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Forscher entdecken Schwachstelle von Tumorzellen

19.06.10.

Bestimmte Gene sind Voraussetzung für Wachstum – Ansatzpunkt für neue Therapien

Ein Detail bei der Teilung von Tumorzellen eröffnet Medizinern neue Optionen im Kampf gegen Krebs. Wie Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) entdeckten, könnten künftige Therapien auf die sogenannten Zentrosomen abzielen. Bei gewöhnlichen Zellen steuern jeweils zwei dieser Polkörperchen den korrekten Ablauf einer Zellteilung und sorgen dafür, dass sich der frisch verdoppelte Chromosomensatz korrekt auf die beiden Tochterzellen aufteilt.

Im Gegensatz zu normalen Zellen haben viele Krebszellen mehr als zwei Zentrosomen. Dadurch bilden ihre Fasern nicht unbedingt eine spindelförmige Gestalt mit zwei Enden aus, sondern es entstehen mehrpolige Gebilde. Diese verteilen die Chromosomen ungleichmäßig auf die Tochterzellen, die dann nicht mehr lebensfähig sind. Die Tumorzellen überleben nur dann, wenn ihnen trotz überzähliger Zentrosomen eine korrekte Verteilung der Chromosomen gelingt. Dazu bündeln Krebszellen mehrere Zentrosomen zu zwei Aggregaten, so dass doch eine funktionsfähige zweipolige Spindel entsteht.

Die Heidelberger Forscher untersuchten nun systematisch, welche Gene die Krebszelle in die Lage versetzen, diese Aggregate zu bilden. Dabei entdeckten sie einen zentralen Mechanismus: Damit die Zentrosomen zu Aggregaten gebündelt werden, müssen die Fasern unter Spannung stehen. Für diese Spannung sorgen verschiedene Proteine. Könnte eine Behandlung deren Gene abschalten, würden sich mehrpolige Spindeln bilden und die Krebszellen absterben.

«Eine solche Therapie würde ganz gezielt den Krebs treffen, da nur Tumorzellen überzählige Zentrosomen haben», erklärt Studienleiter Alwin Krämer, der die Resultate in der Zeitschrift «Science Translational Medicine» vorstellte.

Quelle: «Science Translational Medicine», Online-Vorabveröffentlichung

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