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Allergiekalender: Wann sind welche Pollen unterwegs?

Schon im Januar können in wärmeren Wintern in Deutschland, Österreich und der Schweiz die ersten Pollen in der Luft vorkommen. Pollen ist der Sammelbegriff für eine größere Anzahl Pollenkörner, die das männliche Erbgut von Pflanzen zur Befruchtung zu den weiblichen Pflanzenorganen bringen. Der Wind, aber auch Insekten und andere Tiere bringen den staubartigen Pollen zu seinem Ziel, das durchaus mehrere 100 km entfernt vom Ausgangsort liegen kann.

Die meisten Pflanzen setzen erst bei wärmerer Witterung ihre Pollen frei, die sich besonders gut bei trockenem Wetter in der Luft verteilen. Doch es gibt auch die sog. Frühblüher, deren Hauptblütezeit bereits im Februar und März beginnt. Dazu gehören die besonders häufig Allergien auslösenden Erlen und Haselsträucher. Sie zählen zu den Pflanzen, die in manchen Jahren bereits im Januar zu blühen beginnen.

Regionale Unterschiede

Da Pollenallergiker sich aufgrund ihrer oft zahlreichen Beschwerden vor den Pollen schützen müssen, gegen die sie allergisch sind, sollten sie die Zeiten im Jahr kennen, in denen sich die jeweiligen Pollen in der Luft befinden können. Besonders zur Hauptblütezeit ihres Allergens müssen sie Vorsichtsmaßnahmen treffen. Obwohl ein allgemeiner Pollenflugkalender für ganz Deutschland, Österreich oder die Schweiz ungefähre Aussagen über die Blütezeit treffen kann, gibt es doch auch regionale Unterschiede. So ist im Frühjahr die Vegetation im sog. Oberrheingraben zwischen Basel und Frankfurt am Main i. d. R. schon frühzeitig stärker fortgeschritten als weiter im Norden und in höheren Lagen. Daher muss man im Norden erst später mit stärkerem Pollenflug rechnen. Da Pollen jedoch vom Wind auch über mehrere 100 km getragen werden, gelangen Pollen aus dem Süden bei entsprechender Windrichtung manchmal bereits in nördlichere Gefilde, ohne dass dort bereits die gleichen Pflanzen blühen. Deshalb sollten Pollenallergiker die Pollenflugvorhersage beachten.

Hauptblütezeiten der allergen wirkenden Pflanzen

Die Hauptblütezeiten sind die Zeiten im Jahr, in denen die meisten Pollen einer Pflanze in der Luft vorkommen. Doch oft sind schon ein bis zwei Monate vor sowie ein bis zwei Monate nach der Hauptblütezeit Pollen der jeweiligen Pflanze in der Luft vorhanden. Wer auf Nummer sicher gehen will, muss daher auch hier die Pollenflugvorhersage kontaktieren oder sollte sich die kostenlose App der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst, die sog. Pollen-App, aufs Smartphone laden. Diese App nennt für den jeweiligen Standort des Smartphonenutzers die Pollenbelastung der Luft. Außerdem lässt sich mit ihrer Hilfe unproblematisch ein Pollentagebuch führen, das bei Bedarf ausgedruckt und dem Arzt vorgelegt werden kann.

Obwohl der Pollenflug bereits im Januar beginnen kann, ist im Allgemeinen der Februar der erste Monat mit größerer Pollenbelastung. Die folgende Auflistung nennt die Pflanzen, die in den Monaten Februar bis September in voller Blüte stehen:

  • Februar: Erle, Hasel
  • März: Erle, Hasel, Pappel, Ulme, Weide
  • April: Birke, Buche, Eibe, Eiche, Esche, Hainbuche, Pappel, Raps, Ulme, Weide
  • Mai: Eibe, Eiche, Gräser, Hainbuche, Kiefer, Raps, Roggen, Spitzwegerich
  • Juni: Brennnessel, Gräser, Hafer, Raps, Roggen, Spitzwegerich
  • Juli: Brennnessel, Beifuß, Gräser, Hafer, Nessel, Raps, Spitzwegerich
  • August: Ambrosia, Brennnessel, Beifuß, Nessel, Raps, Spitzwegerich
  • September: Ambrosia

Auch in den Monaten vor und nach der jeweiligen Hauptblüte müssen Menschen mit einer Allergie gegen die jeweiligen Blütenpollen achtgeben.

Klimaveränderung und Pollenflug

Laut Stiftung Deutscher Pollenfluginformationsdienst hat sich die Blütezeit vieler Pflanzen in den letzten Jahren immer weiter verschoben, nach vorne, aber auch nach hinten. Studien zufolge ist daran der Klimawandel beteiligt. So hat sich in unseren Breiten die Wachstumsperiode in den letzten 30 Jahren um acht bis 14 Tage verlängert. Auch verändert sich teilweise die Vegetation – in manchen Regionen wachsen heute Pflanzen, die dort vor einiger Zeit noch nicht vorkamen. Zudem hat – dem Umweltbundesamt zufolge – die Luftkonzentration von Pollen in den städtischen Regionen seit den 1980-er Jahren stark zugenommen. Diskutiert wird daher, ob die Kohlendioxid-Konzentration in der Luft ebenfalls Auswirkungen auf den Pollenflug haben könnte.

Außerdem wird diskutiert, ob ein Zusammenhang zwischen der Klimaveränderung und dem weltweiten Anstieg allergischer Atemwegserkrankungen bestehen könnte. Vermutet wird u. a., dass der Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre dazu beiträgt, dass entweder die Pollen ein höheres allergenes Potenzial entwickeln oder ein Teil der Bevölkerung empfindlicher auf Pollen reagiert. Auch die Tatsache, dass sich mit dem Klimawandel Pflanzen in Gebieten ansiedeln, in denen sie zuvor nicht bekannt waren, könnte die Empfindlichkeit gegenüber Pollen bei bestimmten Bevölkerungsgruppen steigern. Bestimmte hoch allergen wirkende Pflanzen, vor allem Ambrosia artemisiifolia (auch Beifuß-Traubenkraut, Traubenkraut oder Beifuß-Ambrosie genannt), gelangen auch durch mit ihren Samen verunreinigtes Vogelfutter oder Saatgut in Regionen, in denen sie zuvor nicht vorkamen. Solche hoch allergenen Pollen erhöhen damit das allgemeine Risiko, an einer Pollenallergie zu erkranken. Hinzu kommt: Wer einmal von einer Pollenallergie betroffen ist, dessen Körper kann im Laufe der Zeit u. U. gegen weitere Pollen sensibilisiert werden, sodass sich die Allergie ausweiten kann.

Die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst überprüft zusammen mit dem Deutschen Wetterdienst in regelmäßigen Abständen, ob es Verschiebungen der Blütezeiten bei Pollenpflanzen gibt bzw. ob Gefährdungen durch neue Pollenarten hinzukommen. Aus diesem Grund ist es für Pollenallergiker umso wichtiger, regelmäßig die Pollenflugvorhersage zu kontaktieren.

Wie kann man sich schützen?

Allergischen Beschwerden vorbeugen können Menschen mit einer Pollenallergie nur, indem sie ihren Allergieauslöser – also „ihre“ Pollen – meiden. Während des Pollenflugs sollten sie sich möglichst häufig in geschlossenen Räumen aufhalten und nur zu bestimmten Tageszeiten lüften – auf dem Land am besten abends, in der Stadt frühmorgens vor acht Uhr. Wer ins Freie muss, kann bei Bedarf einen Mundschutz tragen, der Mund und Nase bedeckt. Dieser schützt bis zu einem gewissen Grad vorm Einatmen der Pollen. Auch das Tragen einer Brille (etwa eine Sonnenbrille) kann die Beschwerden reduzieren. Allerdings müssen sich Menschen mit einer Pollenallergie darüber im Klaren sein, dass vor allem ein Mundschutz in der Öffentlichkeit Aufsehen erregt. Verringert er jedoch die allergischen Beschwerden, lässt sich darüber vielleicht hinwegsehen.

Bei Regen ist die Pollenkonzentration der Luft geringer als bei schönem Wetter. Spaziergänge sollte man daher am besten auf die Zeit nach einem Regenguss legen. Um Pollen nicht in die Wohnung zu tragen, sollten sich alle, die in einem Haushalt mit einem Pollenallergiker leben, sofort nach Betreten der Wohnung frische Kleidung anziehen und die verunreinigten Kleider in einem Vorraum lassen oder in die Wäsche geben. Die Schuhe müssen ebenfalls nach Betreten der Wohnung ausgezogen werden. Vor dem Schlafengehen sollten sich Pollenallergiker die Haare waschen. Falls möglich sollten das auch die Menschen tun, die im gleichen Zimmer schlafen. Wäsche sollte während der Pollenflugzeit nicht im Freien getrocknet werden.

Quelle: allergikus 4/2015

19.01.16

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