- Anzeige -
Curado.de Logo

Sie sind hier: Startseite - Krankheiten - Allergien - Allergie - Entstehung - Schadstoffe in der Luft erhöhen Allergierisiko

Schadstoffe in der Luft erhöhen Allergierisiko

Langlebige reaktive Zwischenformen des Sauerstoffs, die sich an Partikeln in der Luft bilden, könnten der Grund für zunehmende Allergien sein. Das haben Untersuchungen des Max-Planck-Instituts für Chemie ergeben.

- Anzeige -

Wie giftige und allergieauslösende Stoffe in der Luft entstehen, wird dank neuer Erkenntnisse von Forschern aus Deutschland und der Schweiz nun klarer. Auf der Oberfläche von Aerosol-Partikeln (Aerosol = Gemisch aus Gas und Schwebeteilchen) haben sie erstmals langlebige reaktive Sauerstoff-Zwischenformen nachgewiesen.

Diese Formen überleben dort mehr als 100 Sekunden lang und reagieren in dieser Zeit mit anderen Luftschadstoffen wie Stickoxiden. Chemisch werden die Schwebeteilchen dabei oxidiert und nitriert. Dieser Prozess, so die Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts in Mainz und des Paul-Scherrer-Instituts in der Schweiz, macht Rußpartikel toxischer und erhöht das Potenzial von Pollen, Allergien auszulösen.

Wissenschaftler vermuteten bereits seit Jahren, dass solche Zwischenformen existieren. Sie gingen aber bislang davon aus, dass diese in Sekundenbruchteilen wieder verschwinden und daher kaum Auswirkungen auf die chemischen Prozesse in der Atmosphäre haben. Die Zwischenformen des Sauerstoffs entstehen, wenn Ozon mit Feinstaub wie Ruß, polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen oder Pollenproteinen reagiert.

„Wir vermuten, dass die Zunahme der Allergien in Industrieländern genau mit diesen Reaktionen zusammenhängt“, so Ulrich Pöschl, Leiter der Aerosol-Forschungsgruppe am Mainzer Max-Planck-Institut. „Je mehr Ozon und Stickoxide durch Industrie- und Autoabgase entstehen, desto häufiger werden Proteine wie etwa in Birkenpollen nitriert, und das reizt unser Immunsystem.“

Pöschl und seine Kollegen haben laut der Max-Planck-Gesellschaft Hinweise dafür gefunden, dass Proteine, die auf diese Weise chemisch verändert werden, tatsächlich heftigere allergische Reaktionen auslösen können als die unveränderte Form. Wenn sich dieser Verdacht bestätigt, wäre die menschliche Gesundheit durch Abgase stärker gefährdet als bisher vermutet.

Quelle: Allergikus 2/2011

31.07.11

Newsletter An-/Abmeldung

Code: FBLC

- Anzeige -

Kliniken in Ihrer Nähe

Schriftzug Anzeige