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Begleiterkrankungen bei COPD

Durch eine COPD-Erkrankung finden Veränderungen und Prozesse statt, die u. a. auch den Stoffwechsel, die Muskeln und Knochen sowie das Herz-Kreislauf-System betreffen können.

COPD steht beispielsweise mit Herz-Kreislauf-Krankheiten in engem Zusammenhang. Ein möglicher Grund ist die systemische Entzündung, die z. B. das Herz oder die Gefäße beeinflussen kann. Eine ischämische Herzerkrankung, Herzinsuffizienz (Herzschwäche), Vorhofflimmern sowie Bluthochdruck können bei COPD-Patienten als Begleiterkrankungen auftreten. Häufig ist auch Lungenhochdruck mit der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung vergesellschaftet, oft verbunden mit einer Rechtsherzschwäche. Besonders im Zusammenhang mit kardiovaskulären Begleiterkrankungen ist es wichtig, mit dem Tabakkonsum aufzuhören, sich gesund zu ernähren und ausreichend zu bewegen.

Eine weitere häufige Begleiterkrankung des COPD-Patienten ist Diabetes mellitus. Deshalb sollte auf die Anzeichen für Diabetes (vermehrtes Durst- oder Hungergefühl, vermehrtes Wasserlassen) geachtet werden. Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselstörung, bei der die Bauchspeicheldrüse zu wenig oder gar keine Mengen des Hormons Insulin produziert. Insulinmangel führt zu einer Erhöhung der Blutzuckerwerte. Bei einer nicht behandelten Diabetes-Erkrankung kommt es zu Veränderungen des Eiweiß- und des Fettstoffwechsels. Zu hohe Blutzuckerwerte können im Übrigen auch umgekehrt das Risiko erhöhen, an COPD, Asthma, Lungenentzündung oder Lungenfibrose zu erkranken.

Diabetes kann auch auf die Prognose der COPD negativ Einfluss nehmen und eine Verringerung der Atemleistung bewirken. Um das Risiko, an Diabetes zu erkranken, zu senken, sollte auf das Rauchen verzichtet werden sowie eine an die Fähigkeiten angepasste Bewegung und eine ausgewogene, gesunde Ernährung angestrebt werden. Ein regelmäßiger Check der Blutzuckerwerte kann zusätzlich zur Sicherheit durchgeführt werden. Eine Blutzuckerkontrolle kann beim Arzt oder Apotheker durchgeführt werden – außer einem kleinen Stich merkt man nichts davon.

Ein Gewichtsverlust ist häufig bei COPD-Patienten im fortgeschrittenen Stadium anzutreffen und kann gesundheitliche Folgen haben, die die Entwicklung der Erkrankung negativ beeinflussen können. Ein Grund für die Gewichtsreduktion kann eine geringere Nahrungsaufnahme aufgrund krankheitsbedingter Appetitlosigkeit sein. Auch ein erhöhter Energieaufwand bei der Atemarbeit trägt zu einer Entkräftung des gesamten Energiehaushalts bei. Vor allem bei den sog. Pink Puffern, die besonders unter starker Atemnot und trockenem Reizhusten ohne Auswurf leiden, ist der Gewichtsverlust bemerkbar. Diese Betroffenen sind zumeist schlank, sie leiden z. T. sogar unter Auszehrung, einer Kachexie. Die sog. Blue Bloater dagegen sind übergewichtig und bilden häufig eine fassförmige Brustform aus. Die Atmung kann durch das Übergewicht zusätzlich erschwert werden, sodass dieses reduziert werden sollte.

Zu den Begleiterkrankungen der COPD kann auch der Knochenschwund gezählt werden. Knochenschwund (Osteoporose) ist eine Skeletterkrankung, die neben einer niedrigen Knochendichte durch den Abbau von Knochensubstanz sowie durch eine Störung der Struktur der Knochen gekennzeichnet ist. Das Risiko für Frakturen ist demnach erhöht, da die Knochen brüchiger sind. Die zugrunde liegende systemische Entzündung durch COPD kann den Stoffwechsel der Knochen beeinträchtigen. Dieser kann außerdem nachhaltig durch die medikamentöse COPD-Therapie und zusätzlich auch durch Alkohol und Nikotin negativ beeinflusst werden.

Bei der Prävention von Osteoporose spielt neben der Ernährung und der Versorgung mit Mikronährstoffen auch der allgemeine Lebensstil eine große Rolle. Die Bewegung kann bei der Osteoporose die Funktion der knochenaufbauenden Zellen verbessern und zum anderen durch die bessere Koordination und Beweglichkeit auch das Risiko für Stürze und Knochenbrüche verringern.

Oft reduzieren von COPD Betroffene den Aufenthalt im Freien aufgrund körperlicher Einschränkungen auf ein Minimum. Durch einen Mangel an Sonne kann – z. B. auch im Winter – ein Vitamin-D-Defizit hervorgerufen werden. Vitamin D wird nicht nur über die UVB-Strahlung des Sonnenlichts synthetisiert, sondern kann auch über Nahrungsmittel aufgenommen werden, einige Fischarten wie z. B. Lachs oder Makrele enthalten das Vitamin.

Viele COPD-Patienten leiden zudem unter depressiven Zuständen. Die Einschränkung der Mobilität und die zunehmende körperliche Inaktivität aufgrund der COPD-Erkrankung können diesen Zustand verstärken. Konzentrationsschwierigkeiten, ein Gefühl der inneren Leere und Schwierigkeiten bei der Bewältigung ihrer Arbeit im Haushalt und Beruf begleiten die Betroffenen. Oft haben sie vermehrt den Eindruck, den Anforderungen des Alltags nicht mehr gewachsen zu sein. Eine Depression verschlechtert die Lebensqualität eines COPD-Patienten zumeist enorm. Betroffene, die unter COPD und Depressionen leiden, benötigen neben der medikamentösen Therapie der Atemwegserkrankung psychologische Unterstützung und Hilfe. Eine zusätzliche Unterstützung bei der Bewältigung der psychischen Belastung durch eine chronische Erkrankung kann ein Austausch mit ebenfalls Betroffenen und deren Angehörigen in einer Selbsthilfegruppe oder einem Forum bieten.

Quelle: COPD und Asthma 01/2013

07.06.13

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