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Verein LebensWert e. V.

Praktische Psychoonkologie auf dem Prüfstand

Eine Studie des Zentrums für Versorgungsforschung (ZVFK) im Auftrag von LebensWert e. V. hat die Auswirkungen und Chancen von psychoonkologischen Interventionsmaßnahmen bei Patienten mit Krebs untersucht.

In einem ersten Teil wurde unter Leitung von Prof. Dr. Dipl.-Psych. Volker Tschuschke, Leiter der Abteilung Medizinische Psychologie an der Universitätsklinik zu Köln, eine Studienübersicht zusammengestellt, die den bisherigen wissenschaftlichen Stand psychoonkologischer Maßnahmen wiedergibt.

In einem zweiten Teil beschäftigte sich die Studie mit der Frage nach der Einschätzung der Patienten zum Einfluss psychoonkologischer Maßnahmen. Zu diesen Maßnahmen gehören z. B. Entspannungstherapien, welche speziell bei Anspannungszuständen, großer Angst und traumatischen Folgen bei den Betroffenen positive Ergebnisse zeigen. Ebenso belegte die Studie die Wirksamkeit von Sport-, Musik- und Kunsttherapien besonders für die Psyche der Erkrankten.

Einzeltherapeutische und gruppentherapeutische Interventionen

Den besten Therapieeffekt sieht Tschuschke bei einzeltherapeutischer Intervention durch einen psychoonkologisch ausgebildeten Psychotherapeuten. Für die gruppentherapeutischen Interventionen fällt das Fazit ähnlich aus: „Die günstigen Wirkungen gruppentherapeutischer Interventionen stehen völlig außer Frage“, so Tschuschke. „Die Ergebnisse der in dem Bericht für LebensWert dargestellten Studien stimmen in Bezug auf die Wirksamkeit psychoonkologischer Therapiestrategien sehr optimistisch.“

Dies bedeute große Herausforderungen sowohl für den Verein LebensWert e. V. als auch für die Klinik. Prof. Dr. Hallek, Vorsitzender des Vereins und Direktor der Klinik I für Innere Medizin der Universitätsklinik zu Köln, wünscht sich eine fortschreitende Verankerung der Psychoonkologie auch in den Köpfen der Ärzte und des Pflegepersonals. Erste Schritte sind bereits getan: So ist LebensWert e. V. innerhalb des Centrums für Integrierte Onkologie (CIO) für die psychoonkologische Betreuung der Patienten zuständig. Spezielle Kursangebote, innerhalb derer angehende Ärzte ein Kommunikationstraining im Umgang mit Krebspatienten erhalten, werden seit diesem Jahr angeboten.

„Es ist im Großen aber eine Aufgabe des Gesundheitssystems – der Kassen, der ambulanten und stationären Ebene und der Krebsverbände – für die Psychoonkologie zu streiten. Dazu wollen wir den Anstoß geben und die Zusammenarbeit suchen“, so Prof. Hallek.

Lars Pflugmacher

21.06.07

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