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Diagnose einer Schilddrüsenunterfunktion

Wie auch bei der Diagnose anderer Erkrankungen erfolgt bei einem Verdacht auf eine Schilddrüsenunterfunktion zunächst die Anamnese, die Erhebung der Krankengeschichte. Sie dient dazu, dem Arzt die aufgetretenen Symptome zu schildern und zu erklären, seit wann, in welcher Häufigkeit und Intensität sie auftreten. Im Anschluss erfolgt eine körperliche Untersuchung bei Verdacht auf eine Schilddrüsenunterfunktion, bei der der Arzt insbesondere auf das Auftreten von äußerlich sichtbaren oder tastbaren Symptomen einer möglichen Schilddrüsenunterfunktion achten wird, beispielsweise auf eine Vergrößerung der Schilddrüse, die sogenannte Kropfbildung. Nach dieser allgemeinen Untersuchung kommen dann spezielle Verfahren bei einer Diagnose einer möglichen Schilddrüsenunterfunktion zum Einsatz. Welche diese im individuellen Fall genau sind und in welcher Reihenfolge sie durchgeführt werden, entscheidet der untersuchende Arzt.

Diagnose einer Schilddrüsenunterfunktion: Labormedizinische Untersuchungen

Zu den diagnostischen Verfahren, die bei einem Verdacht auf eine Schilddrüsenunterfunktion in der Regel eingesetzt werden, zählen labormedizinische Untersuchungen. Dazu wird den Patienten Blut aus der Armvene entnommen, welches dann im Labor auf verschiedene Hormonwerte analysiert wird.

Einer der Parameter, der wichtig im Hinblick auf die Diagnose einer Schilddrüsenunterfunktion ist, ist der TSH (Thyreoidea stimulierendes Hormon) -Wert. Ist er erhöht, ist dies ein starker Hinweis auf eine Schilddrüsenunterfunktion. Vorsicht ist geboten, wenn von den Patienten bestimmte Medikamente wie Acetylsalicylsäure oder Kortison eingenommen werden, da diese die TSH-Werte verfälschen können. Selbst bei Neugeborenen kann anhand des TSH-Wertes bereits eine Fehlfunktion der Schilddrüse und somit eine mögliche Schilddrüsenunterfunktion nachgewiesen werden. Dazu werden beim sogenannten Neugeborenen-Screening zwischen dem dritten und fünften Lebenstag einige Tropfen Blut aus der Ferse entnommen, die dann u. a. auf eine mögliche Schilddrüsenunterfunktion hin analysiert werden.

Eine weitere Analyse, die vom Arzt bei Verdacht auf eine Schilddrüsenunterfunktion angeordnet werden kann, ist der TGB (Tyroxinbindende Globulin) -Test. Dabei wird die Bindung der Schilddrüsenhormone an ein Eiweiß, mithilfe dessen sie im Blut transportiert werden, bestimmt. Mit einem solchen TGB-Test lassen sich nicht nur Hinweise auf eine Schilddrüsenunterfunktion, sondern auch auf Lebererkrankungen und einen zu hohen Östrogenspiegel erlangen.

Schließlich wird in der Regel bei einer Diagnose einer möglichen Schilddrüsenunterfunktion auch die Blutkonzentration des Hormons T4 (Tetrajodthyronin oder Thyroxin) bestimmt. Auch hier ist Vorsicht geboten, da der Wert durch verschiedene Medikamente, wie zum Beispiel die Anti-Baby-Pille oder bestimmte Beruhigungsmittel, beeinflusst werden kann. Zusammen mit dem TSH-Wert lässt sich mit der Blutkonzentration von T4 eine Einteilung in die zwei Ausprägungen der Schilddrüsenunterfunktion, nämlich in die latente und die manifeste Form, vornehmen.

Besteht ein Verdacht auf eine Hashimoto-Thyreoiditis, können verschiedene Antikörper im Blut nachgewiesen werden, um eine Diagnose zu stellen. Diese bezeichnet man als Autoantikörper, da sie im Zuge der Autoimmunerkrankung gebildet werden und gegen körpereigene Substanzen gerichtet sind. Bei der Hashimoto-Thyreoiditis können TPO (Thyroidperoxidase)- und Thyreoglobulin-Antikörper im Blut der Betroffenen auftreten.

Diagnose einer Schilddrüsenunterfunktion: Ultraschalluntersuchung

Ein weiteres häufig eingesetztes Diagnose-Verfahren bei Verdacht einer Schilddrüsenunterfunktion ist eine Ultraschalluntersuchung, die sogenannte Sonografie. Sie ist strahlenfrei und schmerzlos, weshalb sie ohne Belastung für den Patienten durchgeführt werden kann. Soll die Schilddrüse untersucht werden, legt sich der Patient auf dem Rücken auf eine Liege, während der Arzt die Halsregion mit dem Ultraschallkopf abtastet. So können Lage, Struktur, Form und Größe der Schilddrüse analysiert werden. Eine solche Ultraschalluntersuchung bei der Diagnose einer möglichen Schilddrüsenunterfunktion erlaubt allerdings nur das Aufspüren solcher äußerlicher Veränderungen des Organs, Rückschlüsse über die Funktionalität können nicht gezogen werden. Dazu müssen bei der Diagnose einer möglichen Schilddrüsenunterfunktion andere Verfahren eingesetzt werden.

Diagnose einer Schilddrüsenunterfunktion: Szintigrafie

Die Szintigrafie ist ein Verfahren, mit dem die Funktionalität der Schilddrüse analysiert werden kann und Aufschlüsse auf eine mögliche Schilddrüsenunterfunktion geben kann. Dazu wird radioaktive Strahlung eingesetzt, die den Körper des Patienten belasten kann. Dennoch ist dieses Verfahren sehr aussagekräftig und hat daher einen hohen Stellenwert bei der Diagnose von Erkrankungen verschiedener Organe und Gewebe und damit einer möglichen Schilddrüsenunterfunktion. Für die Untersuchung der Schilddrüse wird radioaktives Jod oder radioaktives Technetium verabreicht, welches sich nahezu ausschließlich in der Schilddrüse anreichert. Anschließend wird die Radioaktivität des Organs gemessen. So können aktive Bereiche von nicht-aktiven Bereichen unterschieden und ggf. Knoten identifiziert werden. Neben der Funktionsfähigkeit können mit einer Szintigrafie auch die Lage und die Größe der Schilddrüse beurteilt werden.

Diagnose einer Schilddrüsenunterfunktion: Biopsie

Es besteht zudem die Möglichkeit, eine Gewebeprobe aus der Schilddrüse zu entnehmen, also eine sogenannte Biopsie durchzuführen. In der Regel wird dazu die Feinnadelpunktion eingesetzt. Dabei wird eine dünne Nadel in die Schilddrüse eingeführt. Um sicher die gewünschte Stelle zu treffen, wird die Position der Nadel mittels Ultraschall kontrolliert. Durch Unterdruck können dann durch die Nadel Zellen aus der Schilddrüse angesaugt werden. Die Probe wird dann in ein Speziallabor geschickt, in dem eine mikroskopische Analyse der Zellen erfolgt.

Lydia Köper

12.07.12

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