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Nachtblindheit

Was ist Nachtblindheit?

Unter Nachtblindheit versteht man die mangelhafte oder fehlende Anpassung (Adaption) der Augen an die Dämmerung und die Dunkelheit. In der Medizin wird Nachtblindheit auch als Hemeralopie (von griechisch „Tag“ und „Auge“) oder Nyktalopie (von griechisch „Nacht“ und „Auge“) bezeichnet.

Ein gesundes Auge passt sich mit einer Zeitverzögerung von ein paar Sekunden selbstständig an sich ändernde Lichtverhältnisse an. Wer aus strahlendem Sonnenschein in einen dunkleren Raum tritt, hat zunächst Schwierigkeiten, etwas zu erkennen und sich zu orientieren. Doch innerhalb von einigen Sekunden gewöhnt sich das Auge an die geänderten Lichtverhältnisse. Nach ungefähr fünfzehn Minuten hat sich das Auge vollständig an die geänderten Lichtbedingungen angepasst und man kann nach und nach seine Umgebung klar erkennen. Auch umgekehrt dauert es eine Zeit lang, wenn man aus einem Gebäude heraustritt und vom hellen Sonnenschein geblendet wird, bis sich das Auge nicht mehr geblendet fühlt. Bei einer Nachtblindheit ist die Dunkeladaption gestört. Die von Nachtblindheit Betroffenen können auch nach längerer Anpassungszeit nichts oder lediglich Umrisse ihrer Umgebung erkennen.

Wie funktioniert das Auge bei einer Nachtblindheit?

Das Auge ist ein komplexes Organ, das im Zusammenspiel mit einer ganzen Reihe von beteiligten Bestandteilen des Auges das Sehen erst ermöglicht. Die Netzhaut (Retina) ist eine lichtempfindliche Innenhaut des Auges, in der verschiedene Rezeptoren sitzen, die lichtempfindlich sind. Diese Rezeptoren dienen der Wahrnehmung des Lichts und der Farben. Sie sind darüber hinaus mit der Pupille für die Anpassung des Auges an die herrschenden Lichtverhältnisse verantwortlich. Für das Schwarz-weiß-Sehen sind die Stäbchen zuständig. Sie reagieren sehr empfindlich auf Licht und befinden sich am Rande der Netzhaut.

Im Zentrum der Netzhaut sorgen die Zapfen für das Wahrnehmen der verschiedenen Farben. Sie sind weniger lichtempfindlich als die Stäbchen. Mit ihrer Hilfe können wir auch kleinste Unterschiede erkennen. Die Rezeptoren nehmen das ins Auge einfallende Licht wahr und senden über elektrische Impulse Signale an das Gehirn, das seinerseits die Anpassung des Auges an die Umgebung reguliert. Nachts und in der Dämmerung lässt die Leistungsfähigkeit der Zapfen-Rezeptoren allerdings nach. Daher können wir nachts und in der Dunkelheit auch ohne an Nachtblindheit zu leiden Farben nur eingeschränkt oder gar nicht erkennen.

Abgesehen von dieser natürlichen Einschränkung des Seh- und Farberkennungsvermögens bei einem gesunden Auge, ist bei einer Nachtblindheit die Adaptionsfähigkeit des Auges an die dunkleren Lichtverhältnisse gestört. Der von einer Nachtblindheit Betroffene kann in der Dämmerung oder Dunkelheit kaum etwas oder gar nichts sehen. Die Dunkelanpassung des Auges ist bei Nachtblindheit gestört. Mit zunehmender Dämmerung wird bei einer Nachtblindheit die Sehfähigkeit des Auges schlechter und kann bis hin zur Blindheit des Betroffenen in der Dunkelheit reichen.

Folgen einer Nachtblindheit

Für die von einer Nachtblindheit Betroffenen ergeben sich wesentliche Einschränkungen durch ihre Unfähigkeit, im Dunkeln und der Dämmerung zu sehen. Da die von Nachtblindheit Betroffenen in der Dämmerung oder Dunkelheit kaum etwas oder gar nichts sehen, also ggf. blind sind, ist es schwierig für sie, sich nachts oder in abgedunkelten Räumen zu orientieren. Bei geringer Beleuchtung können von Nachtblindheit betroffene Menschen oftmals nur Umrisse erkennen, während ein gesundes Auge noch eine relativ gute Sehschärfe besitzt. Auch die Teilnahme am Straßenverkehr ist für Menschen, die von einer Nachtblindheit betroffen sind, nur mit großen Einschränkungen möglich.

Womit Nachtblindheit oft verwechselt wird

Eine echte Nachtblindheit ist ein recht selten auftretendes Phänomen. Viele verwechseln die in der Dämmerung und in der Dunkelheit auftretenden, natürlichen Schwierigkeiten sich zu orientieren mit Nachtblindheit. Doch dabei handelt es sich meist um einen natürlichen Prozess und bedeutet keine Nachtblindheit, da das Auge bis zu fünfzehn Minuten benötigt, um sich an eine dunklere Umgebung anzupassen. Jeder, der schon einmal aus dem Tageslicht in einen dunkleren Raum gekommen ist, kennt das Phänomen, dass er zunächst nichts sieht. Dieses Phänomen charakterisiert noch keine Nachtblindheit. Denn nach und nach sind immer mehr Details zu erkennen, bis man schließlich nach einer Viertelstunde, wenn sich das Auge an die Beleuchtung gewöhnt hat, alles klar und deutlich erkennen, Farben unterscheiden und sich ohne Probleme im Raum orientieren kann. Bei einer echten Nachtblindheit sind die Betroffenen im Dunkeln tatsächlich blind.

Pia-Susan Berger-Bügel

14.11.12

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