
Shutterstock
Nachfolgend werden wichtige Aspekte der Leitlinie der Österreichischen Diabetes Gesellschaft zur Therapie des Typ-2-Diabetes in der gültigen Fassung von 2009 – erarbeitet unter dem damaligen ÖDG-Präsidenten Prof. Dr. Bernhard Ludvik – vorgestellt.
Patienten mit neu diagnostiziertem Typ-2-Diabetes mellitus sollten in jedem Fall an einer strukturierten Diabetes-Schulung teilnehmen. Im Rahmen dieser Schulung werden die Erfordernisse einer sinnvollen Lebensstilmodifikation erörtert. Hier werden u. a. die Prinzipien der Ernährungs- und Bewegungstherapie vermittelt u. v. m.
Liegt der HbA1c unterhalb von 6,5 %, ist keine medikamentöse Intervention erforderlich. Stellt sich nach drei bis sechs Monaten heraus, dass der HbA1c nicht im Zielbereich liegt, dann sollte mit einer Metformintherapie begonnen werden*.
Liegt der HbA1c bei 6,5–9,0 %, so wird zunächst eine Metformin-Monotherapie durchgeführt. Ist der HbA1c nach drei bis sechs Monaten nicht im Zielbereich, wird Metformin mit einem anderen Wirkstoff** kombiniert.
Liegt der HbA1c oberhalb von 9 %, wird Metformin sofort mit einer anderen Substanzklasse** kombiniert. Liegt der HbA1c nach drei bis sechs Monaten nicht im Zielbereich, wird ein weiterer Wirkstoff hinzugenommen bzw. eine Insulintherapie verordnet.
Neben der Basalinsulingabe zur Nacht injizieren sich die Patienten z. B. zu den Mahlzeiten Bolusinsulin. Liegen keine Kontraindikationen/Unverträglichkeiten vor, kann eine Kombinationstherapie der intensivierten konventionellen Insulintherapie (ICT) mit Metformin sinnvoll sein. Falls die ICT nicht möglich ist bzw. nicht sinnvoll erscheint, kann auch eine CT (konventionelle Insulintherapie, ggf. ebenfalls in Kombination z. B. mit Metformin) durchgeführt werden. Falls das HbA1c-Therapieziel trotz intensivierter Insulintherapie und wiederholter strukturierter Schulung nicht erreicht wird, stellt die Insulinpumpentherapie (CSII) u. U. eine Option dar.
*Liegt eine Kontraindikation bzw. Unverträglichkeit für Metformin vor, wird die Therapie mit einer anderen Substanz empfohlen, die für die Monotherapie zugelassen ist.
**Wirkstoffe: Metformin, Alphaglukosidase-Inhibitoren, DPP4-Hemmer, Inkretinmimetika, Insulin, Insulinsekretagoga (Sulfonylharnstoffe, Glinide), Pioglitazon
Quelle: Diabetes Ratgeber Österreich 2011
29.01.12