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Was Allergiker bei Renovierungsarbeiten beachten sollten

Eine Wohnungsrenovierung ist für Allergiker u. U. nicht nur aus Schönheitsgründen notwendig, manchmal müssen Renovierungen durchgeführt werden, um Allergene aus der Wohnung zu vertreiben. So kann es z. B. bei einer Hausstaubmilbenallergie nötig werden, Teppiche durch glatte Böden zu ersetzen. Allerdings werden bei einer Renovierung oft weitere Allergene freigesetzt. In manchen Fällen gelangen durch die Renovierung neue Allergene in die Wohnung. Aus diesen Gründen müssen Menschen mit Allergien Renovierungsarbeiten besonders gut planen.

Bei der Wahl der fürs Renovieren benötigten Produkte sollten Allergiker darauf achten, dass sie Stoffe, die Allergien auslösen können, nicht enthalten. So sollten Farben, Bodenbeläge usw. keine Biozide enthalten, die Schädlinge oder Schimmel fernhalten sollen, Kolophonium, Phenolformaldehydharze oder Acrylate, die etwa in Farben und Klebern z. T. als Bindemittel verwendet werden, sind wegen ihrer potenziell allergieauslösenden Wirkung ebenfalls tabu. Das Gleiche gilt für Lösemittel in Farben oder Weichmacher z. B. in Bodenbelägen.

Welche Produkte sind für Allergiker geeignet?

Damit die frisch renovierten Wände, Bodenbeläge und Möbel keine Stoffe ausdünsten, die Allergien hervorrufen oder zur Sensibilisierung beitragen, heißt es, beim Einkauf von Renovierungsmaterialien die Inhaltsliste genau anzuschauen und auf Produkte zu verzichten, die die oben genannten Stoffe enthalten. Zudem sollten vor allem für die Renovierung von Innenräumen keine Materialien verwendet werden, die durch Gefahrenhinweise wie „reizend“ oder „gesundheitsschädlich“ gekennzeichnet sind. Stattdessen sollten bevorzugt Produkte verwendet werden, die das Umweltzeichen „Blauer Engel“ oder aber das Europäische Umweltzeichen (EU-Ecolabel) tragen. Beim Kauf von Bodenbelägen oder Möbeln sollten Allergiker zudem ihre eigene Nase zurate ziehen: Dünsten Teppiche, PVC oder die ins Auge gefasste Polstergarnitur einen stechenden oder anderweitig unangenehmen Geruch aus, sollte auf den Kauf verzichtet werden.

Vor allem bei der Renovierung des Kinderzimmers sollten Eltern bei der Auswahl der Materialien genau hinschauen. Kinder von Allergikern etwa haben ein erhöhtes Risiko, selbst an einer Allergie zu erkranken. Werden sie durch Teppiche oder Farben zusätzlich sensibilisiert, steigt das Risiko noch an. Vor allem am Fußbodenbelag fürs Kinderzimmer sollten Eltern nicht sparen. Kinder spielen häufig auf dem Boden und kommen dabei länger mit potenziellen Allergieauslösern aus dem Belag in Kontakt. Biozide im Teppich etwa, die vor einem Schädlingsbefall schützen sollen, sind deshalb (nicht nur) im Kinderzimmer nicht zu empfehlen.

Das Renovieren selbst

Beim Renovieren selbst müssen Menschen mit Allergien besonders umsichtig vorgehen. So sollten sie beim Abreißen von Tapeten, beim Entfernen von Bodenbelägen, beim Zuschneiden von Laminat oder beim Schleifen eine Staubmaske tragen, damit der dabei entstehende Staub nicht in die Atemwege gelangt. Menschen mit einer Kontaktallergie tragen sinnvollerweise nicht nur eine Maske, sondern einen Einmal-Overall – einen Schutzanzug, der verhindert, dass Staub und damit auch Chemikalien auf die Haut gelangen. Auch Arbeitshandschuhe können durchaus sinnvoll sein.

Wer es sich leisten kann, sollte die Renovierungsarbeiten ohnehin einem Fachmann übertragen. bei Schimmelbefall ist das sogar notwendig. Denn Schimmelpilze können – werden sie eingeatmet – nicht nur Allergien, sondern auch andere, weitaus gefährlichere Krankheiten auslösen. Hinzukommt: Die Fachleute sind dafür ausgebildet, Schimmel nicht nur zu entfernen, sondern Maßnahmen zu ergreifen, um einem erneuten gesundheitsschädlichen Schimmelbefall vorzubeugen.

Quelle: allergikus 4/2015

08.01.16

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