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Selbsthilfegruppen

Selbsthilfegruppen entstehen zumeist aus einem Zusammenschluss verschiedener Menschen, welche ein ähnliches Problem oder ein Anliegen haben. Sie bilden sich aus Gleichgesinnten, welche sich untereinander austauschen können, um ihre Probleme bewältigen zu können. Häufig ist eine chronische Erkrankung der Anlass, entweder einer Selbsthilfegruppe beizutreten oder, wenn für die gesuchte Problemstellung bisher keine Selbsthilfegruppe entstanden ist, auch selbst eine zu gründen.

In Deutschland wird die Anzahl der bestehenden Selbsthilfegruppen auf 70.000 bis 100.000 geschätzt. In den Selbsthilfegruppen erfahren die Betroffenen, aber auch die Angehörigen, dass ihr Problem kein Einzelfall ist. Informationen und Erfahrungen können ausgetauscht und auch eine gegenseitige emotionale Unterstützung und Motivation kann in einer Selbsthilfegruppe geleistet werden. Selbsthilfegruppen sind häufig als eingetragene Vereine zu finden, jedoch auch lockere Zusammenschlüsse von Menschen mit gemeinsamen Interessen und Problemen sind nicht unüblich.

Erfüllt eine Selbsthilfegruppe bestimmte Kriterien, kann sie durch die Krankenkassen unterstützt werden, denn Selbsthilfegruppen können eine sinnvolle Ergänzung zur medizinischen Therapie sein und im Anschluss an diese die Motivation zur Mitarbeit der Betroffenen am Heilungs- und Besserungsprozess erhöhen.

Neben vielen verschiedenen chronischen Erkrankungen ist auch die Adipositas ein häufiger Anlass, eine Selbsthilfegruppe zu besuchen. Übergewichtige erfahren im Alltag häufig Ausgrenzung und Benachteiligung. Die Teilnahme am sogenannten „normalen“ Leben ist, insbesondere für die extrem Adipösen sowie für jene mit Begleiterkrankungen, häufig nicht möglich. Enge Sitze in Theater, Kino usw., Hänseleien bei sportlichen Aktivitäten oder auch Beobachtung und Kommentierung der Nahrungsaufnahme, beispielsweise im Restaurant, führen häufig zur sozialen Isolation der Übergewichtigen. Dadurch, dass die anderen Mitglieder ebenfalls übergewichtig sind, fühlt sich der Einzelne in der Gruppe sicherer und gemeinsam organisierte Unternehmungen können die Betroffenen aus der Isolation führen.

Mollybetiker

Als ein Beispiel für eine Selbsthilfegruppe für Adipositas soll die Vereinigung „Mollybetiker e.V.“ vorgestellt werden. Die Mollybetiker verstehen sich als „Plattform für alle übergewichtigen Menschen“ mit dem Schwerpunkt Diabetes mellitus Typ II, welcher häufig als Begleiterkrankung bei übergewichtigen Personen auftritt. Gegründet im Jahr 2008 als erste Selbsthilfegruppe für Übergewichtige in Sachsen, zählt die Vereinigung derzeit über einhundert Mitglieder.

Im August 2010 erfolgte die Eintragung als Verein. Die Selbsthilfegruppe „Mollybetiker“ steht in Zusammenarbeit mit einem städtischen Krankenhaus, welches über ein zertifiziertes Adipositaszentrum verfügt. Durch die Vernetzung können die Mitglieder der Mollybetiker auf die Unterstützung verschiedener Fachleute (Ärzte, Diätberater etc.) zählen. Monatlich stattfindende Treffen sowie gemeinsame Unternehmungen wie Wanderungen, sportliche Aktivitäten oder Bowlingabende ermöglichen die Bildung von Freundschaften und helfen den Betroffenen aus ihrer häufig vorhandenen Isolation heraus.

Nicole Breuer

23.02.11

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