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Hungergefühl

Wenn der Körper Nahrung benötigt, entsteht das Hungergefühl. Entscheidend für das Auslösen des Hungergefühls sind im Normalfall die Glukosewerte im Blut. Wenn der Blutzuckerspiegel unter einen bestimmten Wert sinkt, entsteht ein Hungergefühl. Denn durch Rezeptoren im Magen und in der Leber wird durch das Hungergefühl der Nährstoffbedarf an das Gehirn gemeldet. Steigt das Glukoseniveau an, gibt der Körper das Signal, dass er satt ist und das Hungergefühl verschwindet im Normalfall.

Im Hypothalamus, einer Gehirnregion, die für die zentralen Steuerungen des vegetativen Nervensystems zuständig ist, liegen ein Hunger- und ein Sättigungszentrum, die bei Bedarf über Hormone und Nervenbotenstoffe ein Hungergefühl oder ein Sättigungsgefühl aussenden. Kontraktionen des leeren Magens verursachen ein spürbares Hungergefühl und können sich gelegentlich als sog. Magenknurren äußern.

Das Hungergefühl ist im Laufe der Evolution so ausgerichtet, dass es auch bei ausreichendem Nahrungsangebot den Körper auf eine mögliche Hungersnot vorbereitet. Schon nach einem Tag mit reduzierter Nahrungszufuhr wechselt der Körper auf einen verringerten Stoffwechsel, um die vorhandenen Reserven möglichst lange nutzen zu können.

Ein übermäßiges Hungergefühl oder ein Ausbleiben des Hungers können unterschiedliche Ursachen haben. Heißhunger ist ein plötzliches, extrem starkes Bedürfnis nach Nahrungsaufnahme, das mitunter von heftigem Zittern und Schweißausbrüchen begleitet wird. Die Ursache kann harmlos sein, wenn man z. B. eine Mahlzeit vergessen hat. Der Körper meldet sich, um kurzfristig das Nährstoffdefizit ausgleichen zu können. In der Schwangerschaft und der Stillzeit kann es zu hormonell bedingtem Heißhunger auf bestimmte Lebensmittel kommen. Ebenso haben Jugendliche in Wachstumsphasen starke Hungeranfälle.

Zu den krankheitsbedingten Ursachen für ein gesteigertes oder vermindertes Hungergefühl gehören eine Reihe von Stoffwechselerkrankungen wie beispielsweise Diabetes mellitus, eine Schilddrüsenüberfunktion oder Lebererkrankungen. Darüber hinaus verursachen einige Medikamente eine Störung des Hungergefühls oder des Sättigungsgefühls.

Auch Essstörungen wie Anorexie (Magersucht) und Bulimie (Ess-Brech-Sucht), die häufig bei Jugendlichen auftreten, beruhen auf einem gestörten Hungergefühl. Die Ursachen dieses gestörten Hungergefühls sind meist psychischer Natur. Diese Störungen des Hungergefühls können auf ein vermindertes Selbstwertgefühl hindeuten und sollten u. a. mithilfe eines Psychologen behandelt werden. Beim sog. Binge-Eating (Fressgelage) handelt es sich um eine Essstörung, die bei den Betroffenen über das normale Hungergefühl hinaus regelrechte Fressanfälle auslöst, die auf Dauer zu starkem Übergewicht führen können.

Pia-Susan Berger-Bügel

27.09.12

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