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Allergene in Fahrzeugen

Bei der Benutzung von Autos, Bussen, Straßen- oder U-Bahnen, Flugzeugen, Zügen und von Fahrrädern kommen Menschen mit Allergien fast zwangsläufig mit Allergenen in Kontakt. Sind es auf dem Fahrrad vor allem Pollen aus der Luft, die allergische Beschwerden hervorrufen, kommen in öffentlichen Verkehrsmitteln weitere Allergene (z. B. Tierhaare) hinzu. Auch in privaten PKW sind oft Allergene zu finden – u. a. solche, die Kontaktallergien hervorrufen.

Vor manchen Allergenen im Straßen- und Luftverkehr können sich von Allergien Betroffene durch Vorsichtsmaßnahmen schützen, anderen können sie nicht ausweichen. So ist es z. B. nicht möglich, auf den ersten Blick zu erkennen, ob ein Sitznachbar im Bus oder Zug Besitzer einer Katze oder eines Hundes ist und Tierhaare an seiner Kleidung – und damit Allergene – mit sich trägt. Auch jeder Pollenallergiker kommt auf dem Weg zur Arbeit unausweichlich mit „seinen“ Allergenen in Kontakt – etwa, wenn die Bus- oder Autotüren sich öffnen. Allerdings lassen sich bestimmte Allergene in Fahrzeugen bzw. die Allergenexposition in Fahrzeugen durchaus minimieren.

Allergene, die von außen kommen

Unterscheiden muss man bei Allergenen in Fahrzeugen zwischen Allergenen, die von außen kommen (Tierhaare, Pollen, Hausstaub), und Allergenen, die im Fahrzeug vorhanden sind (z. B. Chrom aus mit Chrom gegerbten Ledersitzen). Die von außen kommenden Allergene lassen sich i. d. R. nur verringern, jedoch nicht völlig ausschalten. So ist es z. B. nicht möglich, Einfluss darauf zu nehmen, wie oft und wie gründlich öffentliche Verkehrsmittel gereinigt werden, wodurch sich die Allergenkonzentration in ihrem Inneren reduziert. Allerdings können etwa Pollenallergiker u. U. darauf achten, öffentliche Verkehrsmittel zu Zeiten zu benutzen, zu denen weniger Pollen unterwegs sind – etwa nach einem Regen. Menschen mit einer Pollen- oder Tierhaarallergie sollten – falls möglich – zudem darauf achten, nicht gerade zur Hauptverkehrszeit in Busse oder Bahnen zu steigen. Denn zu diesem Zeitpunkt erhöht sich das Risiko, mit Pollen oder Tierhaaren in Kontakt zu kommen – durch die große Zahl anderer Benutzer der öffentlichen Verkehrsmittel, die Pollen oder Tierhaaren auf ihrer Kleidung tragen.

Diese Tipps nützen jedoch Pollen- und Tierhaarallergikern nichts, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, um z. B. zur Arbeit zu kommen. Sie müssen Busse und Bahnen zu bestimmten Zeiten benutzen. Ihnen kann u. U. das Tragen einer Pollenschutzmaske (ein in der Apotheke erhältlicher Mundschutz) helfen, die Allergenkonzentration in öffentlichen Verkehrsmitteln zu minimieren. Auch Feinstaubmasken, die in Baumärkten erhältlich sind, fangen einen Großteil der in der Luft befindlichen Allergene ab und verhindern, dass diese in die Atemwege eindringen. Bei kühleren Temperaturen lässt sich ein solcher Mundschutz u. U. unter einem Tuch oder einem Schal verbergen.

Allergene, die ins Auto eindringen

Im eigenen Auto kann man sich dagegen leichter vor den Allergenen schützen, die von außen in den Fahrgastraum eindringen. So können etwa Tierhaarallergiker es ablehnen, Menschen mitzunehmen, die ein Tier besitzen, oder ihren PKW nach Mitnahme eines Tierbesitzers gründlich reinigen. Ohnehin ist die gründliche, regelmäßige Reinigung des Innenraums für Pollenallergiker in der Pollenflugzeit oder bei einer Hausstauballergie unerlässlich.

Vor Pollen oder Feinstaub im Auto kann man sich durch den Einbau eines Luftfilters (Innenraumfilter) schützen, der Pollen aus der Außenluft zum Großteil herausfiltert. Beim Einbau sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass der Filter exakt in die für ihn vorgesehene Halterung passt, denn sonst kann pollenbelastete Außenluft am Filter vorbei in den Innenraum gelangen. Wichtig ist auch, den Filter wenigstens einmal jährlich bzw. nach rund 15.000 Fahrkilometern auszutauschen. Ein solcher Innenraumfilter reduziert zudem das Unfallrisiko, das durch eine Allergie erhöht sein kann, etwa weil die Fahrfähigkeit durch häufiges oder starkes Niesen beeinträchtigt oder die Sicht durch tränende Augen vermindert ist.

Während der Pollenflugzeit sollten Menschen mit Pollenallergie zudem darauf achten, möglichst rasch ins Auto einzusteigen und die Autotüren nicht unnötig lange offen stehen zu lassen. Das Gleiche gilt auch für die Laderaumtür, vor allem wenn der Laderaum eine Einheit mit der Fahrgastzelle bildet. Jacken sollten im Wagen möglichst sofort ausgezogen und entweder im vom Fahrgastraum getrennten Kofferraum oder in einer verschließbaren Tüte gelagert werden, da sie oft mit Pollen belastet sind. Die andere Kleidung lässt sich aus Praktikabilitätsgründen im Wagen jedoch nicht wechseln. Aus diesem Grund ist das regelmäßige Absaugen der Polster notwendig – am besten in einem verschlossenen Raum wie der Garage, damit durch die geöffneten Wagentüren nicht erneut Pollen ins Innere gelangen. Während des Fahrens sind die Fenster geschlossen zu halten. Stattdessen kann bei Bedarf die Klimaanlage angeschaltet werden, die zu Beginn der Pollensaison in der Werkstatt gründlich gereinigt werden sollte.

Allergierisiko durch Materialien in Fahrzeugen

Das Risiko mit Kontaktallergenen in Berührung zu kommen, ist in öffentlichen Verkehrsmitteln zwar möglich, doch dagegen kann man nichts unternehmen. Im eigenen PKW kann man Allergenquellen jedoch minimieren, wenn man sie kennt. So können sich Allergene im Lenkrad, in den Sitzen oder den Armaturen verbergen. Dazu gehören u. a. Farbstoffe in Sitzbezügen, Chrom in Ledersitzen, Weichmacher im Lenkrad oder in der Kunststoffinnenverkleidung des PKW. Diese Allergene können bei längerem Kontakt mit der Haut etwa zu Ekzemen führen und Ausdünstungen aus dem Kunststoff können Atemprobleme bei von Asthma Betroffenen auslösen, vor allem bei Hitze – schon weil sich im verhältnismäßig kleinen Innenraum eines Autos die Luftkonzentration an diesen Stoffen stark erhöhen kann. Bei einer Kontaktallergie oder Atemwegsproblemen hilft dann oft nur das Auswechseln des Bauteils. Vor dem Kauf eines neuen PKW können Menschen mit Allergien zudem auf das Siegel des TÜV Rheinland „allergiegetesteter Innenraum“ achten.

Einnahme von Medikamenten

Menschen mit einer Allergie sollten zudem stets Medikamente (etwa Antihistaminika oder kortisonhaltige Medikamente) mit sich führen, um diese bei Bedarf nehmen zu können – unabhängig davon, ob sie in öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem eigenen PKW unterwegs sind. Autofahrer sollten jedoch vorab mit ihrem Arzt darüber sprechen, ob ihr Medikament die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt. In diesem Fall sollte auf Ausweichmedikamente zurückgegriffen werden. Auch im Flugzeug können Antihistaminika und andere Medikamente bei Bedarf genommen werden. Insbesondere Menschen mit Asthma sollten ihre Medikamente stets in die Fluggastkabine mitnehmen, denn Asthmaanfälle können im Flugzeug u. U. stärker als gewohnt ausfallen. Sinnvoll ist es in jedem Fall, mit dem behandelnden Arzt über einen bevorstehenden Flug zu sprechen, sich das Okay für den Flug geben und bei Bedarf Notfallmedikamente verordnen und einen Allergiepass ausstellen zu lassen.

Quelle: allergikus 1/2016

18.04.16

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