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Entstehung einer Aphasie

Eine Aphasie ist eine Störung der Sprache, die immer aufgrund einer Hirnschädigung entsteht. Diese Hirnschädigung betrifft direkt Regionen, die an der Sprachbildung beteiligt sind. Sie wird in den meisten Fällen durch bestimmte Krankheiten verursacht, Ausnahme bildet eine direkte Schädelhirnverletzung.

Einer Aphasie können zugrunde liegen:

  • Schlaganfälle
  • Hirnblutungen
  • Schädelhirnverletzungen
  • Hirntumoren
  • Entzündungen des Gehirns

Schlaganfall

Ein Schlaganfall wird medizinisch auch als Apoplexie oder Insult bezeichnet. Er ist die weitaus häufigste Ursache einer Aphasie. Die Hirnschädigung, die bei einem Schlaganfall auftritt, wird durch eine mangelhafte Durchblutung vom Gewebe im Gehirn ausgelöst. Diese wiederum entsteht aufgrund von Gefäßverschlüssen im Hirn (ischämischer Insult). Wird ein Gefäß langsam undurchlässig oder verstopft plötzlich, so werden die Nervenzellen im Versorgungsgebiets des Gefäßes nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt und sterben schließlich ab.

Hirnblutungen

Bei einer Hirnblutung (hämorrhagischer Insult) platzen Blutgefäße und das Blut läuft in das Hirngewebe. Ursache dafür können, insbesondere bei älteren Menschen, brüchige Gefäße aufgrund eines langjährigen Bluthochdrucks sein. Bei jüngeren Menschen sind es meistens Gefäßmissbildungen (Aneurysmen) oder Gefäßgeschwülste (Angiome), die zu Hirnblutungen führen.

Schädelhirnverletzungen, Hirntumoren und Entzündungen des Gehirns

Aphasien können ebenfalls als Folge eines Unfalls auftreten. Dies geschieht dann, wenn für den Sprachgebrauch wichtige Regionen durch den Unfall geschädigt oder zerstört werden. Ähnliches gilt für Hirntumoren und Entzündungen des Gehirns (z. B. Hirnhautentzündung). Auch sie können dann eine Aphasie entstehen lassen, wenn sie an entsprechenden zur Sprache gehörigen Arealen des Gehirns auftreten.

Begleiterscheinungen

Je nachdem, wie weitreichend die Schädigungen des Gehirns sind, die für die Entstehung der Aphasie verantwortlich sind, können neben den Regionen für den Sprachgebrauch auch weitere Bereiche des Hirns durch die Aphasie betroffen sein. Bei den meisten Menschen liegt die Region des Sprachgebrauches in der linken Hirnhälfte. Die linke Hirnhälfte ist für die Steuerung der rechen Körperhälfte zuständig, die rechte Hirnhälfte entsprechend für die der linken Körperhälfte. Somit betreffen die Bewegung (Motorik) oder die Empfindung (Sensibilität) angehende Schädigungen, die im Zusammenhang mit der Entstehung einer Aphasie auftreten, in den meisten Fällen die rechte Körperseite.

Als Begleiterscheinung einer Aphasie ist die Entstehung der folgenden Störungen bekannt:

  • Sprechstörungen (Dysarthrie/Sprechapraxie)
  • Schluckstörungen (Dysphagie)
  • Aufmerksamkeits-/Konzentrationsstörungen
  • halbseitige Gesichtslähmung (vorwiegend rechts)
  • halbseitige Lähmung des Körpers (vorwiegend rechts)
  • Veränderung in der Körperwahrnehmung
  • Gesichtsfeldeinschränkung (Hemianopsie)
  • Auffälligkeiten im Gefühlsbereich
  • Auffälligkeiten im sozialen Bereich
  • Veränderungen des Antriebs
  • Störung der Planung und/oder Ausführung von
    Handlungen (Apraxie)
  • Gedächtnisstörung
  • Rechenstörung (Dyskalkulie)

Krankheitsverlauf

Ob oder wie weit sich eine Aphasie wieder zurückbilden kann, hängt davon ab, wo genau die Hirnschädigungen liegen, die für die Entstehung der Aphasie verantwortlich sind und wie groß diese sind. Je mehr Begleiterscheinungen Entstehungen, desto größer ist in der Regel das betroffene Areal. Eine teilweise Erholung ist möglich, wenn Hirnzellen in der unmittelbaren Umgebung der Schädigung sprachliche Funktionen übernehmen können.

Der Krankheitsverlauf kann in drei Phasen eingeteilt werden:

  • Akutphase
  • Postakutphase
  • Chronische Phase

Akutphase

Die Akutphase ist die erste Phase, in ihr befinden sich die Betroffenen direkt nach der Enstehung einer Aphasie. Die meisten Menschen mit einer Aphasie gehen in der Akutphase davon aus, dass sich ihre Beeinträchtigungen wieder völlig zurückbilden. Haben Personen neben ihren Sprechstörungen auch ausgeprägte Verständnisstörungen, so erkennen sie häufig zunächst die eigene Problematik nicht. Dies kann unter Umständen zu einem wütenden und aggressiven Verhalten führen, wenn die Betroffenen aus Unwissenheit erst einmal die Menschen in ihrem Umfeld für die Verständnisprobleme verantwortlich machen und die Ursache für die entstehung der Aphasie nicht bei sich selbst sehen. Manche Menschen sind sich von Anfang an ihrer Krankheit bewusst – und leiden meistens sehr darunter.

Postakutphase

Die Postakutphase ist die Phase, in der sich die Aphasie trotz möglicherweise vorhandener Besserungen zu Beginn des Auftretens nicht mehr weiter zurückbildet. Für die Betroffenen heißt dies realisieren, dass sie unter Umständen mit einer dauerhaften Sprachstörung leben müssen. Das daraus resultierende Verhalten ist von Person zu Person unterschiedlich. Während sich die einen zunächst gegen die eigene Einsicht wehren und sich weiter an die Hoffnung auf eine Besserung klammern, reagieren andere depressiv und ziehen sich zurück – nicht selten, weil sie anderen nicht weiter zur Last fallen wollen.

Chronische Phase

In der chronischen Phase finden die Betroffenen allmählich wieder in ein alltägliches Leben zurück. Ein solcher Vorgang kann Monate bis Jahre dauern, je nach Persönlichkeit und Schwere der Erkrankung ist der Zeitpunkt des Einsetzens dieser Phase sehr variabel. Oft erfordert die chronische Phase eine komplette Neuorientierung der Betroffenen, denn es müssen Aktivitäten und Interessen entdeckt werden, die auch mit einer Sprachstörung möglich sind – und natürlich auch der jeweiligen Persönlichkeit entsprechen und Spaß machen.

Lydia Köper

12.05.15

Entstehung
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