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Röntgen

Die Entwicklung der Röntgendiagnostik

Im Jahre 1895 entdeckte der Würzburger Physikprofessor Wilhelm Conrad Röntgen (1845-1923) im Rahmen seiner Experimente mit Kathodenstrahlröhren eine neue Art von Strahlen, mit der er in der Lage war, Gewebeschichten und Knochen sichtbar zu machen. Röntgenstrahlen sind elektromagnetische Wellen. Diese Wellen entstehen in der Röntgenröhre, die aus einer Glühkathode und einer Anode besteht. Wird nun elektrische Spannung zwischen Kathode und Anode gelegt, so prallen die aus der Kathode austretenden Elektronen auf die Anode, wobei Röntgenstrahlung entsteht.

Beim Röntgen durchleuchten die Strahlen des Röntgengerätes den Körper des Patienten, während auf der gegenüberliegenden Seite der Röntgendetektor oder Röntgenfilm angebracht ist. Die Strahlung schwärzt dabei den Röntgenfilm. So erscheinen beim Röntgen auf der belichteten Röntgenplatte durchlässige Strukturen dunkler und weniger durchlässige, wie etwa Knochen, heller. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich die Diagnostik mittels Röntgen zum Standardverfahren.

In den 20er-Jahren des 20. Jahrhunderts wurde durch das Röntgen die Darstellung von Eingeweiden und Gefäßen möglich, ein diagnostisches Verfahren, welches bis in die 70er-Jahre das Einzige blieb, um diese Teile des Körpers unblutig zu untersuchen. Mithilfe der Entwicklung der Endoskopie, wie etwa bei der Magen- und Darmspiegelung, können Anomalien in Magen und Darm heute weitaus genauer untersucht werden als durch das Röntgen. Die Computertomografie (CT), entwickelt in den 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts als Weiterentwicklung des Röntgens, ermöglicht eine wesentlich genauere und dreidimensionale Darstellung durch Schichtaufnahmen der zu untersuchenden Bereiche des Körpers.

Anwendungsgebiete der Röntgendiagnostik

Das Röntgen bietet dem Arzt eine Vielzahl von diagnostischen Möglichkeiten. So können bei der Thoraxübersicht, der bildlichen Darstellung des Brustkorbs, Lunge, Herz, Zwerchfell und Skelett sichtbar gemacht werden. So kann der Arzt mithilfe des Röntgens eine Lungenentzündung, Lungenkrebs, eine Vergrößerung des Herzens oder Rippenbrüche erkennen. Röntgen hilft auch dabei, Gefäßverengungen etwa der Herzkranzgefäße festzustellen und dadurch frühzeitig die Gefahr von Herzinfarkten zu erkennen und behandeln zu können.

Bei der Abdomenübersichtsaufnahme wird der Bauchraum durch das Röntgen sichtbar gemacht. Dadurch kann der Arzt Tumoren, Verkalkungen und Zysten sichtbar machen. Mithilfe von Kontrastmitteln, die dem Patienten verabreicht werden, können die Funktionen des Magen-Darm-Trakts, der Nieren, Harnwege, Gallenwege und Blutgefäße beurteilt werden.

Beim Röntgen des Skeletts erkennt der Arzt degenerative Veränderungen der Knochen wie etwa Osteoporose, andere Gelenkveränderungen, Tumorerkrankungen oder Knochenbrüche oder. So liefert die Diagnose eines Knochenbruchs durch das Röntgen dem Arzt genaue Bilder über die Schwere und Beschaffenheit des Bruchs. Der Arzt kann mit dem Röntgen eine optimale Therapie bestimmen, ob etwa eine bloße Stilllegung der Bruchstelle mithilfe eines Gipses ausreichend oder chirurgische Eingriffe nötig sind. Bei schweren Kopfverletzungen kann der Arzt durch das Röntgen feststellen, ob eine Gehirnerschütterung oder innere Verletzungen vorliegen.

Durchführung des Röntgen

Generell können Röntgenaufnahmen ohne große Vorbereitung durchgeführt werden. Deshalb wird das Röntgen auch oft in Ambulanzen durchgeführt. Je nach Lage des betroffenen Körperteils liegt oder steht der Patient während des Röntgen. Das betreffende Körperteil wird vom Radiologe entsprechend fixiert, die umliegenden Körperregionen werden mit einer Bleiabdeckung vor den Röntgenstrahlen geschützt. So wird z. B. beim Röntgen des Thorax der Unterleib geschützt. Während des Röntgenvorgangs ist der Patient angehalten, sich nicht zu bewegen, da das Röntgenbild sonst unscharf werden könnte.

Die vorherige Gabe von Kontrastmitteln ist dann nötig, wenn schlecht sichtbare Körperteile oder -regionen, Gefäßsysteme oder Hohlorgane geröntgt werden sollen. Das Kontrastmittel kann der Patient, je nach Art der zu untersuchenden Körperregion, oral, intravenös oder als Einlauf einnehmen.

Risiken des Röntgen

Wissenschaftler vermuten, dass rund 1,5 Prozent aller Krebserkrankungen ihre Ursache im zu häufigen Röntgen haben könnten. Insbesondere die Koronaruntersuchung mittels Computertomografie (CT) birgt offenbar ein erhöhtes Risiko an Krebs zu erkranken. Amerikanische Wissenschaftler stellten fest, dass das Risiko von Frauen, aufgrund von Röntgen mittels Koronar-CT an Krebs zu erkranken, wesentlich höher ist als bei Männern. Der Grund für die hohe Strahlendosis liegt an der sogenannten „weichen“ Strahlung, durch die selbst kleinste Gefäßveränderungen beim Röntgen sichtbar werden. Als „weich“ wird die Strahlung bezeichnet, da den Röntgenröhren nur eine geringe Spannung zugeführt wird. Je weicher jedoch die Strahlung beim Röntgen, je mehr Strahlung wird vom Körper absorbiert.

Wie beim Röntgen mittels Koronar-CT, so ist auch bei der Mammografie, der Röntgendiagnose der weiblichen Brust, eine Strahlenbelastung vorhanden. Mittlerweile vermuten Ärzte sogar, dass die Entstehung von Brustkrebs durch diese Vorsorgeuntersuchung begünstigt werden könnte. Ärzte sind daher angehalten die Strahlenbelastung durch Röntgen, etwa durch geringere Strahlendosen oder Anzahl der Untersuchungen mittels Röntgen zu verringern. Patienten sollten auch selbst Initiative zeigen, um ihre Strahlenbelastung durch Röntgen gering zu halten. So bieten Ärzte einen Röntgenpass, in den jede Untersuchung eingetragen werden sollte. Der Arzt sollte zudem befragt werden, ob das Röntgen wirklich nötig ist und inwieweit alternative Methoden bei der bevorstehenden Diagnostik angewandt werden könnten. In der Schwangerschaft sollte nicht geröntgt werden.

Guido Maiwald

06.02.13

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