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Strahlentherapie bei Krebs

Der Begriff Strahlentherapie wird allgemein als Oberbegriff für ein Therapieverfahren genutzt, bei der Krebszellen mithilfe von ionisierender Strahlung oder Teilchenstrahlung bekämpft werden. Nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) ist die Strahlentherapie neben Chemotherapie und Operation eine der wichtigsten Säulen bei der Krebstherapie. Dabei können verschiedene Formen zum Einsatz kommen. Eine Bestrahlung ist sowohl von außen durch die Haut (perkutan) als auch von innen möglich.

Strahlentherapie von außen

Bei der sog. perkutanen Strahlentherapie gibt es, je nach Tumorart bzw. individueller Krankheitsgeschichte, verschiedene Möglichkeiten, die zur Anwendung kommen können. Die konventionelle Strahlentherapie beispielsweise arbeitet nach Angaben der DKG mit nicht dreidimensionalen Bestrahlungsfeldern, z. B. bei Brustkrebspatientinnen. Es gibt jedoch auch eine 3D-Strahlentherapie, die sog. Konformationsbestrahlung, bei der das Strahlenfeld möglichst passgenau am Tumor ausgerichtet ist. Dadurch soll das gesunde Gewebe geschont werden. Besonders sinnvoll ist diese Vorgehensweise dann, wenn sich der Tumor in der Nähe von lebenswichtigen Organen befindet, die nicht beeinträchtigt werden sollen.

Eine ebenfalls präzise Bestrahlung wird mit der sog. stereotaktischen Bestrahlung erreicht, auch unter den Begriffen Gamma Knife, CyberKnife oder Radio- bzw. Strahlenchirurgie bekannt. Die stereotaktische Bestrahlung ist nach Angaben der Uniklinik Heidelberg eine technisch sehr aufwendige Sonderform der Bestrahlung. So ist eine bis auf wenige Millimeter punktgenaue Bestrahlung des Tumors aus mehreren Richtungen des dreidimensionalen Raumes möglich. „Im Zielvolumen treffen sich alle Strahlen und addieren sich nur hier zur Gesamtdosis, sodass das umgebende Gewebe optimal geschont wird“, heißt es weiter. Da durch diese präzise Form der Bestrahlung die Therapie einem chirurgischen Eingriff ähnelt, wird sie auch Radiochirurgie genannt. Geeignet ist die stereotaktische Bestrahlung laut DKG für Hirntumoren, Tumoren im Kopf-Halsbereich sowie Tumoren und Metastasen in Lunge, Leber, Prostata und Wirbelsäule.

Strahlentherapie von innen

Eine Bestrahlung des Tumors von innen wird durch die sog. Brachytherapie erreicht. Dabei wird ein Strahlenkörper in den Körper gebracht, entweder direkt am Tumor oder an der Stelle, wo dieser vor einer operativen Behandlung gesessen hat. Wie die DKG ausführt, reicht die Strahlung nur wenige Millimeter weit und wirkt so lokal direkt an Ort und Stelle und mit einer hohen Dosierung, ohne anderes Gewebe zu stark zu schädigen. Die Brachytherapie wird beispielsweise bei Gebärmutterhalskrebs, Prostatakrebs, Sarkomen oder Kopf-Hals-Tumoren angewendet.

Nebenwirkungen der Strahlentherapie

Durch die lokale Wirkung der Strahlentherapie kommen auch Nebenwirkungen, meist nur im Bereich des Bestrahlungsfeldes vor. Sie sind meist von vorübergehender Natur und klingen nach Abschluss der Therapie i. d. R. wieder ab. So können im Bereich um das Strahlenfeld Hautrötungen auftreten, manchmal kommt es auch zu entzündlichen Veränderungen (sog. Strahlendermatitis) oder Pigmentverschiebungen. Zudem sind je nach Bereich lokale Nebenwirkungen möglich, wie Entzündungen der Mundschleimhaut oder der Speiseröhre bei einer Strahlentherapie im Kopf-Hals-Bereich, Übelkeit und Erbrechen bei einer Bestrahlung im Bauchbereich oder Haarausfall bei einer Bestrahlung des Kopfes. Weitere Nebenwirkungen können Müdigkeit, Fieber und Appetitlosigkeit sein.

Bei Hautproblemen durch die Strahlentherapie ist eine angepasste Hautpflege wichtig. Weiterhin sollte man, so die DKG, darauf achten, dass man die bestrahlte Haut nicht reizt, sich gesund ernährt und die Haut vor Sonne schützt. Direkte Sonneneinstrahlung sollte man möglichst vermeiden. Darüber hinaus sollte man bei Aufenthalten im Freien eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor ohne Parfum und Konservierungsstoffe für empfindliche Haut verwenden. Bei einer Bestrahlung des Kopfes empfiehlt sich zusätzlich das Tragen eines Hutes oder einer Mütze.

Quelle: Befund Krebs 2/2016

28.06.16

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