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Alternative Süßungsmittel bei Diabetes

Stevia, Birkenzucker und Co. lassen Diabetiker hoffen. Doch was hat es mit den alternativen, aber natürlichen Süßungsmitteln auf sich? Was muss man beachten?

Ulli Zika, Ernährungsberaterin in Wien, erklärt: „Der süße Geschmack gilt als Sicherheitsgeschmack der Evolution. Es gibt in der Natur kaum etwas, was süß und giftig ist. Zudem zeigt der süße Geschmack Nährstoffdichte an – dies war ebenfalls für das Überleben der Spezies ein wichtiger Indikator.“

Im Fall von Diabetes gilt es stets, „richtig“ und gesund zu süßen. Aber geht das überhaupt? Fest steht: „Der klassische industriell hergestellte weiße Zucker hat keinerlei Nutzen mehr, das sind nur ,leere‘ Kalorien, die noch dazu den Insulinspiegel rasant ansteigen lassen.“ Andere Süßungsmittel werden laut der Expertin zwar auch insulin-abhängig verstoffwechselt, bringen aber noch gesunde Begleitstoffe mit, die auf anderen Ebenen einen Mehrwert bringen können. Beispiele: Honig, Melasse oder Vollrohrzucker. „Was wohl für alle Süßungsmittel und die meisten Zielgruppen gilt: Die Dosis macht das Gift!“ Denn: „Es wird ja Diabetikern vielerorts schon lange nicht mehr empfohlen, völlig auf Süßes zu verzichten, sondern es – in Maßen – entsprechend in ihre Berechnungen miteinfließen zu lassen“, stellt Ulli Zika fest.

Natürliche Alternativen

Doch welche Süßungsmittel sind demnach für Diabetiker überhaupt geeignet? „Die sog. Zuckeraustauschstoffe wie Birkenzucker werden insulinunabhängig verstoffwechselt und daher empfohlen. Als dem Zuckerstoffwechsel ebenso zuträglich gilt der Kokosblütenzucker. Stevia hat vor einigen Jahren einen regelrechten Hype erfahren. Diese südamerikanische Pflanze wird ebenfalls insulinunabhängig verstoffwechselt. Wenn man den leicht bitteren Beigeschmack mag, sicherlich eine gute Alternative zu Zucker – vor allem, wenn man die Pflanze selbst verwendet“, rät Zika.

Achtung auf die Menge

Die den Diabetikern empfohlenen Weißzucker-Ersatzsüßen sind allesamt Zuckeralkohole, auch Zuckeraustauschstoffe genannt. Das heißt: Diese werden aus Obst, Gemüse oder Baumrinden gewonnen und haben einen ähnlichen Süßungsgrad. „Da sie – wie schon erwähnt – insulinunabhängig verstoffwechselt werden, werden sie Diabetikern gerne empfohlen“, sagt Zika. „Man findet sie in der EU unter folgenden Namen: Sorbit, Mannit, Isomalt, Maltit, Lactit, Xylit und Erytrit. Vorsicht ist aber auch hier bei der Menge geboten: Mehr als 20 bis 30 g pro Tag können abführend wirken, da sie im Darm Wasser bilden und dadurch Durchfälle verursachen können“, warnt die Expertin.

Birkenzucker in aller Munde

Derzeit besonders im Trend liegt der Birkenzucker alias Xylit, in der EU auch unter der E-Nummer 967 zugelassen. „Der Birkenzucker hat zudem einige Besonderheiten aufzuweisen“, so Ulli Zika: „Zum einen wird ihm eine Karies hemmende und antibakterielle Wirkung zugeschrieben, zudem hat er, ähnlich wie Menthol, einen leicht kühlenden Effekt am Gaumen. Auch eine stabilisierende Auswirkung auf den Säure-Basen-Haushalt wird diskutiert. Aufgrund des geringen Kaloriengehalts ist er auch beim Abnehmen gern gesehen.“ Aber Vorsicht beim Backen: „In der süßen Küche ist zu beachten, dass Birkenzucker der Hefe den Nährboden entzieht, und daher für die Zubereitung von Hefeteig nicht geeignet ist. Generell würde ich empfehlen, vollwertige Produkte dem des hochgezüchteten Hochleistungsweizens vorzuziehen – und auch diese nach dem Grundsatz ,Die Dosis macht das Gift‘ zu konsumieren. Auch ein Zuviel an Kohlenhydraten bzw. Getreide kann dem Körper ein Zuviel an Zucker zuführen.“

Harmonischer Geschmack

Besondere Vorsicht ist laut Ulli Zika bei ausgemahlenen Weißmehlen, weißen Nudeln und geschältem Reis geboten. Also lieber zu vollwertigem Dinkel, Emmer und Einkorn oder glutenfreien Varianten wie Buchweizen, Reis, Quinoa oder Amaranth greifen – all diese Getreide und Pseudogetreidesorten lassen sich mit alternativen Süßungsmitteln gut kombinieren.

Es muss nicht immer Schokolade sein

Schokoladefans sei übrigens gesagt: Die Kakaobohne selbst ist eines der gesündesten Lebensmittel, die diese Erde hervorbringt, wie Zika betont: „Sie gilt nicht umsonst als Superfood. Die allgegenwärtige Kombination mit Milch(-pulver) und Zucker sowie der Produktionsprozess mit hohen Temperaturen macht Schokolade dann aber problematisch.“ Wer sich aber an den puren, leicht bitteren Geschmack der Kakaobohne herantastet, könne sich den „glücklich machenden“ Effekt zunutze machen, rät Zika. „Hochwertiger Rohkakao kann – mit Pflanzenmilch, Joghurtprodukten oder in vollwertigen Kuchen genossen – Schokolade-Gelüste befriedigen. Mit alternativen Süßungsmitteln kombiniert kann man äußerst lustvolle und gesunde Süßigkeiten kreieren.“

Quelle: Befund Diabetes Österreich 1/2015

19.06.15

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