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Entstehung einer Schilddrüsenunterfunktion

Bei der Betrachtung der Entstehung einer Schilddrüsenunterfunktion ist zunächst eine Einteilung in zwei grundlegende Formen, die erworbene und die angeborene Schilddrüsenunterfunktion wichtig. Zudem werden zwei Ausprägungen der Schilddrüsenunterfunktion unterschieden, die subklinische oder latente Hypothyreose und die manifeste Hypothyreose.

Entstehung: Angeborene Schilddrüsenunterfunktion

Die Entstehung der angeborenen Schilddrüsenunterfunktion hat ihre Ursache in der Genetik. Sie kann als eine vererbte Form vorkommen. Die Schilddrüsenunterfunktion kann sich aber auch erst während der Schwangerschaft im Mutterleib ausbilden und ist dann nicht genetisch verursacht – und kann sich in diesem Fall zurückbilden. Menschen, die unter einer vererbten Schilddrüsenfunktion leiden, werden ihr Leben lang von der Krankheit betroffen sein.

Eine solche angeborene Schilddrüsenunterfunktion kann durch verschiedene Fehlfunktionen begründet sein. In manchen Fällen ist die Schilddrüse vorhanden und normal ausgeprägt, produziert aber dennoch zu wenig Schilddrüsenhormone. In anderen Fällen ist die Entstehung einer Schilddrüsenunterfunktion in dem Mangel an Schilddrüsenhormonen durch ein teilweises oder komplettes Fehlen der Schilddrüse begründet, was medizinisch als sogenannte Athyreose bezeichnet wird. Eine weitere Ursache für eine Schilddrüsenunterfunktion kann eine Störung der Jodverwertung im Körper sein, die in einer gestörten Produktion der Hormone T3 und T4 resultiert, die vom Vorhandensein von Jod in der Schilddrüse abhängt.

Zudem treten Fälle von Schilddrüsenunterfunktionen auf, bei denen die eigentliche Krankheitsursache gar nicht in der Schilddrüse selbst begründet ist. Wird von der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) zu wenig TSH (Thyreoidea stimulierendes Hormon) produziert, wirkt sich dies ebenfalls in einem Mangel an Schilddrüsenhormonen aus und die Betroffenen leiden unter der Symptomatik einer Schilddrüsenunterfunktion. Eine weitere Möglichkeit ist, dass es die Zielorgane der Betroffenen sind, die nur schlecht auf die Schilddrüsenhormone ansprechen, zum Beispiel durch eine verminderte Anzahl von Rezeptoren für die Hormone.

Einer angeborenen Schilddrüsenunterfunktion, die sich während der Schwangerschaft entwickelt hat, können ebenfalls verschiedene Ursachen zugrunde liegen. Eine erhöhte oder verminderte Jodaufnahme der werdenden Mutter während der Schwangerschaft kann eine Schilddrüsenunterfunktion beim ungeborenen Kind auslösen. Auch Medikamente zur Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion, sogenannte Thyreostatika, die von der werdenden Mutter eingenommen werden, wirken sich auf die Hormonproduktion der Schilddrüse des Kindes aus. Zudem kann eine Schilddrüsenunterfunktion in Form einer Autoimmunerkrankung, in der das körpereigene Immunsystem die Schilddrüse angreift, während der Schwangerschaft auftreten.

Entstehung: Erworbene Schilddrüsenunterfunktion

Von einer erworbenen Schilddrüsenunterfunktion spricht man, wenn sich diese erst im Laufe des Lebens der Betroffenen entwickelt. Sie kann durch verschiedene Faktoren und Erkrankungen ausgelöst werden. Am Bekanntesten ist die Hashimoto-Thyreoiditis, eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, die in manchen Fällen zunächst eine Schilddrüsenüberfunktion bewirkt, sich aber schließlich in einer Schilddrüsenunterfunktion manifestiert. Aber auch Operationen an der Schilddrüse oder eine Strahlentherapie im Halsbereich können eine Schilddrüsenunterfunktion auslösen. Die ausreichende Versorgung des Körpers mit Jod hat bei der Entstehung der Schilddrüsenunterfunktion ebenfalls einen hohen Stellenwert, da nur durch eine Speicherung entsprechender Jodmengen auch eine normale Produktion der Hormone sichergestellt ist. Auch als Folge einer Schilddrüsenüberfunktion kann eine Schilddrüsenunterfunktion entstehen, nämlich dann, wenn Thyreostatika in zu hoher Konzentration eingesetzt werden. Auch eine Entstehung von Tumoren in der Schilddrüse kann die Hormonproduktion des Organs einschränken.

Ähnlich wie bei der angeborenen Schilddrüsenunterfunktion kann auch bei der erworbenen Form die Ursache der Entstehung der Schilddrüsenunterfunktion nicht in der Schilddrüse selbst, sondern in anderen Organen begründet sein. Man spricht in diesem Fall von einer sekundären Schilddrüsenunterfunktion. Zum einen kann eine geringe Ansprechbarkeit der Zielzellen auf die Schilddrüsenhormone vorliegen, zum anderen kann die Produktion von TSH in der Hypophyse erniedrigt sein.

Neben der Entstehung der primären und der sekundären Schilddrüsenunterfunktion kann auch eine tertiäre Form der Schilddrüsenunterfunktion auftreten. In diesem Fall produziert der Hypothalamus zu wenig TRH (Thyreotropin freisetzendes Hormon), sodass als Folge zu wenig TSH in der Hypophyse und schließlich auch zu wenig T3 (Trijodthyronin) und T4 (Tetrajodthyronin oder Thyroxin) in der Schilddrüse hergestellt und ausgeschüttet werden, was zur Entstehung einer Schilddrüsenunterfunktion führen kann.

Entstehung: Ausprägungen der Schilddrüsenunterfunktion

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion können zwei Ausprägungen unterschieden werden. Wird vom Arzt eine Diagnose gestellt, so wird dabei i. d. R. die Ausprägung der Schilddrüsenunterfunktion angegeben. Unterschieden werden eine subklinische oder latente sowie eine manifeste Schilddrüsenunterfunktion. Von einer subklinischen oder latenten Schilddrüsenunterfunktion wird gesprochen, wenn die Blutkonzentrationen der Schilddrüsenhormone selbst im Normalbereich liegen, aber die Konzentration von TSH erhöht ist. Dadurch wird eine Schilddrüsenunterfunktion angezeigt, der aber durch eine körpereigene Regulation in Form einer vermehrten Produktion und Ausschüttung von TSH in der Hypophyse noch entgegengewirkt werden kann. Von einer manifesten Form wird gesprochen, wenn neben einer Erhöhung der TSH-Konzentration auch die Konzentration des freien Thyroxins im Blut, also von T4, erniedrigt ist. Der Körper versucht also, dem Mangel an Schilddrüsenhormonen durch eine erhöhte TSH-Produktion auszugleichen, die Ursache ist aber so gravierend, dass es dennoch zu einem Hormonmangel kommt.

Lydia Köper

12.07.12

Entstehung
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