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Adjuvante Strahlentherapie bei Brustkrebs

Diese Frage stellen sich viele Patientinnen, die uns nach einer Brustkrebsoperation zur Strahlentherapie vorgestellt werden. In großen Studien wurde herausgefunden, dass die Rückfallrate (Lokalrezidivrate) bei Patientinnen, die nach einer Brustkrebsoperation bestrahlt wurden deutlich niedriger war, als bei Patientinnen die keine Strahlentherapie erhielten. Im Gegensatz zur Chemo- oder Hormontherapie (Wirkung auf den gesamten Organismus) stellt die Strahlentherapie ein lokales Behandlungsverfahren dar. Das bedeutet, „Strahlung wirkt dort, wo bestrahlt wird“. Somit ist das Ziel einer Nachbestrahlung die Abtötung von eventuell noch vorhandenen, aber unentdeckt gebliebenen vereinzelten Tumorzellen in der Brust und/oder in den Lymphbahnen.

Zahlreiche Faktoren bestimmen die Therapie

Allerdings ergibt sich die Notwendigkeit (Indikation) einer Strahlentherapie aus vielen verschiedenen Faktoren, z. B. der Tumorformel, dem angewendeten Operationsverfahren, um nur einige exemplarisch zu nennen, so dass letztendlich für jede Patientin ein individuelles, „maßgeschneidertes“ Therapiekonzept gemäß bestehender Behandlungsleitlinien festgelegt wird. Aber nicht nur nach vollständig entferntem Brustkrebs hat die Strahlentherapie einen festen Stellenwert in der onkologischen Behandlung. So kann sie durch direkte Vernichtung der Tumorzellen einerseits Beschwer den durch Metastasen, sei es im Knochen, in der Leber, an der Haut, in der Lunge oder aber im Gehirn lindern (palliativ-symptomorientierte Behandlung), andererseits das Auftreten von Beschwerden und Komplikationen durch Metastasen verzögern (palliativ-präventive Behandlung) und so bei guter Therapieverträglichkeit erheblich zur Verbesserung der Lebensqualität der Patienten beitragen. Die strahlentherapeutischen Behandlungsmöglichkeiten beschränken sich natürlich nicht nur auf Brustkrebs allein. Bei nahezu allen Krebserkrankungen gehört die Strahlentherapie mit zum Behandlungskonzept. Sie stellt neben der Operation die zweitwichtigste Behandlungsoption dar. Als Beispiele seien hier die Bestrahlung zur Verringerung der Rückfallrate nach vorausgegangener Operation (adjuvante Bestrahlung bei Enddarmkrebs) und die Bestrahlung zur Verkleinerung eines Tumors vor einer geplanten Operation genannt (neoadjuvantes Behandlungskonzept bei Lungenkrebs).

Moderne Bestrahlungsformen sind differenzierter geworden

Eine alleinige Strahlentherapie, häufig in Kombination mit einer Chemotherapie, kann bei gleichen Heilungschancen wie eine Operation, oftmals risikoreiche oder verstümmelnde operative Eingriffe zu vermeiden helfen (primäre Strahlentherapie bei Gebärmutterkrebs). Eine Bestrahlung kann aber auch nach einer Chemotherapie erfolgen, um möglicherweise noch vitale Tumorzellen in Tumorresten abzutöten, wie z. B. bei kleinzelligem Lungenkrebs (additive/ konsolidierende Strahlentherapie). Die strahlentherapeutischen Techniken haben sich natürlich in der mehr als 100jährigen Geschichte der Strahlentherapie grundlegend verändert und entwickeln sich ständig in rasantem Tempo weiter. Moderne Verfahren, wie die heute als Standard zu fordernde computergestützt-dreidimensional geplante, konformale Bestrahlung, intensitätsmodulierte Strahlentherapie, ultragenaue radiochirurgische Behandlungsverfahren sowie intraoperative Bestrahlung, sind Techniken, die in der Strahlentherapie in der Universitätsklinik Marburg zur Verfügung stehen.

Patient im Mittelpunkt

Dabei kann bei jeder dieser Techniken nur durch sorgfältigste Planung und Durchführung der strahlentherapeutischen Behandlung die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von therapiebedingten Nebenwirkungen auf ein Mindestmaß reduziert werden. Jedoch muss, bei aller hochmodernen Technik, der an Krebs erkrankte Patient mit all seinen individuellen Ängsten und Bedürfnissen im Mittelpunkt der Therapie stehen. Nur dann ist eine bestmögliche Behandlungsbegleitung während einer existentiellen Lebenserfahrung möglich.

Prof. Dr. med. Rita Engenhart-Cabillic

29.06.06

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