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Tabletten vereinfachen Therapie von Multipler Sklerose

23.01.10.

Erste orale Behandlung der Krankheit – Präparate halbieren Rückfallrisiko

Zwei neue Medikamente gegen Multiple Sklerose (MS) könnten die Therapie der Autoimmunerkrankung deutlich vereinfachen und auch verbessern.

Während die bisherigen MS-Medikamente gespritzt werden, werden die beiden Tabletten geschluckt. Das Mittel Cladibrin senkte in einer Studie das Risiko der Patienten für einen Rückfall um mehr als die Hälfte und die Gefahr eines Fortschreitens der Krankheit um fast ein Drittel. Fingolimod hilft ähnlich gut und ist offenbar wesentlich effektiver als das derzeit viel verwendete Beta-Interferon. Keines der Präparate ist bislang zugelassen.

Bundesweit leiden mehr als 120.000 Menschen, weltweit rund 2,5 Millionen an Multipler Sklerose. Dabei greift das Immunsystem die Nervenfasern der Zentralen Nervensystems an, was unter anderem zu Sehstörungen und Bewegungsproblemen führt. Cladibrin und Fingolimod unterdrücken über verschiedene Wege die Aktivität des Immunsystems.

Die Wirkung von Cladibrin prüften Mediziner der Universität London an 1.300 MS-Patienten, die entweder für jährlich zwei oder vier Behandlungszyklen von jeweils vier bis fünf Tagen entweder das Medikament oder aber ein Placebo bekamen. Im Vergleich zu dem Scheinpräparat senkte Cladibrin während der folgenden zwei Jahre das Risiko für einen Rückfall um 55 Prozent und die Gefahr für eine Verschlimmerung der Behinderungen um 30 Prozent, wie die Mediziner im «New England Journal of Medicine» schreiben.

Eine in der gleichen Zeitschrift erschienene Untersuchung zeigt, dass der Wirkstoff Fingolimod ähnlich wirksam ist. Wie eine dritte Vergleichsstudie belegt, ist diese Tablette, die täglich genommen wird, der gängigen Therapie mit Beta-Interferon deutlich überlegen.

Quelle: «New England Journal of Medicine», Online-Vorabveröffentlichungen

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