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kombra e. V.

Brustkrebs-Aktivisten/-innen machen sich bei kombra fit für die tägliche Praxis

Informiert sein über Brustkrebs und den aktuellen Stand der Forschung, Studien beurteilen, Hilfsmöglichkeiten und die Rechtslage kennen, Erkrankte verstehen und sie im Gespräch auch wirklich erreichen: Was Ehrenamtliche und beruflich Engagierte können müssen, um Betroffene beraten und unterstützen zu können, ist enorm. Seit 2006 hilft das Kompetenztraining für Brustkrebs-Aktivisten/-innen, kombra, ihnen dabei.

„Eine der immer häufiger gestellten Fragen ist: ‚Doktor, was kann ich selbst tun‘“, erläutert Dr. med. Jutta Hübner vom Dr. Senckenbergischen Chronomedizinischen Institut der J. W. Goethe Universität Frankfurt, die über Nutzen und Risiken der Komplementärmedizin bei Brustkrebs referierte. „Wir können gar nicht genug betonen, dass körperliche Aktivität einen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf haben kann. Der maximale Effekt liegt wahrscheinlich bei wöchentlich drei bis fünf Stunden moderater Bewegung wie Walken“. Sie warnt aber auch vor Vorschlägen wie einer Kohlenhydratarmen Diät oder der Gabe von hoch dosiertem Vitamin C bei Chemo- oder Strahlentherapie. Beim letzten Mal informierten u. a. auch Prof. Sibylle Loibl von der German Breast Group, Prof. Volkmar Müller, Hamburg, und Prof. Ute-Susann Albert, Marburg, die Teilnehmer über Bewährtes und Neues in Brustkrebsforschung und therapie. „Ich habe in den fünf Tagen all das in kompakter Form gelernt, was man über diese Krankheit wissen sollte, um mit Betroffenen zu arbeiten“, urteilt beispielsweise die Ernährungswissenschaftlerin Dana Lang, die sich im Verein Leben mit Krebs Marburg e. V. vor allem um junge Frauen kümmert. „Besonders bereichernd war die vorgestellte aktuelle Forschung zu Genetik, Chemo und Antihormontherapie, die zeigt, wo wir uns in Zukunft hinbewegen werden.“

Wichtiger Informationsaustausch

Die Schulung, die seit 2011 in die Trägerschaft des gemeinnützigen Vereins für die Heilung von Brustkrebs KOMEN Deutschland übergegangen ist, beleuchtet auch die sozialrechtliche Situation, zeigt Wege der Informationsbeschaffung auf und sensibilisiert die Teilnehmer für die Aussagekraft von Studien. „Ob die Ergebnisse der Brustkrebsforschung 1:1 auf Männer übertragen werden können, steht dahin“, gibt Peter Jurmeister, der erste an Brustkrebs erkrankte Mann in der Schulung, zu bedenken. Er konnte bei kombra erste Beziehungen zu Wissenschaftlern knüpfen, damit Männer künftig öfter in Studien mit eingezogen werden. „Bei kombra tauschen Ärzte, Physiotherapeuten, Breast Care Nurses und andere Leute aus der Praxis ihre Erfahrungen aus. Diese Begegnung ist durch nichts zu ersetzen. Wissen könnte ich mir notfalls ja noch anlesen“, sagt der Leiter des Netzwerkes Männer mit Brustkrebs unter dem Dach der Frauenselbsthilfe nach Krebs e. V.

Neben Wissensvermittlung durch Experten der Brustkrebsforschung und therapie und Förderung des Austausches untereinander trainiert kombra Fähigkeiten, damit die zahlreichen Patientinnen oder auch die einzelnen an Brustkrebs erkrankten Männer kompetent betreut, unabhängig beraten und vertreten werden können. „Manchmal müssen kombra-Aktivisten/-innen unrealistische Vorstellungen behutsam zurechtrücken, die Patienten/-innen über Komplementär und Alternativmedizin oder über Fortschritte der individualisierten Therapie haben“, sagt die Initiatorin und Projektleiterin der Schulung, die Diplom-Volkswirtin Brita Tenter aus Reinbek, „aber mit Bedacht und Feingefühl.“ Kombra führt deshalb auch ins Kommunikationstraining ein. Das Kompetenztraining findet jedes Jahr im November statt.

Karin Willen

Quelle: Leben? Leben! 1/2013

05.04.13

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