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Allergiefreies Wohnen mit Hausstauballergie

Moderne Wohnräume haben oft einen entscheidenden Nachteil: Die verbesserte Wärmedämmung führt in vielen Wohnungen zu einer erhöhten Luftfeuchtigkeit. Eine hohe Luftfeuchtigkeit schafft aber ideale Wachstumsbedingungen für Innenraumallergene, allen voran: Hausstaubmilben und Schimmelpilze.

Rund 10 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind Hausstauballergiker. Auslöser ist der Kot der Hausstaubmilbe. Er zerfällt in kleinste Teilchen und verbindet sich mit dem Hausstaub, der mit der Atemluft in die Lunge gelangt. Eine Wohnung völlig milbenfrei zu halten, ist so gut wie ausgeschlossen. Dennoch gibt es Möglichkeiten, die Ausbreitung von Hausstaubmilben einzuschränken.

Die Symptome der Hausstauballergie reichen von tränenden und juckenden Augen über Husten, Fließschnupfen, und Niesanfällen bis zu Hautreaktionen. Unbehandelt wachsen sich die Symptome oft zu allergischem Asthma bronchiale aus. Am stärksten sind die Beschwerden meist nachts und morgens nach dem Aufstehen. Wie stark sich die allergischen Symptome äußern, ist von der Menge der Milben und ihren Ausscheidungen abhängig. „Bei einer Menge von 100 Milben pro g Staub ist die Gefahr einer Sensibilisierung deutlich erhöht. Bei mehr als 500 Milben pro g Staub ist bereits die Entwicklung eines allergischen Asthmas bronchiale nachgewiesen. Ein Gramm Staub kann jedoch bis zu 10.000 Milben enthalten“, warnen Wissenschaftler der Berliner Stiftung ECARF, kurz für Europäische Stiftung für Allergieforschung.

Regelmäßiges Lüften

Mit einer Größe von 0,1 bis 0,5 Millimetern sind Hausstaubmilben mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Warme Räume mit hoher Luftfeuchtigkeit bieten den Tieren aber ideale Nistbedingungen. 80 Prozent Luftfeuchtigkeit bei rund 20 Grad Celsius gelten als Richtwerte. Betroffen sind vor allem feuchte Bauten, wie manche Altbauwohnungen, frische Neubauten, oder auch Niedrig-Energiehäuser. Regelmäßiges Lüften – am besten fünf Mal täglich zehn Minuten Stoßlüften – ist deshalb die Grundregel für Allergiker.

Als Nahrung dienen den mikroskopischen Spinnentieren Hautschuppen, Federn und Fell von Haustieren oder Schimmelpilze. Fündig werden sie vor allem im Wohn- und Schlafbereich: Denn u. a. beim Schlafen verliert der Mensch pro Tag ca. 1,5 Gramm Hautschuppen. Diese kleine Menge reicht, um 1,5 Mio. Hausstaubmilben satt zu bekommen, informiert die Stiftung ECARF. Milben siedeln also bevorzugt in Bettdecken, Matratzen und Kopfkissen, aber auch in Polstermöbeln, Teppichen, Vorhängen oder Stofftieren.

An zweiter Stelle der vorbeugenden Maßnahmen steht deshalb die sog. Bettsanierung: Matratzen und Federbetten bleiben mit allergendichten Überzügen, sog. Encasings, vor Milben geschützt. Die Kosten dafür übernimmt bei Allergikern meist die Krankenkasse. Bettwäsche sollte regelmäßig bei mindestens 60 Grad gewaschen werden. Auch Vorhänge, Teppiche, Tischwäsche und ähnliches sollten regelmäßig gewaschen werden. Sind Kuscheltiere von Milben betroffen, steckt man die Plüschgefährten für einige Zeit in die Tiefkühltruhe: Milben vertragen keine Minustemperaturen. Generell sollten Eltern aber besser nur waschbare Stofftiere verwenden.

Staubfänger sind in Allergikerhaushalten besser tabu: offene Bücherregale, viele Kissen und Wohnraumaccessoires schaffen für Milben ein anziehendes Ambiente. Holz- und Ledermöbel sind Polstermöbeln vorzuziehen. Dass glatte Böden für Allergiker besser geeignet seien, ist allerdings ein Irrtum. Glatte Bodenbeläge wirbeln den Staub nämlich um einiges stärker auf als Teppichflor. Wer auf Parkett, Laminat und Co. dennoch nicht verzichten kann, sollte am besten täglich feucht wischen. Staubsauger sind nur mit Feinstaubfiltern ratsam.

Jeder Dritte reagiert auf Schimmel

Jeder dritte Hausstauballergiker reagiert auch auf Schimmelpilze. Die Allergene werden wie bei der Hausstaubmilbe von den Pilzen ausgeschieden und vermischen sich mit der Atemluft. Zwar ist die Belastung im Haus meist geringer als im Freien, Schimmel wächst aber überall, wo es feucht ist, als Stockflecken auf Büchern und Kleidung, auf Tapeten und Fensterrahmen an kalten Wänden mit viel Kondenswasser, in schlecht gelüfteten Badezimmern und Kellern.

Quelle: Allergikus 1/2013

23.04.13

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