Studie beweist Zusammenhang zwischen Metabolischem Syndrom und Venenthrombosen
21.01.08.

Foto: Shutterstock
Schlaganfall, Herzinfarkt, Lungeninfarkt und Thrombose werden oft unter dem
Titel „Gefäßerkrankungen“ subsumiert. Erkrankungen der Venen und der Arterien unterscheiden
sich in ihrer Entstehung jedoch stark. Eine Studie der Medizinischen Universität Wien liefert neue
Aufschlüsse über die Risikofaktoren für Gefäßerkrankungen der Venen.
Übergewicht, Störungen des Fett- und Blutzuckerstoffwechsels und hoher Blutdruck („Metabolisches Syndrom“) sind seit langem als Risikofaktoren für Arteriosklerose und damit als
Hauptauslöser für Herzinfarkt und Schlaganfall bekannt. Umstritten waren in Fachkreisen
dagegen bisher diese Risikofaktoren für das Zustandekommen von Erkrankungen im Bereich
der Venen, also zum Beispiel Thrombosen oder Lungeninfarkte. Grund dafür ist die
unterschiedliche Beschaffenheit der Gefäße, in denen sich Verkalkungen und Verschlüsse
jeweils anders entwickeln. Eine Wiener Forschungsgruppe der MedUni Wien um die
Hämostaseologin Univ. Prof. Dr. Ingrid Pabinger an der Abteilung für Hämatologie und
Hämostaseologie (Universitätsklinik für Innere Medizin I) konnte nun deutlich zeigen, dass auch
Venenthrombosen und Lungeninfarkte durch das „Metabolische Syndrom“ begünstigt werden.
Potentiell vom „Metabolischen Syndrom“ betroffen sind Menschen mit stark erhöhtem
Bauchumfang („bauchbetonte Adipositas“), Fettstoffwechselstörungen (erhöhte Triglyzeride
bzw. erniedrigtes HDL („gutes Cholesterin“), Bluthochdruck sowie mit einem erhöhten
Blutzucker. Beim gleichzeitigen Vorhandensein von mindestens 3 dieser 5 Faktoren spricht man
vom „Metabolischen Syndrom“.
In den USA sind über 20 Prozent der Bevölkerung vom „Metabolischen Syndrom“ betroffen,
inoffizielle Zahlen aus Deutschland weisen auf einen ähnlichen Prozentsatz hin. Für Österreich
gibt es derzeit keine Vergleichszahlen. Menschen mit „Metabolischem Syndrom“ haben nicht
nur ein erhöhtes Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko sondern auch – so die neue Studie – ein um
den Faktor 2 erhöhtes Risiko, an einer Thrombose der Venen zu erkranken.
Wichtige Rückschlüsse ergeben sich daraus auch für die Vorbeugung von Venenthrombosen,
bei denen bisher keine Daten über den Einfluss einer Lebensstiländerung vorlagen. In der
neuen Studie wird auch darauf hingewiesen, dass durch Änderungen der Ernährungsweise und des Bewegungsverhaltens auch das Risiko für das Auftreten einer Venenthrombose und eines
Lungeninfarktes günstig beeinflusst werden könnte.
Quelle: MedUni Wien
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