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Schonzeit für Pollenallergiker geht zu Ende

27.02.09.

Hasel

Foto: Shutterstock

Frankfurt/Main (AP) Der Frühling naht und damit die Leidenszeit der Pollenallergiker. Nach der ungewöhnlich langen Schonzeit, die sie in dieser Saison wegen der großen Kälte erleben durften, steigen nun die Konzentrationen von Haselnuss- und Erlenpollen deutlich an, wie die Pollenflugstatistik und die Pollenvorhersage des Deutschen Wetterdienstes
(DWD) zeigen. «Die Allergiker hatten lange Ruhe, sie dürfen sich eigentlich nicht beklagen», sagte Allergologe Horst Müsken der Nachrichtenagentur AP.

Anders als 2007 und 2008, als vor allem Hasel, aber auch Erle zum Teil schon Anfang Januar und davor blühten, geht es dieses Jahr erst Ende Februar in den meisten Teilen Deutschlands zaghaft los. «Die Allergiesaison für Menschen, die auf Frühblüher reagieren, ist 2009 entgegen dem Langzeittrend verkürzt», sagte der Bad Lippspringer Arzt, der stellvertretender Vorsitzender der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst ist: «In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Pollensaison insgesamt zeitlich ausgeweitet – sowohl nach vorne als auch nach hinten.» Dazwischen gebe es immer mal wieder gegen den Trend ein kurzes Aufatmen für Allergiker.

«Jetzt werden wir Hasel und Erle in dichter Folge erleben, und dann kommt auch schon die Birke – alles in sehr kurzer Zeit», erklärte der Mediziner.
Für die nächsten Tage ist nach der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes allerdings noch kein ausgesprochenes Pollenflugwetter zu erwarten, wie Meteorologe Bernhard Zeuschner sagte: «Dafür ist es zu wechselhaft.» Durch den Regen werden die Pollen nach seinen Worten aus der Luft gewaschen. Sie sind dann nicht mehr so wirksam.
«Weniger Pollen als im Mastjahr 2008»

Zudem ist in diesem Jahr nach Einschätzung von Müsken ohnehin nicht mit einem besonders schlimmen Jahr für Menschen mit Allergien gegen die sogenannten Frühblüher zu rechnen. «Wir werden mit Sicherheit insgesamt einen geringeren Baumpollenflug haben als im Vorjahr», sagte er. «Das heißt aber nicht, dass er an bestimmten Tagen nicht stark sein kann, so dass die Leute wirklich leiden.»

Der Allergologe stützt seine Prognose auf den nach seinen Angaben weltweit feststellbaren Zwei-Jahres-Rhythmus beim Baumpollenflug. Nach dem ausgesprochenen Mastjahr 2008 vor allem bei der Birke, dem allergologisch aggressivsten Baum der Frühblüher, ist demnach jetzt ein schwächeres Jahr zu erwarten. Je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit könne es aber doch lokal und regional heftige Belastungen geben. Über den weiteren Verlauf des Jahres für Allergiker lässt sich nach Angaben Müskens jetzt noch nichts sagen.
«Wenn es einen Super-Sommer gibt, kann die Allergiesaison lange dauern», betonte er.
«Aus Heuschnupfen wird schnell ein Asthma»

Den Betroffenen riet der Experte, schon bei den ersten Anzeichen einer Allergie der Atemwege zum Facharzt zu gehen: «Aus einem Heuschnupfen wird schnell ein Asthma. Man darf das nicht bagatellisieren.»

Mehr als zwölf Prozent der Bevölkerung sind laut der Stiftung Pollenallergiker – bei zunehmender Tendenz. Damit sich diese beispielsweise medikamentös besser und gezielter auf besondere Pollenflugtage einstellen können, erstellt der Deutsche Wetterdienst gemeinsam mit der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst Vorhersagen der sechs allergologisch wichtigsten Blütenpollen Hasel, Erle, Birke, Süßgräser, Roggen und Beifuß, unter denen rund 95 Prozent der Betroffenen leiden.

Der Blühbeginn der Pflanzen kann in Mitteleuropa witterungsbedingt bis zu sechs Wochen schwanken. Zudem hängt die Konzentration der freigesetzten Pollen und ihr Transport ganz entscheidend vom aktuellen Wetter ab, was sowohl in die Analyse der Messdaten als auch in die Vorhersage des zu erwartenden Pollenfluges eingeht.

Grundlagen der Prognosen sind die regionalen kurz- und mittelfristigen Wettervorhersagen des DWD sowie die von der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst in verschiedenen Kliniken gemessenen und ausgewerteten Pollenkonzentrationen. Eine Unterstützung zur Erkennung des Blühbeginns der allergenen Pflanzen bieten die aktuellen phänologischen Daten des Wetterdienstes, die im Rahmen der agrarmeteorologischen Datenerfassung gewonnen werden.

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