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COPD und Schlafapnoe

COPD geht häufig mit Schlafstörungen einher. Fühlen sich Patienten mit COPD nach dem Schlaf nicht erholt, sind von Tagesmüdigkeit betroffen oder fallen sogar zeitweise in Sekundenschlaf, könnte ein sog. obstruktives Schlafapnoesyndrom, kurz Schlafapnoe, die Ursache sein.

Bei der Schlafapnoe kommt es während des Schlafs zu längeren Atemaussetzern, die die Sauerstoffversorgung des Körpers gefährden. Das wiederum führt zu kurzen Aufwachreaktionen, sog. Arousals, die die Betroffenen i. d. R. nicht wahrnehmen, die jedoch dazu führen, dass der Schlaf nicht länger erholsam ist. In den meisten Fällen geht die Schlafapnoe mit lautem Schnarchen einher, das von den Atemaussetzern unterbrochen wird. Für Menschen mit COPD, die ohnehin eine eingeschränkte Lungenfunktion aufweisen, ist eine gleichzeitige Schlafapnoe nicht nur wegen der weiter verschlechterten Sauerstoffversorgung kritisch, auch die Zahl der Exazerbationen, also die Verschlechterung der COPD, steigt an. Ein wesentlicher Grund: Während des Schlafs gelangen wegen des Schnarchens und der damit verbundenen Luftzirkulation leichter Krankheitserreger in die unteren Atemwege, die die Lungenfunktion beeinträchtigen. Besteht der Verdacht auf eine zusätzliche Schlafapnoe, sollten COPD-Patienten daher unbedingt den Arzt aufsuchen. Denn wird die Schlafapnoe nicht behandelt, verschlechtert sich i. d. R. der Allgemeinzustand der von COPD Betroffenen.

Wie macht sich Schlafapnoe bemerkbar?

Eine Schlafapnoe äußert sich vor allem durch eine anhaltende Tagesmüdigkeit, Konzentrationsstörungen und oft auch durch lautes Schnarchen, gefolgt von Atemaussetzern. Oft machen ihre Lebenspartner die von COPD Betroffenen auf die nächtlichen Atemaussetzer aufmerksam. Zu den weiteren Symptomen einer Schlafapnoe können starkes nächtliches Schwitzen und Mundtrockenheit nach dem Aufstehen gehören, u. U. außerdem depressive Verstimmungen aufgrund der anhaltenden Müdigkeit sowie körperliche Probleme (z. B. sexuelle Unlust), die zunächst nicht auf die Müdigkeit oder die COPD zurückgeführt werden.

Schlafapnoe hat nicht nur negative Auswirkungen auf die COPD, sie beeinträchtigt auch das Herz-Kreislauf-System. So gehört zu ihren Folgen u. U. Bluthochdruck, sie begünstigt die Entstehung einer Herzschwäche oder eines Herzinfarkts. Weitere Beschwerden, z. B. von Magen und Darm, werden ebenfalls mit ihr in Verbindung gebracht.

Diagnosestellung

COPD-Patienten, die stark schnarchen und sich tagsüber oft müde fühlen, sollten dies ihrem behandelnden Lungenfacharzt bei ihrem nächsten Besuch mitteilen. Dieser wird bei Verdacht auf eine Schlafapnoe ein Gerät mitgeben, das mithilfe von Sonden u. a. den Strom der Atemluft, Atemgeräusche, die Sauerstoffsättigung des Blutes, aber auch die Atembewegungen und den Puls während des Schlafs aufzeichnet. Damit kann oft bereits festgestellt werden, ob eine Schlafapnoe wahrscheinlich ist. Erhärtet sich der Verdacht, folgt in vielen Fällen eine sog. Polysomnografie, eine Untersuchung des Schlafs im schlafmedizinischen Labor. Mit ihrer Hilfe wird die Schwere der Schlafapnoe ermittelt und u. U. bereits eine Behandlung eingeleitet.

Behandlung

Um die möglichen Folgen einer Schlafapnoe einzudämmen, ist eine Behandlung unerlässlich. Die empfohlene Therapie ist eine sog. nasale Überdruckbeatmung (nCPAP). Der Patient erhält ein Beatmungsgerät und eine Schlafmaske, die die Nase bedeckt und die er nachts aufsetzt. Das Gerät bläst mit Überdruck Luft in die Atemwege, um sie offen zu halten. Dies dämmt das Schnarchen ein, die Atemaussetzer und die negativen Auswirkungen auf die unteren Atemwege entfallen und die Betroffenen können wieder erholsam schlafen. Eine Studie ergab, dass sich die Sterberate von COPD-Patienten mit Schlafapnoe, die ein nCPAP-Gerät nutzten, über einen durchschnittlichen Zeitraum von 9,4 Jahren um die Hälfte gegenüber den Patienten verringerte, die kein Überdruckbeatmungsgerät einsetzten.

Die Überdruckbeatmung ist zwar die Behandlung mit den besten Erfolgen, allerdings kommen manche Patienten nicht mit ihr zurecht. Für diese Fälle gibt es eine Vielzahl anderer Behandlungsmöglichkeiten. Z. B. kann der Arzt bei leichter bis mittelschwerer Schlafapnoe eine Unterkieferprotrusionsschiene anpassen, die nachts getragen wird und die Atemwege offen hält. Auch verschiedene operative Verfahren kommen u. U. infrage. Letztere stellen jedoch immer eine gewisse körperliche Belastung dar. COPD-Patienten sollten der nCPAP-Behandlung in jedem Fall eine Chance geben, bevor sie sich für eine Operation entscheiden.

Quelle: allergikus 2/2017

16.10.17

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