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Therapie einer COPD

Da die COPD eine chronische Erkrankung ist, ist eine Heilung im eigentlichen Sinne nicht möglich. Denn die meist langjährige oder sogar jahrzehntelange Schädigung der Bronchien z. B. durch aktives Zigarettenrauchen kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Wichtig in der Therapie ist die Linderung der Symptome und das Verhüten einer Verschlechterung des Krankheitsbildes. Das Hauptaugenmerk in der Therapie liegt auf einer Steigerung der Belastbarkeit, Reduzierung der Luftnotsymptomatik, der Verhinderung von Notfallsituationen (Exzerbationen) und die damit verbundene Besserung der Lebensqualität.

Das Vermeiden von inhalativen Auslösern, besonders das Rauchen, steht im Mittelpunkt jeglicher therapeutischer Bemühungen. Zu einer Raucherentwöhnung gibt es viele unterstützende Maßnahmen. Hierzu gehören z. B. medikamentöse Therapien (Nikotinersatztherapie) und psychosoziale Gruppentherapien. Die besten Erfolge wurden von der Kombination einer medikamentösen mit einer psychosozialen Therapie beschrieben. Die Vorteile der Rauchentwöhnung sind umfangreich: Minderung der COPD-Symptome, Verlängerung der Lebenserwartung, bessere Lebensqualität und Vermeidung anderer Zigarettenrauch-bezogener Erkrankungen (z. B. Herzinfarkt, Schlaganfall, Raucherbein). Dafür muss der Tabakkonsum allerdings komplett eingestellt werden.

Medikamentöse Therapien

Bronchodilatatoren dienen der Erweiterung der Bronchien. Erhältlich sind sie in Sprayform, als Tabletten, als Trinklösung oder als Tropfen. Zu den Wirkstoffen gehören Beta-2-Sympathomimetika und Anticholinergika. Als Tablette erhältlich ist auch Theophyllin bzw. verwandte Substanzen. Eine antientzündliche Wirkung besitzt Roflumilast, dieser Wirkstoff wird den Phosphodiesterase-4-Hemmer zugeordnet.

Des Weiteren hat die Gabe von Kortison eine antientzündliche Wirkung. Kortisonsprays sind aber nur bei den schweren COPD-Formen empfohlen und müssen immer mit einem die Bronchien erweiternden Mittel inhaliert werden, da sie alleine kaum wirken. Die Dauertherapie mit Kortisontabletten ist nicht empfohlen, da Studien hierfür eine Prognoseverschlechterung beschrieben. Mukopharmaka können temporär zur Schleimlösung bei akuten entzündlichen Erkrankungen der Atemwege eingesetzt werden, sofern dies von den Patienten als angenehm empfunden wird. Eine Dauertherapie ist dagegen mangels konkretem Wirksamkeitsnachweis nicht empfohlen.

Nicht-medikamentöse Therapien

Die nicht-medikamentöse Therapie hat einen hohen Stellenwert. Hierzu gehören z. B. COPD-Schulungen, Lungensport und Langzeit-Sauerstofftherapie. Körperliche Bewegung hat einen besonderen Stellenwert. Die sog. Heimbeatmungstherapie, bei der die Patienten vor allem nachts mittels einer Nasen/Nasenmundmaske unterstützend beatmet werden, wird nur in fortgeschrittenen Stadien der COPD mit einer Atemschwäche und daraus folgender Erhöhung des Blut-Kohlendioxids angewendet.

Bei einer Langzeit-Sauerstofftherapie erhält der Betroffene über eine Nasensonde Sauerstoff, dessen Flussrate vorher mittels Blutgasanalyse ausgetestet werden muss. Dies geschieht über stationäre oder mobile Geräte. Die tägliche Sauerstoffgabe muss mindestens 16 Stunden betragen, weil sich in Studien nur darunter ein Überlebensvorteil gegenüber den nicht entsprechend Behandelten ergab. Patienten, die eine Rechtsherzschwäche haben und schwerer mit dem Kohlendioxid (CO²) im Blut angestiegen sind, bekommen heute eine nicht-invasive Beatmung mittels Maske. Unter dieser Therapie werden sie wieder deutlich belastbarer.

Durch Bewegung, Sport und durch eine Physiotherapie, bei der man Atemtechniken erlernt und die Belastung übt, kann die körperliche Leistungsfähigkeit gesteigert werden. Hierbei werden z. B. bestimmte Atemübungen, wie Lippenbremse oder Kutschersitz geschult. Diese sollen das Atmen in Ruhe und unter Belastung verbessern. Neben der Physiotherapie gehört das körperliche Training zu einem wichtigen Teil der Therapie. Zum einen soll sich der Betroffene nach seiner individuellen Leistungsfähigkeit bewegen, zum anderen trägt Bewegung auch zur Gewichtsoptimierung (weder Übergewicht noch Untergewicht ist gut) und zum Aufbau und Training der Muskulatur bzw. des Herz-Kreislaufsystems bei.

Bei der Ernährung sollten magere Patienten versuchen zuzunehmen, d. h. kalorienreich essen, wobei gerade fettreiche Kost hilfreich ist. Übergewichtige Patienten sollten möglichst abnehmen.

Quelle: Ratgeber COPD und Asthma 2012

10.12.12

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