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Verbrennungen

Die richtige Wundversorgung

Jedes Jahr werden in den deutschen Verbrennungszentren fast 2.000 Schwerbrandverletzte versorgt. Die Dunkelziffer für kleinere Verbrennungen und Verbrühungen liegt weit darüber. Einen sehr großen Einfluss auf das spätere Ergebnis hat die richtige, primäre Wundbehandlung bereits durch den Patienten und die Passanten direkt am Unfallort.

Erstversorgung ist wichtig

Dazu gehört das schnelle Kühlen der Wunde auf Körpertemperatur, um den Gewebeschaden möglichst gering zu halten. Ein übermäßiges Kühlen führt dagegen zu einer Unterkühlung und damit ebenfalls zu einer Verschlechterung der Wundverhältnisse. Anschließend sollte umgehend Kontakt zum ärztlichen Notdienst unter 112 aufgenommen werden. Bis dahin muss der Patient vor Unterkühlung geschützt werden, die Wunde sollte mit einem sauberen, im Idealfall sterilen Tuch abgedeckt werden. Alte Hausmittel wie Mehl, Margarine, Seifenlösung o. ä. sollten vermieden werden.

Sobald der Patient Schmerzmittel verabreicht bekommen hat, sollte die Wunde gereinigt und Blasen abgetragen werden. Blasen an den Händen können in Ausnahmefällen als natürlicher Verband belassen werden, solange sie nicht offen sind. Der Wundgrund gilt in den ersten Stunden nach der Verletzung als sauber. Die Wundflüssigkeit, die dann austritt, ist nährstoffreich und bietet einen hervorragenden Nährboden für Bakterien. Der Wundgrund ist damit eine ungeschützte Eintrittspforte, die blockiert werden muss. Dazu wird heute die moderne, geschlossene Wundbehandlung angewandt.

Die offene Wundbehandlung, z. B. eine Gerbung mit Jodlösung, wird heute nur noch in wenigen Ausnahmefällen, wie Katastrophenszenarien empfohlen. Heute wird die Wunde mit desinfizierenden Wundverbänden oder mit bis zur Abheilung zu belassenden Materialien bedeckt. Dadurch wird der Eintritt von Bakterien verhindert und die Schmerzen des Patienten werden gelindert. Bei diesen primären Maßnahmen soll das Auftreten von Infektionen verhindert werden, weil die Infektionen in Zusammenhang mit der Verbrennung zu einer lebensbedrohlichen Situation führen kann.

Weiterführende Behandlung

Wenn es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einer Infektion gekommen ist, sollte spätestens jetzt ein Spezialist aufgesucht werden. Der Patient merkt dies durch zunehmende Schmerzen im Wundbereich, Rötung der Wunde, Wundsekretion, Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl. Eine Behandlung kann dann durch eine Operation oder auch durch die Gabe von speziellen Antibiotika durchgeführt werden. Bei einer Operation wird i. d. R. das abgestorbene Gewebe abgetragen. Die entstandenen Wundflächen werden dann bei sauberen Verhältnissen mit hauchdünn entnommener Haut von anderen Körperarealen abgedeckt. Ein wesentlicher Teil der Behandlung ist die stetige Kontrolle der Wundverhältnisse durch den behandelnden Arzt. Mit dem Verschluss der Wunde ist die Behandlung noch nicht abgeschlossen. In der Folge wird eine Kombination aus physikalischer Therapie, Kompressionsbehandlung und operativen Korrekturen notwendig, um den Wiedereinstieg in das gewohnte Umfeld zu ermöglichen.

Dr. Johannes Rubenbauer

Quelle: Patient und Haut 2/2012

30.12.12

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