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Spermiogramm

Was ist ein Spermiogramm?

Paare mit unerfülltem Kinderwunsch suchen auf der Suche nach einer möglichen Ursache für ihre Kinderlosigkeit einen Arzt auf, der in Vorgesprächen und verschiedenen Untersuchungen die Zeugungsfähigkeit des Mannes und die Empfängnisfähigkeit der Frau untersucht. Die Untersuchungen, ob der Mann zeugungsfähig ist, sind vom Prozedere her meist einfacher. Darum wird der Arzt Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch in der Regel empfehlen, zunächst ein Spermiogramm des Mannes anfertigen zu lassen.

Ein Spermiogramm ist eine Untersuchung des Ejakulats des Mannes und wird als Diagnosemethode zur Beurteilung der Zeugungsfähigkeit des Mannes herangezogen. Darüber hinaus kann auch umgekehrt anhand eines Spermiogramms untersucht werden, ob ein operativer Eingriff zur Sterilisation des Mannes (Vasektomie) erfolgreich verlaufen ist und die Anzahl der Spermien im Ejakulat möglichst gering ist, um als Verhütungsmethode eine Befruchtung der Frau zu vermeiden.

Wann wird ein Spermiogramm durchgeführt?

Zur Anamnese (Aufnahme der Krankengeschichte) vor der Erstellung eines Spermiogramms befragt der Arzt den Betroffenen eingehend nach seiner Krankheitsvorgeschichte. Eine Mumpsinfektion in der Kindheit beispielsweise oder eine überstandene Infektion der Samenstränge können sich negativ auf die Zeugungsfähigkeit auswirken. Darüber hinaus können bestimmte Stoffwechselerkrankungen wie beispielsweise Diabetes Einfluss auf die Fruchtbarkeit haben, ebenso wie Nikotin-, Alkohol- und Drogenabhängigkeit.

Vor der Anfertigung eines Spermiogramms wird der Arzt den Patienten einer eingehenden körperlichen Untersuchung unterziehen. Im Verlauf der körperlichen Voruntersuchung schließt der Arzt bei der Beurteilung von Körperbau und Behaarung des Patienten eventuelle hormonell oder genetisch bedingte Störungen aus. Neben der Größe und Festigkeit der Hoden gibt eine Tastuntersuchung der Hoden dem Urologen oder Andrologen Auskunft über eventuelle Entzündungen oder Krampfadern, die ebenfalls die Zeugungsfähigkeit beeinträchtigen können. Ist durch das Klären der Vorgeschichte und der körperlichen Untersuchung kein eindeutiger Hinweis auf die Ursache für die Unfruchtbarkeit zu finden, wird ein Spermiogramm zur weiteren Diagnosefindung durchgeführt.

Wie wird ein Spermiogramm durchgeführt?

Für ein Spermiogramm wird das Ejakulat nach drei- bis fünftägiger sexueller Enthaltsamkeit benötigt. In einer Klinik oder urologischen/andrologischen Praxis gibt es in der Regel separate Räume, in denen das für die Untersuchung benötigte Sperma ungestört durch Masturbation gewonnen werden kann. Für diejenigen, die Schwierigkeiten haben, in den Praxisräumen zu ejakulieren, besteht auch die Möglichkeit, das Sperma für das Spermiogramm in der häuslichen Umgebung zu gewinnen. Dabei muss allerdings sichergestellt sein, dass das Ejakulat innerhalb einer Stunde körperwarm das andrologische Labor erreicht, damit das zu untersuchende Ejakulat die optimalen Voraussetzungen für das Spermiogramm erfüllt.

Das Ergebnis eines Spermiogramms kann bei ein und derselben Person variieren. Die Qualität des Spermas wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst wie beispielsweise durch die Stresssituation bei der Spermagewinnung oder durch die körperliche Tagesform und kann somit Schwankungen unterworfen sein. Aus diesem Grund wird oftmals eine zweite Spermaprobe für ein vergleichendes Spermiogramm untersucht.

Was bedeuten die Ergebnisse eines Spermiogramms?

Nach der Ejakulation ist das Sperma für das Spermiogramm zunächst von gelartiger Konsistenz und verflüssigt sich innerhalb von 30 bis 60 Minuten bei Körpertemperatur, also rund 37 °C. Bei einem Spermiogramm wird das Sperma in verflüssigtem Zustand mikroskopisch untersucht.

Zunächst wird bei einem Spermiogramm die Quantität des Ejakulats bestimmt. Die WHO (World Health Organisation) nennt als Normwert 1,4-1,7 ml. Anschließend wird bei einem Spermiogramm die Samenflüssigkeit auf den pH-Wert getestet. Der pH-Wert sollte im alkalischen Bereich liegen, ein saurer pH-Wert verringert die Überlebensfähigkeit der Spermien. Unter dem Mikroskop werden die Spermazellen bei einem Spermiogramm mithilfe eines Hämozytometers (Zählkammer) gezählt und auf ihre Beweglichkeit hin untersucht. Ein Wert von rund 20 Millionen Spermien pro Milliliter gilt als „normal“ bei einem gesunden Mann. Danach wird im Rahmen eines Spermiogramms die Beweglichkeit (Motilität) der Spermien beurteilt. Die Beweglichkeit reicht von schneller Vorwärtsbewegung über lokale Kreisbewegungen bis zu völliger Unbeweglichkeit. Die Motilität der Spermien ist entscheidend dafür, ob die Spermien die zu befruchtende Eizelle in der Gebärmutter erreichen. Anschließend wird bei einem Spermiogramm die äußere Gestalt der Spermatozoen (Morphologie) betrachtet. Eine gestörte Morphologie der Samenzellen ist oftmals ein Hinweis darauf, dass sie die Eizelle aufgrund ihrer Verformung nicht erreichen können. 30-50% der Spermien sollten eine normale Gestalt haben, um eine Befruchtung zu gewährleisten.

Um die Lebendigkeit (Vitalität) der Spermatozoen, also den Anteil lebender Spermazellen, zu bestimmen, wird das Ejakulat für das Spermiogramm eingefärbt. Der Farbstoff kann lediglich die Zellwände abgestorbener Spermien durchdringen. Der Anteil lebender Spermien sollte bei einem Spermiogramm über 50 % liegen, damit das Ejakulat zu einer Befruchtung ausreicht. Neben einer biochemischen Analyse, die mögliche Funktionsstörungen der Prostata, der Samenblase und der Samenleiter ausschließen soll, wird bei Bedarf im Labor ein Test durchgeführt, der die Samenflüssigkeit auf Spermatozoen-Antikörper hin untersucht.

Was geschieht nach einem Spermiogramm?

Ein Spermiogramm dient dazu, die Zeugungsfähigkeit eines Mannes festzustellen. Auf der Grundlage der so gewonnenen Erkenntnisse können bei Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch weitere Maßnahmen eingeleitet werden. Sollte der Mann nach dem Ergebnis des Spermiogramms zeugungsfähig sein, besteht der nächste Schritt darin, die Empfängnisfähigkeit der Frau zu untersuchen. Bei einer festgestellten Unfruchtbarkeit des Mannes gibt es je nach Ursache der Sterilität verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, um dem Paar zum gewünschten Nachwuchs zu verhelfen. Diese reichen von einer hormonellen Behandlung über Elektrostimulation bis hin zu alternativen Methoden der Samengewinnung des Mannes (TESE- und MESA-Verfahren).

Pia-Susan Berger-Bügel

25.09.12

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