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Allergierisiko verringern

Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern

Die Anfälligkeit für eine Allergie wird in bestimmtem Maße vererbt. Ist ein Elternteil von einer Allergie betroffen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass auch das Kind eine Allergie entwickeln wird. Das Allergierisiko für Kinder mit einem Betroffenen als Elternteil liegt zwischen 20 und 40 %, sind beide Eltern betroffen, wird auch das Kind mit einer Wahrscheinlichkeit zwischen 60 und 80 % eine Allergie entwickeln.

Deshalb ist es vielen Eltern mit einer Allergie wichtig, Maßnahmen zu ergreifen, die der Entstehung von Allergien bei ihren Kindern vorbeugen. Dabei spielt die Ernährung in den ersten Lebensjahren eine wichtige Rolle.

Stillen und HA-Nahrung

In den ersten vier Lebensmonaten, so die medizinische Leitlinie zur Allergieprävention, schützt Stillen Kinder am besten vor Allergien. In dieser Zeit brauchen Säuglinge i. d. R. keine weitere Nahrung, um sich altersentsprechend zu entwickeln. Doch nicht alle Mütter können oder wollen (voll) stillen. Für Kinder mit erhöhtem Allergierisiko empfiehlt die Leitlinie in diesem Fall die Gabe von sog. hydrolysierter Säuglingsanfangsnahrung, auch hypoallergene oder HA-Nahrung genannt. Das darin enthaltene Kuhmilcheiweiß ist so stark aufgespalten, dass es keine allergischen Reaktionen hervorrufen kann. Säuglingsnahrungen auf Sojabasis sind zur Allergievorbeugung hingegen nicht geeignet. Auch andere Spezialnahrungen sollten Eltern nur auf Anraten des Kinderarztes bei Bedarf füttern.

Einführung von Beikost

Nach Vollendung des vierten Lebensmonats sollten Eltern – zusätzlich zum Stillen oder zur Flaschennahrung – allmählich Beikost einführen, denn der Nährstoffbedarf des Kindes steigt zu diesem Zeitpunkt. Zudem haben wissenschaftliche Studien keine Verringerung des Allergierisikos durch längeres volles Stillen feststellen können. Als erster Brei hat sich eine Mischung aus Gemüse, Kartoffeln und Fleisch bewährt. Einen Monat später kann dann ein Milch-Getreide-Brei zusätzlich eingeführt werden, wiederum einen Monat danach ein Getreide-Obst-Brei. Auf potenziell allergen wirkende Nahrungsmittel sollten Eltern nicht verzichten – dies bietet nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen keinen Schutz vor Allergien. Auch Fisch können Eltern daher im ersten Lebensjahr als Beikost einführen. Die Leitlinie zur Allergieprävention gibt an, dass dies möglicherweise vor Allergien schützen könnte. Das gilt auch für glutenhaltige Getreide wie Weizen, die im Brei bereits ab dem fünften Lebensmonat vorkommen dürfen, um das Risiko für die Entstehung von Zöliakie zu reduzieren.

Als Getränk sollten Eltern zunächst weiter Muttermilch oder Flaschennahrung anbieten, bei Bedarf können sie ihrem Säugling auch Wasser oder ungesüßten Tee (Kräuter- oder Früchtetee) anbieten. Dabei sollten sie jedoch darauf achten, dass sie einen Tee wählen, der kaum pestizidbelastet ist. Beim Wasser können sie i. d. R. unproblematisch auf Leitungswasser zurückgreifen, es sei denn, die Messwerte für Nitrit liegen an der Obergrenze der Zulässigkeit, die Wohnung verfügt über alte Bleileitungen oder das Trinkwasser kommt aus einem hauseigenen Brunnen. In den ersten Lebensmonaten des Kindes sollte Trinkwasser vorsorglich abgekocht werden.

Feste Nahrung

Die erste feste Nahrung können Eltern ihrem Kind in Form von Keksen oder Zwieback bereits nach Vollendung des fünften Lebensmonats geben. Ab dem zehnten Lebensmonat kann ein Baby i. d. R. auch Brot essen und damit beginnen, an den Familienmahlzeiten teilzunehmen. Oft zeigen Kinder auch, wann sie das Gleiche essen wollen wie ihre Eltern. Auch hier gilt, dass Eltern nicht aus Angst vor Allergien ihrem Kind bestimmte Nahrungsmittel vorenthalten sollten. Eine Ausnahme sind ganze Nüsse: Diese sollten Eltern ihrem Kind nicht anbieten, weil kleine Kinder an ihnen ersticken können.

Quelle: allergikus 2/2017

06.11.17

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