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Zöliakie: Eine Krankheit mit vielen Gesichtern

Zöliakie ist eine chronische Erkrankung des Dünndarms. Sie beruht auf einer Unverträglichkeit gegenüber dem Klebereiweiß Gluten. Gluten kommt vor allem in den Getreidearten Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste und Hafer vor. ...

 

Häufige Fragen und Antworten zum Thema Zöliakie

Zöliakie ist eine chronische Erkrankung des Dünndarms. Sie beruht auf einer Unverträglichkeit gegenüber dem Klebereiweiß Gluten. Gluten kommt vor allem in den Getreidearten Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste und Hafer vor. ...

 

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Zöliakie bzw. einheimische Sprue

21.11.08.

Getreidekörner

Foto: Photos.com

Bei Menschen, die an Zöliakie erkrankt sind, wird durch den Verzehr von Lebensmitteln, die Gluten enthalten, eine entzündliche Reaktion in der Dünndarmschleimhaut ausgelöst, die zu einer chronischen Erkrankung des Dünndarms führt (Enteropathie). Die Bezeichnung Zöliakie wird meist für das Krankheitsbild im Kindesalter verwendet, während beim Erwachsenen eher von einheimischer Sprue die Rede ist, die nicht mit der tropischen Sprue – einer Infektionskrankheit – verwechselt werden sollte.

Gluten: Der Kleber im Getreide

Gluten, das zum größten Teil aus Proteinen besteht, ist in bestimmten Getreidesorten vorhanden. Verbindet sich Gluten mit Wasser, bildet sich das sog. Klebereiweiß. Dieses Klebereiweiß lässt aus Mehl und Wasser einen elastischen Teig entstehen, der sich gut formen lässt. Getreidesorten, die Gluten enthalten, sind z. B. Roggen, Weizen und Gerste. Dementsprechend findet sich Gluten in all jenen Lebensmitteln, die aus diesen Getreidesorten hergestellt wurden, z. B. Brot, Brötchen, Kuchen und Nudeln.

Häufig ist jedoch auch in Lebensmitteln Gluten enthalten, in denen man es nicht vermutet (z. B. Joghurt- und Quarkzubereitungen, Pommes frites, Kartoffelchips, Wurstwaren etc.). Diesen Erzeugnissen wird Gluten aus lebensmitteltechnologischen Gesichtspunkten zugesetzt (z. B. als Geliermittel, Stabilisator oder Emulgator), um die Eigenschaften des Nahrungsmittels zu verbessern. Absolut glutenfreie Produkte erkennt der Verbraucher am Siegel der Deutschen Zöliakie Gesellschaft (DZG) und dem Hinweis „glutenfrei“.

Prävalenz in Deutschland

Wie viele Menschen in Deutschland tatsächlich von dieser Erkrankung betroffen sind, ist nicht bekannt. Experten schätzen, dass in der Bundesrepublik ungefähr 160.000 Menschen an Zöliakie leiden. Erstmalig tritt die Erkrankung häufig bei Kleinkindern auf, nachdem getreidehaltige Breie zugefüttert werden. Ein erster Erkrankungsgipfel liegt daher bei etwa neun Monaten bis zu zwei Jahren. Ein zweiter Anstieg der Erkrankungshäufigkeit findet sich im Alter von rund 40 Jahren. Auffallend oft geht eine Zöliakie bzw. Sprue mit anderen Erkrankungen einher. So haben z. B. rund 10 % der Menschen mit Glutenunverträglichkeit außerdem Diabetes Typ 1.

Einheimische Sprue oft mit Osteoporose assoziiert

Neueste Studien belegen darüber hinaus einen Zusammenhang zwischen Zöliakie und Osteoporose: 3,4 % der Menschen mit Osteoporose litten zudem an Zöliakie, während in der gesunden Kontrollgruppe nur 0,2 % eine Glutenunverträglichkeit hatten. Dies wurde durch eine Dünndarmbiopsie nachgewiesen. Dabei fanden die US-amerikanischen Forscher heraus, dass die Konzentration an sprueassoziierten Antikörpern mit der Knochendichte in Verbindung steht. Je mehr Antikörper im Blut enthalten waren, desto geringer war die gemessene Knochendichte.

Antje Habekuß

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