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Biopsie

Der Begriff Biopsie steht für die Entnahme einer Gewebeprobe. Wenn im Vorfeld bildgebende Verfahren wie z. B. Ultraschall oder Mammografie der Brust eine verdächtige Struktur ausgemacht haben, kann allein anhand einer Biopsie festgestellt werden, ob es sich um eine gutartige oder eine bösartige Veränderung handelt. Das während der Biopsie entnommene Gewebe wird durch einen Pathologen unter dem Mikroskop begutachtet.

Welche Möglichkeiten einer Biopsie gibt es?

Eine Biopsie aus der Brust ist entweder im Rahmen einer Operation oder aber minimal-invasiv unter Zuhilfenahme einer Hohlnadel möglich. Heutzutage wird die minimal-invasive Methode einer Biopsie bevorzugt, da hier die Gefahr von Blutungen und Infektionen minimiert wird. Bei der minimal-invasiven Biopsie stehen die Feinnadelbiopsie, die Stanzbiopsie oder die Vakuumbiopsie zur Auswahl. Alle drei Verfahren verwenden eine Hohlnadel zur Gewebeentnahme, doch ist sie je nach Art der Biopsie unterschiedlich dick und nimmt eine unterschiedliche Anzahl an Gewebeproben. Darüber hinaus werden die Stanzbiopsie und die Vakuumbiopsie durch Röntgen- oder Ultraschallkontrolle unterstützt.

Wie werden die unterschiedlichen Verfahren der Biopsie durchgeführt?

Im Vorfeld jeder Biopsie wird das veränderte Gewebe mithilfe von Röntgen oder Ultraschall genau lokalisiert. Sollten die Betroffenen gerinnungshemmende Medikamente einnehmen, werden diese in der Regel entsprechend abgesetzt, damit die Biopsie gefahrlos durchgeführt werden kann.

Feinnadelbiopsie

Diese Art der Biopsie trägt auch die Bezeichnung Mammapunktion, Feinnadelpunktion oder FNB. Die Feinnadelbiopsie wird angewandt, wenn ein Knoten ertastet oder unter dem Ultraschall ermittelt wurde. Die Biopsie kann ohne örtliche Betäubung erfolgen, da hier eine äußerst dünne Hohlnadel zum Einsatz kommt. Die Hohlnadel misst nicht mehr als 0,5 mm und wird auf eine Spezialspritze aufgesetzt. Das Einführen der Hohlnadel in die Brust verursacht nicht mehr Schmerzen als eine gängige Blutabnahme.

Der behandelnde Arzt nimmt für die Feinnadelbiopsie den ertasteten Knoten fest in eine Hand und führt mit der anderen die unter Unterdruck stehende Spritze mit der Hohlnadel ein. Durch den Unterdruck werden nun Gewebeproben in die Spritze der Hohlnadel gesaugt. Die Ergebnisse dieser Biopsie liegen in der Regel bereits am gleichen Tag vor.

Bei der Feinnadelbiopsie arbeitet der behandelnde Arzt „freihändig“, d. h., er führt die Hohlnadel ohne die Unterstützung von Röntgen oder Ultraschall in das verdächtige Gewebe ein. Dabei kann es allerdings dazu kommen, dass die Hohlnadel am veränderten Gewebe vorbei geht. Das hätte zur Folge, dass ein sogenannter Falsch-Negativ-Befund erstellt wird. Die Patientin wäre in dem Glauben, dass alles in Ordnung sei, obwohl dem möglicherweise nicht so ist. Um diesem Umstand vorzubeugen, kann der Arzt Proben aus unterschiedlichen Richtungen nehmen. Dazu sind dann natürlich auch mehrere Punktionen durch die Hohlnadel nötig.

Die Feinnadelbiopsie wird an den Stellen eingesetzt, die für die Stanzbiopsie nicht zugänglich sind. Das wären Veränderungen in den Achselhöhlen, hinter der Brustwarze oder direkt unter der Haut.

Stanzbiopsie

Die Stanzbiopsie ist die am häufigsten gewählte Form der Biopsie. Sie kommt zum Einsatz, wenn Knoten innerhalb der Brust ertastet wurden. Auch durch Ultraschall entdeckte Veränderungen oder auch Mikroverkalkungen innerhalb der Brust machen solch eine Biopsie notwendig.

Bei der Stanzbiopsie wird die Brust örtlich betäubt. Unter Ultraschallkontrolle führt der behandelnde Arzt dann eine Hohlnadel zur Führung bis in das veränderte Gewebe ein. Durch diese Hohlnadel schießt dann eine feinere Hohlnadel mit einem Durchmesser von etwa 1,6 mm sehr schnell in das veränderte Gewebe ein und stanzt eine Gewebeprobe heraus. Diese Gewebeprobe ist etwa 1,6 cm lang und wird ebenso schnell wieder in die Führungskanüle zurückgezogen. Aus diesem Grund wird diese Biopsie auch Hochgeschwindigkeits-Stanze genannt.

Wird die Stanzbiopsie aufgrund eines ertasteten Befundes eingesetzt, nimmt der behandelnde Arzt 3 bis 5 Proben. Handelt es sich um Mikroverkalkungen sind bis zu 20 Gewebeproben möglich. Das heißt allerdings nicht, dass die Hohlnadel an unterschiedlichen Stellen nochmals eingeführt wird. Bei der Stanzbiopsie werden alle Proben, egal welcher Anzahl, durch eine einzige Einstichstelle entnommen.

In einigen Fällen ist das veränderte Gewebe weder tastbar, noch mittels Ultraschall zu entdecken. In solchen Situationen erfolgt die Stanzbiopsie unter Röntgenkontrolle. Dieses Verfahren nennt sich medizinisch stereotaktische Biopsie. Hierbei liegt die Patientin bäuchlings auf dem Behandlungstisch. Die zu untersuchende Brust ragt durch eine Öffnung in diesem Tisch nach unten. Unter dem Behandlungstisch befinden sich ein Röntgengerät und eine computergesteuerte Hochgeschwindigkeits-Stanze. Vor der Biopsie werden zwei Röntgenbilder (Mammografiebilder) erstellt, anhand derer der Computer die genaue Lage der veränderten Struktur errechnet. Diese Berechnung gibt der Rechner dann an die Hochgeschwindigkeits-Stanze weiter, die dann automatisiert mittels Hohlnadel die nötigen Gewebeproben entnimmt.

Wird die stereotaktische Biopsie verwandt, um Mikroverkalkungen zu entfernen, kann der Erfolg der Therapie gleich im Anschluss an die Biopsie durch eine Röntgenaufnahme beurteilt werden.

Vakuumbiopsie

Die Vakuumbiopsie wird auch Mammotomie genannt und findet unter örtlicher Betäubung statt. Dabei liegt die Patientin bäuchlings auf dem Untersuchungstisch. Die zu untersuchende Brust ragt durch eine Öffnung in diesem Tisch nach unten und wird zwischen zwei Plastikplatten festgehalten. Im Anschluss daran werden Röntgenaufnahmen der Brust erstellt. Der angeschlossene Computer errechnet die genaue Lage des veränderten Gewebes und führt die Hohlnadel des Biopsiegerätes (Mammotom) genau in das Zentrum des Gewebeknotens. Durch die genau platzierte erste Hohlnadel wird eine zweite Hohlnadel mit einer seitlichen Aussparung geschoben.

Ist auch die zweite Hohlnadel entsprechend platziert, erzeugt das Mammotom während der Biopsie ein Vakuum und saugt so Gewebe in die kleine Aussparung der zweiten Hohlnadel. Ein rotierendes Miniaturmesser schneidet nun Gewebeproben aus dem angesaugten Gewebe. Die abgetrennten Gewebeproben werden in die Hohlnadel hineingesaugt. Während der Vakuumbiopsie werden mindestens 20 Gewebeproben entnommen. Daher beansprucht eine Vakuumbiopsie auch mehr Zeit als eine Stanzbiopsie. Zudem hinterlässt diese Biopsie aufgrund der dickeren Hohlnadel, die zur Führung eingesetzt wird, eine kleine Narbe.

Die Vakuumbiopsie dauert zwar länger, doch ist durch sie auch eine größere Gewebeentnahme möglich. Im Idealfall kann während einer Vakuumbiopsie sogar das veränderte Gewebe komplett entfernt werden.

Melissa Seitz

24.01.11

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