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Anaphylaktischen Reaktionen entgegenwirken

03.04.09.

Molekularer Mechanismus des allergischen Schocks entschlüsselt

Wissenschaftler der Universität Heidelberg haben einen molekularen Mechanismus für den allergischen Kreislaufschock gefunden. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Aktivierung spezifischer Proteine in den Zellwänden von kleinen Blutgefäßen. Die Ausschaltung der entsprechenden Gene bewahrte Mäuse vor den bisweilen tödlich verlaufenden Reaktionen des Immunsystems und des Kreislaufs (anaphylaktischer Schock), ohne dass ihre Kreislaufregulation dadurch gestört wurde.

Damit könnte der Weg für die Entwicklung von neuen Medikamenten zur Behandlung und Vorbeugung des allergischen Schocks bereitet sein. Die Arbeit von Prof. Dr. Stefan Offermanns und seiner Kollegen ist online in der Zeitschrift The Journal of Experimental Medicine erschienen.

Akute lebensbedrohliche allergische Reaktion

Beim anaphylaktischen Schock handelt es sich um eine akut lebensbedrohliche allergische Reaktion, die meist durch Nahrungsmittel, Insektengifte, Medikamente oder andere Allergene ausgelöst wird. Ihre Häufigkeit hat in den letzten Jahrzehnten zugenommen. Die Zufuhr des Allergens löst bei sensibilisierten Personen die Freisetzung verschiedener Stoffe (Mediatoren) aus Immunzellen im Blut aus. Diese Mediatoren – z. B. Histamin oder Leukotriene – bewirken, dass der Blutdruck dramatisch abfällt, die Körpertemperatur sinkt und Herzrhythmusstörungen, Atembeschwerden sowie akute Reaktionen in Magen und Darm sowie auf der Haut auftreten. Die Kombination dieser Symptome führt zum lebensbedrohlichen Krankheitsbild des anaphylaktischen Schocks.

Allergieschock auslösenden Mechanismus hemmen

Die Mediatoren entfalten ihre Wirkung über sog. G-Protein-gekoppelte Rezeptoren, die sich auf diversen Körperzellen – u. a. in den Blutgefäßwänden – befinden. Sie lösen Signale in den Zellen aus, die wiederum Störungen und die typischen Symptome der anaphylaktischen Reaktion zur Folge haben. „Im genetischen Mausmodell konnten wir zeigen, dass überraschenderweise die selektive Ausschaltung der für die G-Proteine Gq und G11 kodierenden Gene in den Gefäßwandzellen zu einem Schutz der Tiere gegenüber schwersten anaphylaktischen Reaktionen führte“, erklärt Prof. Offermanns. Nun stehe der Weg offen für die Entwicklung und Testung von Substanzen, die gezielt den auslösenden Mechanismus hemmen können.

Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg

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