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Wenn Hansi krank macht

03.04.09.

Allergische Reaktion auf Eier. Wie das Vogel-Ei-Syndrom kleine und große Patienten beeinträchtigt

Die kleine Marie klagte seit Jahren über wiederkehrende Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfälle und Nesselsucht. Zweimal kam sie sogar wegen unerklärlicher Kreislaufzusammenbrüche in die Notaufnahme, wurde jedoch nach erfolgloser Magen- und Darmspiegelung und ergebnislosen Laboruntersuchungen ohne gesicherte Diagnose entlassen. Erst Allergologe Prof. Dr. Ludger Klimek, Mitglied im wissenschaftlichen Beirat von allergikus, brachte die Ursache der Beschwerden an den Tag: Das 10-jährige Mädchen leidet an einer Allergie auf Ei-Proteine.

„Marie konnte nicht einmal hart gekochte Eier vertragen. Sie durfte also auch Ostern keine gefärbten Eier essen“, berichtet Klimek. Er empfiehlt, bei Verdacht auf eine Nahrungsmittelallergie einen auf die Behandlung von Allergien spezialisierten Facharzt aufzusuchen.

Nahrungsmittelallergie im Kindesalter

Ei-Allergien gehören zu den häufigen Nahrungsmittelallergien des Kindesalters. Die Sensibilisierung erfolgt über den Magen-Darm-Trakt. 80 % der Kinder entwickeln mit Beginn des Schulalters eine Toleranz, sodass die Allergie nicht mehr auftritt. Bei älteren Kindern und Jugendlichen – aber auch Erwachsenen – entwickelt sich eine Allergie auf Nahrungsmittel vor allem durch Sensibilisierung über den Atemwegstrakt. Am bekanntesten ist die pollenassoziierte Nahrungsmittelallergie (Kreuzallergie) bei Pollenallergikern: Menschen mit einer Allergie auf Baumpollen vertragen beispielsweise häufig kein rohes Stein- und Kernobst sowie Haselnüsse. Die Pollen und Nahrungsmittel haben gemeinsame oder sehr ähnliche allergene Strukturen.

Ursache der Unverträglichkeit

Warum verträgt ein Kind oder Jugendlicher plötzlich kein Ei mehr? „Die Ursache kann tatsächlich ein als Haustier gehaltener Vogel sein“, erklärt Dr. Uta Rabe vom Ärzteverband Deutscher Allergologen
(ÄDA). „Besonders der Kot und das Blutserum von Vögeln enthalten eine allergene Struktur, die auch im Eidotter vorkommt. Dieses Allergen ist bis zu 70° C gegen Hitze stabil. Betroffene, die zuhause einen Wellensittich, Kanarienvogel oder andere Ziervögel halten, können auch im Erwachsenenalter durch Einatmen von Vogelallergenen aus Federstaub, getrocknetem Kot oder Urin eine Allergie auf Hühnerei entwickeln. Ärzte sprechen dann von einem Vogel-Ei-Syndrom. Es gibt Beschreibungen, dass dieses Syndrom auch auftreten kann, wenn die Vogelhaltung viele Jahre zurückliegt – z. B. in der Kindheit.“

Worauf beim Vogel-Ei-Syndrom zu achten ist

Symptome des Vogelei-Syndroms können neben Hautbeschwerden auch Niesreiz, Augenjucken, Reizhusten und Atemnot sein. Patienten mit einem Vogel-Ei-Syndrom spüren die Sensibilisierung im Bereich der Atemwege nicht immer. Oftmals haben sie keine Beschwerden, wenn sie sich mit ihrem Vogel im Zimmer aufhalten, vertragen aber plötzlich kein Ei mehr. Nach dem Genuss von Eierspeisen tritt Juckreiz an der Haut oder im Mund auf. Häufig wird die Ursache dieser Unverträglichkeit nicht oder sehr spät erkannt. „Bei Vogelhaltern mit plötzlichen Lebensmittelunverträglichkeiten sollte der behandelnde Arzt daran denken, dass ein Vogel-Ei-Syndrom die Ursache sein kann“, empfiehlt Dr. Rabe. Sie warnt insbesondere vor dem unabsichtlichen Essen von eihaltigen Produkten. „Eier sind in vielen Lebensmitteln versteckt enthalten, beispielsweise in Mayonnaise, Baisers, panierten Nahrungsmitteln und Cremespeisen. Manche Ei-Allergiker vertragen jedoch Eiprodukte und hart gekochte Eier, wenn sie über längere Zeit auf mehr als 70° C erhitzt werden.“

Quelle ÄDA

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