Behandlung bei Eierstockkrebs

Bei Eierstockkrebs wird der Tumor/werden die Tumoren zunächst operativ entfernt. Dabei versuchen Mediziner immer, möglichst alle Tumoren aus dem Bauchraum zu entnehmen. Anschließend folgt i. d. R. eine Chemotherapie, mit der nicht sichtbare Tumorzellen oder jene, die nicht entfernt werden konnten, zerstört werden sollen.

In Ausnahmefällen ist es möglich, Gebärmutter und Teile der Eierstöcke im Körper zu belassen, wenn die betroffene Frau noch schwanger werden möchte. Ob dies möglich ist, hängt vor allem vom Stadium ab, in dem die Krankheit diagnostiziert wurde. Nur in einem sehr frühen Stadium ist der Erhalt der Fruchtbarkeit eine Option.

Quelle: Leben? Leben! 4/2017

19.02.18

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