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Was bestimmt, ob Frauen nach der Schwangerschaft einen Diabetes entwickeln?

Seit Anfang des Jahres wird allen Frauen in der Schwangerschaft ein Zuckerbelastungstest als Kassenleistung angeboten. Dies ist jetzt auch Bestandteil der Mutterschaftsrichtlinien. Die gemeinsamen Anstrengungen von Internisten und Gynäkologen sollen dazu führen, dass Blutzuckererhöhungen in der Schwangerschaft vermieden und das Risiko für bestimmte Geburtskomplikationen gesenkt werden können. Wie die Universität Tübingen berichtet, werden am dortigen Universitätsklinikum die Langzeitfolgen von Schwangerschaftsdiabetes für Mutter und Kind erforscht.

Wenn ein Schwangerschaftsdiabetes gut behandelt wird, verläuft die Schwangerschaft normal, ohne Komplikationen und die Frauen bringen ein gesundes Kind zur Welt, so steht es im Merkblatt des Gemeinsamen Bundesausschusses vom März dieses Jahres. „Wir sind froh, dass diese Untersuchung jetzt nicht mehr nur bei Verdacht auf Diabetes in der Schwangerschaft durchgeführt wird, sondern routinemäßig bei jeder Frau in der 24. bis 28. Schwangerschaftswoche“, sagt Priv.-Doz. Dr. Anita Hennige, Oberärztin in Tübingen. Ein beginnender Schwangerschaftsdiabetes kann so rechtzeitig erkannt werden, bevor Komplikationen auftreten.

Viele Frauen sind nach einem auffälligen Zuckerbelastungstest sehr beunruhigt. Dabei ist die Therapie bei rechtzeitiger Diagnose vergleichsweise einfach: „Wir wissen, dass schon durch einfache Blutzuckermessungen und eine Umstellung der Ernährung das Risiko für Mutter und Kind erheblich gesenkt werden kann. Medikamente sind nur in Einzelfällen notwendig“, erklärt die Diabetologin. Nicht vermeiden lässt sich durch die heutige Therapie eine Langzeitfolge für die Mütter: Frauen nach einem Schwangerschaftsdiabetes haben ein vielfach höheres Risiko, später an einem dauerhaften Diabetes Typ 2 zu erkranken, obwohl die Blutzuckerwerte nach der Geburt erstmal völlig normal waren.

Hier setzt das neue Tübinger Forschungsprojekt an: Was bestimmt, ob Frauen nach der Schwangerschaft einen Diabetes entwickeln? Welche Risikofaktoren sind dafür bekannt? Ist es die verschlechterte Insulinwirkung oder doch eher ein Mangel an Insulin? Übergewichtig, Diabetes Typ 2 in der Verwandtschaft und bestimmte genetische Veränderungen sind bekannte Risikofaktoren. Aber es gibt auch unbekannte Faktoren. Es ist immer noch unklar, welche Frau tatsächlich ein erhöhtes Risiko hat, und was sie tun kann, um das Risiko zu senken. „Diese Frage beschäftigt viele unserer Patientinnen nach der Geburt ihrer Kinder“, stellt Dr. Hennige fest. „Wir wollen in ein paar Jahren das individuelle Risiko vorhersagen können und den Frauen Empfehlungen geben, wie sie durch Lebensstilintervention ihr Risiko senken können.“

Dazu startet jetzt in Tübingen eine neue Studie. Aber nicht nur die Mütter haben ein höheres Risiko, auch die Kinder von Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes tragen ein erhöhtes Risiko, früh an Diabetes zu erkranken. „Außer genetischen Faktoren müssen da auch Umweltfaktoren in der Schwangerschaft in Betracht gezogen werden“, erläutert Dr. Hennige. „Wir denken hier an Hormone aus dem Fettgewebe oder auch Nahrungsfette, die dem Kind bereits im Mutterleib eine metabolische Prägung verleihen. Dieses metabolische Gedächtnis führt im späteren Leben möglicherweise zu Übergewicht und Diabetes. Eine Möglichkeit, diese fetale Programmierung zu untersuchen, ist die fetale Magnetoenzephalografie. Mit dem nichtinvasiven Verfahren kann die funktionelle Gehirnreifung des Fetus bei Frauen mit Gestationsdiabetes untersucht werden.“

Quelle: BD 4/12

17.01.13

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