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Schilddrüsenunterfunktion

Eine Schilddrüsenunterfunktion wird medizinisch als Hypothyreose bezeichnet. Dabei werden von der Schilddrüse zu wenig Hormone, sogenannte Schilddrüsenhormone, produziert. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion handelt es sich nicht um die ursächliche Krankheit, sondern vielmehr um eine Folge davon. Verschiedene Ursachen können eine Schilddrüsenunterfunktion hervorrufen, zum Beispiel die Hashimoto-Thyreoiditis. Zusammen mit anderen Hormondrüsen des Körpers beeinflusst die Schilddrüse wichtige Stoffwechselprozesse im Körper.

Schilddrüsenunterfunktion: Die Schilddrüse

Die Hauptfunktion der Schilddrüse liegt in der Produktion von Hormonen. Arbeitet die Schilddrüse nicht einwandfrei, kann eine Schilddrüsenunterfunktion entstehen. Das schmetterlingsförmige Organ befindet sich im Bereich des Halses, genauer gesagt unterhalb des Schildknorpels des Kehlkopfes vor der Luftröhre. Bedingt durch die Schmetterlingsform können drei Regionen unterschieden werden, ein rechter und ein linker Lappen sowie der sie verbindende schmale Streifen, der sogenannte Isthmus.

Das Gewicht einer gesunden Schilddrüse beträgt etwa 18 bis 60 Gramm. Bei Frauen hat sie ein Volumen von bis zu 18 Millilitern, bei Männern ist dieses mit bis zu 25 Millilitern etwas größer. Gewicht und Größe sind beide natürlichen individuellen Schwankungen unterlegen. Das Gewebe der Schilddrüse besteht aus kleinen Bläschen, die als Schilddrüsenfollikel bezeichnet werden. Im Inneren eines Follikels wird das Protein Thyreoglobulin, eine Vorstufe der Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Tetrajodthyronin oder Thyroxin), gespeichert. Es bildet eine Masse, das Kolloid. Ausgekleidet ist ein jeder Follikel von einer speziellen Zellschicht, dem Follikelepithel.

Die Funktion der Schilddrüse liegt in der Produktion wichtiger Hormone, die den Stoffwechsel regulieren. Ist diese Funktion gestört, kann es zur Schilddrüsenunterfunktion kommen. Die Hormone sind T3, T4 und Calcitonin. Calcitonin spielt eine Rolle im Kalziumstoffwechsel und wirkt als Antagonist zum Parathormon. T3 und T4 sind Teil des sogenannten thyreotropen Regelkreises. Dabei wird die Produktion dieser beiden Hormone durch den Hypothalamus und die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) reguliert.

Der Hypothalamus bildet TRH (Thyreotropin freisetzendes Hormon), welches in der Hypophyse die Produktion des Hormons TSH (Thyreoidea stimulierendes Hormon) bewirkt. Die Freisetzung von TSH hat eine verstärkte Produktion von T3 und T4 in der Schilddrüse zur Folge. Durch entsprechend hohe Konzentrationen dieser beiden Hormone wird die Produktion von TSH wiederum gehemmt, sodass der Hormonspiegel von T3 und T4 einer konsequenten Regulation und Anpassung unterliegt. Sollte dieser Mechanismus allerdings gestört sein, kann es zur Schilddrüsenunterfunktion kommen.

Schilddrüsenunterfunktion: Die Schilddrüsenhormone T3 und T4

Bei den Hormonen T3 und T4 handelt es sich um bestimmte Jodverbindungen. Da sie von den Follikelepithelzellen gebildet werden, ist die Schilddrüse auf das Vorhandensein einer ausreichenden Menge Jod angewiesen. Die Schilddrüsenhormone bewirken, wenn sie ausgeschüttet werden und zu ihren Zielzellen gelangen, eine Steigerung der Herzfrequenz, eine Erhöhung des Blutdrucks und eine Erweiterung von Gefäßen. Sie verstärken den Umsatz des Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsels, die Darmmotorik und die Produktivität der Talg- und Schweißdrüsen. Im Nervensystem verstärken Schilddrüsenhormone die Erregbarkeit der Zellen. Die Wirkung an den Zielzellen entsteht, weil T3 oder T4 an Rezeptoren binden, die sich dort befinden. T3 ist in der Zielzelle um ein Vielfaches wirksamer als das vermehrt gebildete T4, T4 kann aber von einigen Zellen zu T3 umgewandelt werden.

Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion

Da die Schilddrüse den Stoffwechsel des Menschen steuert, funktioniert dieser bei einer Schilddrüsenunterfunktion nur verlangsamt. Dadurch kann eine Vielzahl verschiedener Symptome der Schilddrüsenunterfunktion auftreten, wobei nicht alle in Erscheinung treten müssen und die Beschwerden individuell unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Erstes Anzeichen einer Schilddrüsenunterfunktion ist häufig ein Gefühl einer Ermüdung und Schwäche. Zu den äußerlich sichtbaren Symptomen einer Schilddrüsenunterfunktion, die im weiteren Verlauf der Krankheit auftreten können, zählen z. B. ein geschwollenes Gesicht mit einer Vergrößerung der Zunge und einer Verdickung der Lippen. Des Weiteren kann es bei einer Schilddrüsenunterfunktion zu Schwellungen um den Augen, die die Augen verengen, kommen. Weitere mögliche Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion könnten Trockenheit und Rauhigkeit der Haut, auch mit gelblichen Verfärbungen sein. Spröde, glanzlose Haare, Haarausfall und Kropfbildung (Vergrößerung der Schilddrüse, medizinisch als Struma bezeichnet) können weitere mögliche Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion sein.

Des Weiteren kommt es häufig durch den verlangsamten Stoffwechsel bedingt durch die Schilddrüsenunterfunktion zu einer Gewichtszunahme, ohne dass die Essgewohnheiten verändert wurden. Es können durch die verringerte Darmmotorik Verstopfungen (Obstipationen) auftreten. Durch die Wirkung auf Herz und Kreislauf sind eine verlangsamte Herzfrequenz und ein erniedrigter Blutdruck in Zusammenhang mit einer Schilddrüsenunterfunktion keine Seltenheit. Da die Schilddrüsenhormone sich zudem auf die Erregbarkeit von Nervenzellen auswirken, leiden manche Betroffene einer Schilddrüsenunterfunktion unter Missempfindungen in der Haut und verlangsamten Reflexen.

Häufigkeit einer Schilddrüsenunterfunktion

Die Schilddrüsenunterfunktion ist zwischen den Geschlechtern ungleich verteilt, sie betrifft Frauen deutlich häufiger als Männer. Etwa 2 % der Frauen in Deutschland leiden unter einer Schilddrüsenunterfunktion, bei den Männern sind es nur 0,1 %. Am häufigsten wird die Schilddrüsenunterfunktion zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr diagnostiziert. Generell steigt die Erkrankungsrate bei Schilddrüsenunterfunktion mit zunehmendem Lebensalter. Von 3.000 bis 4.000 Neugeborenen leidet einer unter einer Schilddrüsenunterfunktion, wobei Mädchen doppelt so häufig betroffen sind wie Jungen.

Lydia Köper

12.07.12

Schilddrüsenunterfunktion
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