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ALS

01.01.05.

Was ist Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)?

Die Amyotrophe Lateralsklerose (Amyotrophie = Muskelschwund, lateral = lat. zur Seite hin gelegen; Sklerose = Muskelverhärtung) ist eine chronische, fortschreitende Erkrankung des Nervensystems. Sie geht mit einer zunehmenden Schädigung der motorischen Neuronen (Motoneurone) in Gehirn und Rückenmark einher. Motoneurone sind Nervenbahnen, die vom Gehirn über das Rückenmark zur Skelettmuskulatur führen und diese steuern.

Unterschieden werden das erste bzw. obere Motoneuron (engl. upper motoneuron, UMN) und das zweite bzw. untere Motoneuron (engl. lower motoneuron, LMN). Als UMN werden die motorischen Nervenzellen im Gehirn bezeichnet, die für die Auslösung willkürlicher Bewegungen verantwortlich sind. Die Signale des oberen Motoneurons werden an das untere Motoneuron im Rückenmark weitergeleitet, das wiederum die Signale an den Muskel überträgt. Bei der ALS sind beide Neuronen degeneriert, wodurch die willkürliche Steuerung der Muskulatur unterbunden ist.

Diese Schädigung der Motoneuronen führt zu asymmetrischen Lähmung und einer Atrophie der Muskulatur sowie zu Spastik, Krämpfen und unwillkürlichen Bewegungen kleinerer Muskelgruppen (Faszikulationen). Im weiteren Verlauf der Erkrankung kommt es zu einer Lähmung der Atemmuskulatur sowie zu Einschränkungen der Schluck-, Kau- und Sprechfunktionen. Die meisten ALS-Betroffenen sind, wenn es zum Ausbruch der Erkrankung kommt, zwischen 58 und 63 Jahre alt. Patienten mit der seltenen familiären Form der ALS sind bei Diagnosestellung in der Regel zwischen 47 und 52 Jahre alt. Männer sind von der amyotrophen Lateralsklerose ungefähr anderthalbmal so häufig betroffen wie Frauen.

Prominente Menschen mit ALS

Einige bekannte Persönlichkeiten leiden bzw. litten an ALS. Dazu gehört u. a. der englische Astrophysiker Stephen Hawking, der durch die Veröffentlichung mehrerer populärwissenschaftlicher Bücher und zahlreiche Auftritte in den Medien vielen Menschen bekannt ist. Er lebt bereits seit mehr als 40 Jahren mit ALS.

Der deutsche Maler und Kunstprofessor Jörg Immendorff, der 1998 an ALS erkrankte und im Alter von 61 Jahren 2007 der Erkrankung erlag, nutzte seinen Bekanntheitsgrad aus, um viele Menschen auf die Erkrankung ALS aufmerksam zu machen. Seit dem Jahr 2004 unterstützte er aktiv die Arbeit der ALS-Ambulanz der Berliner Charité, u. a. mit der Finanzierung eines Stipendiums und der Stiftung mehrerer Werke, mit deren Erlös ALS-Forschungsprojekte unterstützt werden konnten.

Verarbeitung des Themas ALS in Literatur und Film

Literarische und filmische Auseinandersetzung mit dem Thema ALS findet sich z. B. in Mitch Alboms autobiografischem Roman „Dienstags bei Morrie“, der 1998 erschien und ein Jahr später verfilmt wurde. Dieser Roman erzählt die Geschichte des an ALS erkrankten Soziologieprofessors Morrie Schwartz, den Albom kurz vor seinem Tod regelmäßig besuchte, um von ihm zu lernen, was das Leben lebenswert macht.

Im Mai 2008 hatte der Dokumentarfilm „Ich. Immendorf“ seine Premiere in den deutschen Kinos. Der Film begleitet Jörg Immendorff bis zu seinem Tod und zeigt, wie er trotz fortschreitender Erkrankung weiter künstlerisch tätig war und an der Düsseldorfer Kunstakademie lehrte.

Antje Habekuß

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