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Schlafapnoe

Was ist Schlafapnoe/Schnarchen?

Lautes und besonders unregelmäßiges Schnarchen kann eine durchaus ernste Ursache haben – es kann auf eine schlafbezogene Atmungsstörung, genauer gesagt, auf eine Schlafapnoe (gesprochen Schlafapnö) hinweisen. Die Störung kann zu Atemstillständen führen, die sogar lebensbedrohlich werden können.

Eine Verengung der Atemwege, die den schnarchenden Menschen das Atemholen erschwert, ist eine mögliche Ursache für die typischen Schnarchgeräusche. Die Betroffenen versuchen, durch die verengten Atemwege Luft zu holen. Dann kommt es für bis zu zwei Minuten zu einem Atemstillstand. Die Atemaussetzer führen zu einer verminderten Versorgung mit Sauerstoff.

So sind die Betroffenen im Schlaf einem enormen Stress ausgesetzt: Durch den Sauerstoffmangel ist der Körper ständig im Alarmzustand und schüttet vermehrt Stresshormone wie Kortisol und Adrenalin aus. Der Schlaf wird leichter, man hat kaum noch Tiefschlafphasen.

Doch nicht alle Schnarcher leiden unter dem Schlafapnoe-Syndrom, sicher jedoch die starken Schnarcher. Aber auch Menschen, die nicht schnarchen, können an Schlafapnoe leiden.

Definition von Schlafapnoe

„Apnoe“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „ohne Atmung“. Während des Schlafes kommt es zu Atemaussetzern. Dauern die Atemaussetzer länger als 10 Sekunden, spricht man von einer Schlafapnoe. In einer Schlafstunde kann die Atmung mehr als fünfmal aussetzen.

Jeder Mensch hat während der Nacht mehrere Atemaussetzer. Diese Atempausen treten z.B. während des Einschlafens oder im REM-Schlaf (Rapid Eye Movement-Schlaf, d.h. Traumschlaf) auf. Auch bis zu fünf Atemaussetzer pro Stunde sind nach Deutschlands Patientenorganisation Schlafapnoe e. V. noch im Normbereich.

Häufigkeit von Schlafapnoe

In jedem Lebensalter gibt es charakteristische Schlafstörungen. Bei Männern mittleren Alters und bei Frauen in den Wechseljahren spielt das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom, bei dem die Atemwege verschlossen sind, eine große Rolle.

Jeder Vierte Erwachsene leidet nach dem Robert Koch-Institut unter Schlafstoerungen. Jeder Zehnte gibt in Umfragen seinen Schlaf als nicht erholsam an. Mehr oder weniger unzufrieden mit ihrem Schlaf waren in repräsentativen Telefonumfragen in Deutschland dem Robert-Koch-Institut zufolge 8.2 % der Frauen und 5.2 % der Männer. Mit steigendem Alter nahm die Unzufriedenheit mit dem Schlaf zu. Bei 65- bis 74-Jährigen war die größte Unzufriedenheit zu verzeichnen.

Die Schlafapnoe ist nach dem Landesverband Schlafapnoe Thüringen die häufigste schlafbezogene Atemstörung und ähnlich weit verbreitet wie die chronische Bronchitis oder Diabetes mellitus. Über sechs Millionen Betroffene sind demnach zu verzeichnen. Diagnostiziert und in therapeutischer Behandlung sind lediglich 5% der sechs Millionen Betroffenen. Bis zu rund 600-mal und mehr in einer Nacht können dem Landesverband Schlafapnoe Thüringen zufolge die Schlafapnoe begleitende Atemstillstände auftreten.

Vom obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom mit einem Verschluss der Atemwege ist mindestens 1 % der Gesamtbevölkerung betroffen, so ist den Leitlinien für Ärzte „Nicht erholsamer Schlaf“ zu entnehmen. Überwiegend leidet die Altersgruppe der 40-65-jährigen Deutschen an obstruktiver Schlafapnoe. Menschen mit krankhaftem Übergewicht (Adipositas) und arteriellem Bluthochdruck (Hypertonie) sind demnach besonders betroffen.

Formen der Schlafapnoe

Man unterscheidet drei Formen des Schlafapnoe-Syndroms:
1. Die obstruktive Schlafapnoe
2. Die zentrale Schlafapnoe
3. Gemischte Form von zentraler und obstruktiver Schlafapnoe

Obstruktive Schlafapnoe

Bei dem obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom (abgekürzt: OSAS) handelt es sich um die häufigste Form der Schlafapnoen. Laute Schnarchgeräusche charakterisieren die obstruktive Schlafapnoe, begleitet von Atemstillständen, die durch einen Verschluss der oberen Atemwege ausgelöst wird. Während des Schlafs erschlafft die Rachenmuskulatur, weshalb der Zungengrund nach hinten fällt. Die oberen Atemwege sind infolge dessen verstopft und der Schlafende kann nicht mehr richtig atmen.

Die Verringerung des Atemvolumens, wie sie bei nur teilweisem Ausfall der Atmung durch einen Kollaps der oberen Luftröhre erfolgt – in medizinischen Fachkreisen als Hypopnoe bezeichnet –, und insbesondere das komplette Ausbleiben der Atmung führen zu einem Sauerstoffmangel. Der CO2-Gehalt im Blut steigt an. Alarmiert durch den zu geringen Sauerstoffgehalt, wacht der Schlafende dabei kurz auf. Anschließend folgen mehrere tiefe Atemzüge. Mediziner bezeichnen dieses Aufwachen als „Arousal“. Diese Weckreaktion ist lebensnotwendig.

Während der Atemstillstände gerät der Körper regelrecht unter Stress: Um den Körper mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen, dessen Gehalt im Blut durch die Atemaussetzer rapide abgenommen hat, erhöht das Herz seine Leistung. Auch der Blutdruck steigt, manchmal kommt es zu Herzrhythmusstörungen. Atemaussetzer können zehn Sekunden bis zwei Minuten dauern.

Zentrale Schlafapnoe

Von einer zentralen Schlafapnoe spricht man, wenn das Gehirn das Aussetzen der Atmung veranlasst. Die Atemwege bleiben geöffnet, die Bewegung der Atemmuskeln von Brust und Zwerchfell erfolgt jedoch nicht in ausreichendem Maße.

Infolge der ausbleibenden Atmung sinkt der Sauerstoffgehalt des Blutes ebenfalls – das Gehirn weckt den Betroffenen. Die zentrale Schlafapnoe ist meist harmlos. Eine Zahl von zentralen Atemaussetzern, die mehr als 10 Sekunden dauern, ist nach den ärztlichen Leitlinien nicht bekannt.

Bis auf das Schnarchen sind die Beschwerden und Symptome ähnlich denen des obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms. Vor allem ältere Menschen über 60 Jahre sind von dieser Form der Schlafapnoe betroffen. Meist muss die eher seltene, zentrale Schlafapnoe nicht behandelt werden, nur bei gleichzeitigem Bestehen einer Herzschwäche oder von Nervenstörungen sollte eine Untersuchung durch den Arzt erfolgen.

Gemischte Form

Eine Mischform zwischen zentraler und obstruktiver Apnoe zeigt sich in der Praxis sehr häufig. Die Atemaussetzer sind teilweise durch einen Verschluss der oberen Luftwege, teilweise durch das Atemzentrum bedingt.

Symptome von Schlafapnoe

  • Lautes, unregelmäßiges Schnarchen – oft wacht der Schnarchende davon selbst auf
  • Atempausen von mindestens zehn Sekunden Dauer, mindestens 10mal pro Stunde
  • Schnarchen im Intervall – schnappende Schnarchgeräusche treten im Schlaf auf. In zahlreichen Fällen stellen die Partner der Betroffenen einen abnormen Atemrhythmus fest, denn es bestehen Atempausen.
  • Ständige Tagesmüdigkeit mit daraus resultierenden Problemen in Beruf, Familie und Freundeskreis. Antriebsarmut, verminderte Einsatzbereitschaft und Schwerfälligkeit sowie permanente Müdigkeit führen zu sozialen Konflikten.
  • Selten kommt es auch zu Potenzstörungen und Depressionen.
  • Vor allem für die Partner, Nachbarn und Freunde ist die Lärmbelästigung erheblich. Meist leiden die Schnarchenden unter sozialer Isolation und psychischen Störungen.
  • Unruhiger Schlaf mit nächtlichem Schwitzen und nächtlicher Harndrang sind typische Symptome der Schlafapnoe. Aufgrund des häufigen Lagewechsels im Bett während der Apnoephasen sieht das Bett zerwühlt aus. Auch unbewusstes Schreien und Stöhnen im Schlaf sind typische Kennzeichen.

Birgit Lindner

15.01.15

Schlafapnoe
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